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Das Auge als Kamera

Viele Leute glauben immer noch, Sehen funktioniere wie eine Art Kamera, das Bild, welches auf unsere Netzhaut fällt, werde 1 : 1 ins Gehrin übertragen. Die Wirklichkeit ist faszinierender.

Fest steht bereits seit langem, dass das Gehirn Informationen des Sehens an verschiedenen Stellen verarbeitt. Ein rollender, roter Ball wird in drei Informationen verlegt, für deren Verareitung unterschiedliche Teile des Hirns veantwortlich sind: Bewegung, Farbe, Form.

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Spektrum der Wissenschaft (Mai 2008, der genannte Artikel ist kostenpflichtig!) beschreiben zwei Forscher ein noch komplexeres System. Demnach werden nicht nur die oben genannten Faktoren voneinander getrennt, es laufen zwölf oder mehr verschiedene Filme ab. Sol heißen, die Nethaut vermag viele Informationen paralell, aber getrennt voneinander aufzunehmen: Schatten, Helligkeit, Umrisse, Bewegungsrichtungen.

Sinn des ganzen könnte sein, dass das Auge sich somit auf verschiedenste Stufen der Helligkeit und der Bewegung adaptieren kann. Vor allem die Billigkameras taugen oft nur – und auch nur bedingt – für verschiedene Lichtzustände. Oftmals können sie kaum adäquat eingestellt werden. Keine Kamera kann ohne Scheinwerfer oder Restlichtverstärker im Dunkeln brauchbar arbeiten.