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Access News der Woche vom 2. Juni – HTML5 und Tabletts

Letzte Woche erschien das erste deutschsprachige Buch zu HTML5 von Peter Kröner. Der Technikwürze-Podcast widmet HTML5 einen langen Beitrag, zu Gast ist Peter Kröner in persona.

Nur wenig jünger als HTML 4 ist der Internet Explorer 6. Microsoft selbst sagt seinem ungeliebtem Kind den Kampf an. Unter den Nutzern des IE 6 dürften auch recht viele behinderte Menschen, vor allem Blinde sein. Unsere Hilfssoftware ist selbst häufig veraltet und es ist immer ein gewagtes Experiment, von einer älteren Software-Version auf eine neue umzusteigen. Zugleich ist der IE 6, was die Unterstützung moderner Layouts und Techniken der Zugänglichkeit angeht derzeit der größte Hemmschuh. CSS wird unzureichend unterstützt, die JavaScript-Engine ist total veraltet und nicht zuletzt ist das Programm ein Sicherheitsloch.

Der Weblog Hyperkontext berichtet im Beitrag Nur erkennbare Funktionen werden genutzt über Funktionen, die von den Nutzern nicht erkannt werden und über unberechenbares Verhalten von Webseiten und welchen Schaden das Ganze anrichten kann.

In der letzten Woche kam das iPad nach Deutschland. Was immer man von dem Gerät im Besonderen und Apple im Allgemeinen halten mag, in dieser Preisklasse ist es derzeit der Computer mit der höchsten Barrierefreiheit. Wie das iPhone kommt das iPad mit dem Screenreader VoiceOver, sollte also ähnlich zugänglich sein wie das iPhone. Da ich selbst weder iPad noch iPhone in der Hand hatte, kann ich dazu leider auch nichts weiter berichten.
Apple vermiest diesen guten Eindruck allerdings mit einigen Fakten, die hoffentlich mit der nächsten Generation ausgeräumt werden:
– Datei-Austausch nur über iTunes
– die mangelnde Unterstützung von USB
– seinem Sonderweg beim Internet-Zugang
Ohne iTunes getestet zu haben, kein Gerät kann als Computer bezeichnet werden, wenn ein Dateiaustausch nur über bestimmte Programme möglich ist. Die Notwendigkeit von Spezialkabeln oder Dockingstations fehlt in die gleiche Kategorie. Und ein so großes Gerät nicht von Haus aus Internet-zugänglich zu machen ist nun wirklich unsinnig.

INCOBS hat in seinem Audio-Bereich eine Reihe von Audios zur SightCity 2010 bereit gestellt, Thema unter anderem mobile DAISY-Player.

Access-News der Woche – Media-Player, HTML5 und die Faulheit der Monopolisten

Access-News der Woche

Die Webgestalterin Sylvia Egger hat ihre Folien zur Frage „Was ist Barrierefreiheit“ auf Slideshare bereit gestellt.. In einem Blog-Beitrag befasst sie sich mit barrierefreien Media-Playern: Die Themen sind hier Tastatursteuerung, Unterstützung für Untertitel und Audiodeskription.

Der blinde Software-Entwickler Chris Hofstader ist neuer Direktor für barrierefreie Software bei der Free Software Foundation (FSF). Die FSF möchte ihr Engagement für barrierefreie Software verstärken und hat in Hofstader die passende Person gefunden. Er war auch eine Weile bei dem Jaws-Entwickler Freedom Scientific beschäftigt und meint dazu in einem Interview:

Ich habe kein Problem damit, Profit zu machen. Ich habe allerdings Schwierigkeiten mit Firmen, die trotz enormer Ressourcen nichts auch nur annähernd Innovatives
ausprobieren, um ihren Anwendern stärker unter die Arme zu greifen. Freedom Scientific, der kommerzielle Führer, ignoriert praktisch alle neuen Ideen aus der Forschungs-Community mit der Folge, das JAWS stagniert. Wir hätten uns eine Menge leisten können, zahlten aber lieber höhere Dividenden. Eine solche
Situation tritt nur ein, wenn eine Firma das Monopol in einer Nische ausübt. Hofstader in einem Interview mit dem Linux-Magazin

Dem kann ich aus vollem Herzen zustimmen. Wer sich über die hohen Preise von Profi-Software ärgert, sollte einmal einen kommerziellen Screenreader kaufen.

Wer des Englischen mächtig ist und sich für die Möglichkeiten der Barrierefreiheit von HTML 5 interessiert, wird bei WebAIM fündig:
HTML5 Video
Semantische Elemente in HTML5
Neue „Input“-Typen in Formularen

Google hat mit seinem neu gestalteten Webauftritt auch Elemente von WAI ARIA eingeführt. Die Orientierungspunkte benennen wichtige Regionen der Website eindeutig, so dass sie direkt ansteuerbar werden. Yahoo hat es übrigens schon länger eingeführt.

Access News der Woche

Es geht also doch: Wie WinFuture berichtet, hat Google eine Webanwendung vorgestellt, die komplett über Tastatur bedienbar ist. Clicker.tv ist ein Programmführer für Videos, die sich auch direkt in der Anwendung betrachten lassen. Interessant vor allem für Leute, die keine Maus bedienen können – oder wollen. Basis der Anwendung sind HTML5, CSS und JavaScript.

Einfach für Alle bietet zwei Artikel, die zeigen sollen, wie Blinde das Netz aktiv nutzen
Multimedia für Blinde
Blinde im Mitmach-Web

Piktogramme – also kleine bildchen – können das Verständnis erleichtern, wenn man etwa Lernschwierigkeiten hat, die Landessprache nicht beherrscht oder schlicht einfach zum Ziel kommen möchte. Wie Golem berichtet, soll iConji ein Projekt werden, dass solche Barrieren überwindet. Eine Bildsprache, die international und interkulturell verständlich ist, das dürfte ein spannendes, aber auch kompliziertes Unterfangen werden. Schließlich muss auch das Verständnis für Symbole gelernt werden. Das zeigen die vielen Programme, die angeblich intuitiv über Icons gesteuert werden. Die schlichte Wahrheit ist, dass man dabei den langen Eingewöhnungs- und Einarbeitungsprozess vergessen hat.