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Die latent semantische Optimierung und der Effekt der Selbstverstärkung

Mittlerweile dürfte sich jede große oder mittelgroße Firma mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigen. Da man die Basics – oder das, was man dafür hält – früher oder später sämtlich erfüllt hat, müssen sich die Suchmaschinen neue Faktoren ausdenken, mit denen sie die Qualität der Suchergebnisse bewerten können. Aus einer höheren Perspektive betrachtet führt SEO zu einer Angleichung der Websites, weil jeder Betreiber die gleichen Zaubertricks einsetzt.

Ähnlich sieht es inhaltlich bei der LSO, der latent semantischen Optimierung aus. Ein Hersteller von Katzenfutter sucht sich die passenden Stichwörter aus einem Texttool seiner Wahl und optimiert damit seine Seite zum Thema Katzenfutter.

Die Texttools greifen – davon kann man ausgehen – ihrerseits auf echte Texte aus dem Web zurück, um daraus die Relevanz von Wortkombinationen und Wortnetzen abzuleiten. Da aber immer mehr Websites auf die gleichen Stichwortquellen zurückgreifen, um ihre Auftritte auf bestimmte Begriffsnetze zu optimieren, verliert das ganze System an Relevanz.

Da alle Seiten dann die gleichen Stichwortverbindungen nutzen, um ihre Texte zu optimieren, können die Suchmaschinen nicht mehr über dieses Kriterium beurteilen, welche Texte relevant sind.

Zugleich greifen die Suchmaschinen ihrerseits auf die semantisch optimierten Webseiten zurück, um ihre Begriffsnetze zu aktualisieren.

Die Lösung kann nur lauten, seltenere Worte zu verwenden und ein wenig mehr Kreativität als die Konkurrenz zu entwickeln. Die LSO ist nur ein Faktor unter vielen, letzten Endes schreibt man für Menschen und nicht für statistische Algorithmen.

Die Anatomie des Geistes

Viele Geisteswissenschaftler haben die Angewohnheit, Begriffe der Naturwissenschaft in ihren Publikationen zu verwenden. Dabei kann so ein Unsinn wie die obige Überschrift herauskommen. Die Anatomie behandelt natürlich Körper, nicht den Geist, der keine Materie hat. Eine Ausnahme wäre dann gegeben, wenn die Manifestation des Geistes im Gehirn gemeint gewesen wäre.
Alan Sokal hat vor einiger Zeit einen Aufsatz geschrieben, der von solchen Metaphern durchsetzt war und konnte ihn in einer geisteswissenschaftlichen Publikation unterbringen. Er schrieb baren Unsinn, doch bei der Voransicht ging der Aufsatz glatt durch. Warum?
Weil viele GeWis wie Michel Foucault oder Jacques Derrida und viele, viele andere dermaßen unverständlich schreiben, dass ihre Aufsätze von niemandem mehr verstanden gelesen werden können.