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Rechte klauen Hardcore – linke Subkultur gekapert

In Zeiten von Pirate Bay-Prozess und deutschen Piratenfängern übernimmt auch Mosaic die Piraensprache, naja, zumindest ein wenig.

Nun haben die Rechten, wie die taz bemerkt, den Hardcore übernommen, ursprünglich eine Domäne der Linken. Was Einem spontan dazu einfällt ist die Frage … was solls?

Die rechten Glatzköpfe haben ihr scheußliches Äußeres ursprünglich von Punks übernommen. Punks waren die ersten, die ein scheußliches Äußeres als Abgrenzungsmedium institutionalisiert hatten. Die Heavy Metaller machten weiter mit dunklen Klamotten und langen Haaren. Die Rechten übernahmen das ebenfalls. Ganz zu schweigen von den Liberalen.

Rechte sind aber mittlerweile überall zu finden. Die Phantasieszene – dass sind die Leute, die sich kaum komischen Festivals wie Herr-der-Ringe- oder DSA-Figuren kleiden – wimmelt von ihnen. Hier dominieren eher Phantasien über deutsche Mythen wie die Nibelungensaga. Man erinnert sich, Siegfried und die Sache mit dem Drachenblut.

Gothic und Heavy Metal spielen in diese Szene hinein. Die Bösen Onkel haben sich eben nicht vom Saulus zum Paulus gewandelt und sind auch absolut keine Minderheit.

Man reibt sich ein wenig die Augen, wenn Rechte mit Palästina-Tüchern und Che-T-Shirts herumlaufen. Blöd ist auch, dass man die Nazis nicht mehr eindeutig ausmachen kann. Glatt gestriegelt wie junge Liberale fallen sie zwischen den ganzen Anderen – unpolitischen – Buben gar nicht auf. Macht auch nichts, unpolitisch heißt, links – rechts – scheißegal.

Wenn in einer Versamllung von Kapitalismuskritikern ein Mensch aufsteht und die x-te Tirade gegen Israel, das Großkapital, Amerika blablabla ablässt, kann man nicht sagen, ob das ein Rechter oder ein Linker ist. Peinlich für die Linke, die sich nicht sauber distanzieren kann. So wie der ehemalige Junge-Weltler Jürgen Elsässer, dem eine Volksfront vorschwebt.

Die USA – zwischen Dynamik und Schneckentempo

Die USA sind wohl das umstrittenste Land der Welt. „Love or leave it“ gilt für die USA wie für kein anderes Land der Welt.

Zurecht kann man den USA einen fatalen Idealismus vorwerfen, dessen Früchte oft ungenießbar sind.

Man kann ihnen sicher vorwerfen, dass sie in vielen Dingen der Entwicklung hinterher hinken.

Den Anderen muss man hingegen vorwerfen, dass sie die USA zu einseitig beachten: Die USA sind eine Menge von Teilmengen, seien es Bundesstaaten, Städte oder Individuen.

Und während einige Bundesstaaten eher an Kasachstan denken lassen, entwickeln andere Staaten eine Innovationskraft, vor der die Europäer noch lernen könnten.

Das Land als Ganzes, hat es einmal eine bestimmte Entwicklung eingeschlagen, kann eine Dynamik entwickeln, welche die Europäische Union vor Neid erstarren ließe – wären die Europäer nicht die meiste Zeit mit sich selbst beschäftigt.

Die USA benötigen kompetente Menschen in der Regierung. Während die EU stetig dahin tröpfelt und erst im Nachhinein gesagt werden kann, ob sie Erfolg hat oder nicht, schreiten die USA in großen Sprüngen voran und entwickeln dennoch mehr Tempo als die EU.

Die Finanzkrise II – von Seifen und anderen Blasen

Wir wissen mittlerweile, das ein Markt über Angebot und Nachfrage funktioniert. Die Menge des Geldes, die im Umlauf ist, entspricht in einem System der Menge der Güter und Dienstleistungen, die in diesem System verfügbar sind.

Das gilt nicht für den Finanzmarkt, der von Spekulationen auf zukünftige Werte lebt. Möglich wird das dadurch, dass große Mengen an unbewegtem Kapital vorhanden sind, auf den Sparkonten und dieses Geld muss vermehrt werden – die Zinsen.

Aber Geld, das auf der Bank liegt, wird nicht produktiv eingesetzt. Der Kontoinhaber kauft nichts davon. Er investiert es nicht in Güter und verringert so die Nachfrage nach Gütern.

Tatsächlich arbeiten Hedgefonds und Großbanken mit dem Geld. Sie investieren es oft in reale Güter, etwa in Immobilien, Bergwerke oder andere gewinnträchtige Dinge.

Wird irgendwo Geld investiert, steigt der Geld dieser Ware.

So kam es zur Immobilienblase in den USA. Jemand hat unheimlich viel Geld in Immobilien investiert. Die Immobilienpreise sind gestiegen. Die Hausbesitzer saßen auf einmal auf einem vergoldeten Grundstück. Sie begannen, sich Güter auf Basis günstiger Hypotheken zu kaufen.

Doch es gibt ein Gesetz im Markt, das immer funktioniert: Der Wert einer Ware kann nicht in einer solchen Geschwindigkeit wachsen und diesen Wert auch behalten. Man kann sich das ganz natürlich vorstellen: Ein Baum, der zu schnell wächst, ist vermutlich krank, hat keine tiefen Wurzeln und wird bei nächster Gelegenheit umgeweht.

Das Phänomen einer Überbewertung ist recht häufig, das letzte Beispiel ist die im Jahr 2000 geplatzte New-Economy-Blase.

Das Wachstum konnte nicht endlos so weitergehen. Leute wie Robert Brenner (The Boom and the Bubble) und andere haben dies lange vorausgesagt. Es ist wie eine Blase, die platzt, weil niemand den Mut hatte, ein Sicherheitsventil langsam aufzudrehen.