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Amazon und EBay vergraulen Privatverkäufer

Nur wenige Unternehmen dürften wie Amazon in den letzten zehn Jahren den Markt für gebrauchte Bücher und CDs aufgerollt haben. Das System ist sehr einfach: Man gibt die ISBN-Nummer ein und kann dann das Produkt einstellen, ohne Bilder, Beschreibungen oder ähnliches hochzuladen und damit eventuell Probleme mit dem Urheber- oder Markenrecht zu bekommen.
Vor allem für Privatverkäufer war es in der Anfangszeit gar nicht schlecht. Große Sprünge kann man zwar nicht erwarten, aber immerhin schafft man Platz und die Bücher und alten CDs, die man ohnehin kaum noch gehört oder gelesen hat, bleiben in Gebrauch.
Dann stürmten die kommerziellen Shops und Powerseller – vermutlich die gleichen wie bei EBay – die Plattform und Verkäufe wurden plötzlich umsatzsteuerpflichtig.
Wirklich schockiert war ich, als ich im Dezember ein Buch für 3.50 verkaufte und mir Amazon 2 Euro überwies. Ich muss gestehen, dass ich nie damit gerechnet habe, viel Gewinn zu machen, aber 2 Euro, von denen 1,40 Euro für das Porto draufgingen, das war nun wirklich zuviel. Denn Amazon kassiert auch 3 Euro Porto auf jedes Buch. Ich wäre besser gefahren, wenn ich das Buch verschenkt hätte.
Wer sich ein wenig auf dem Markt für gebrauchte Bücher auskennt weiß, dass man für ein Taschenbuch oder eine normale CD selten mehr als 8 Euro inkl. Porto verlangen kann. Diese Preise sind heute unrealistisch hoch, denn die Privatverkäufer sind durch Powerseller verdrängt worden, die aufgrund besserer Konditionen durch Amazon den Privatverkäufer stark unterbieten können.
Für Schnäppchenjäger ist Amazon immer noch eine der besten Plattformen, für Privatverkäufer haben sich sowohl Amazon als auch EBay erledigt.