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Der Tod von Flash?

Flash ist für blinde Nutzer ein stetiges Ärgernis. Vor ein paar Stunden wollte ich einen Artikel lesen, habe aber den Inhalt nicht finden können.

Irgendwann stieß ich darauf, dass der eigentliche Artikel in einer Flash-Animation steckte, die sich meinem Screenreader entzog.
Tatsächlich gibt es recht viele Inhalte, die sich in Flash verstecken.

Das dürfte in nächster Zeit zu gewaltigem Ärger führen, denn die
meisten Smartphones unterstützen Flash nur unzureichend. Zudem gilt Flash als energiehungrig, was bei Mobiltelefonen nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt. Für die Tablets gilt ähnliches. Bessere Akkus +
längere Laufzeit sind das eine, aber Flash ist für solche Geräte bisher ungeeignet.
Der Fairness halber sollte man sagen, dass das nicht nur Adobes Schuld ist: Vektorgraphiken sind imGrunde recht schlank, was faule und schlechte Programierer aus Flash machen, ist etwas anderes.
Interessant wird es, wenn die komplette Website aus Flash besteht wie die Seite der „Pinakothek der Moderne“.
Zumindest dafür sollte man Steve Jobs danken. Indem er Flash aus dem iPad aussperrte, hat er den mobilen Surfern – allen mobilen Surfern – einen Riesengefallen erwiesen. Und auch den Website-Betreibern, die sich frühzeitig umstellen können.
Denn Fakt ist, auf eine Seite, die den Akku leer saugt, wird man nicht
zurück kehren. Das gehört zu den „bad experience“, welche die User in Scharen davon treiben. Bis heute scheinen einige Webdesigner zu
glauben, 1024 x 768 Pixel würden auf einem 3-Zoll-Display besonders
gut rüberkommen. Und da sowieso jeder DSL und viel Zeit hat, kann man die Bilder auch direkt von der Kamera auf die Website stellen. Und natürlich finden Suchmaschinen-Bots Inhalte besonders gut, wenn sie in binären Dateien versteckt sind.
Das ändert sich aber spätestens dann, wenn der Chef die eigene Website auf seinem PDA anguckt und dabei das Firmenlogo sieht und sich einen Daumen beim horizontalen und vertikalen Scrollen bricht. Kundenservice sieht anders aus.
Vielleicht verstehen die Webdesigner dann auch den tieferen Sinn von
Geräteunabhängigkeit und offenen Standards und vielleicht wird Adobe das auch irgendwann verstehen.