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Social Web – Community 2.0

Die Community war einst die Dorfgemeinschaft. Jeder kannte jeden. Die Idylle auf der einen Seite – jeder half jedem – warf Schatten auf der anderen Seite – die Kontrolle war total.
Im Internet entstehen neue Communities. So mancher entdeckt seine Nachbarn erst im Local Web im Internet.
Die Blogger vernetzen  sich. Obwohl sie sehr oft verschiedensten Themen nachgehen, fühlen sie sich oft als Gemeinschaft. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Nachbar ist oder 10.000 km voneinander entfernt lebt – sofern natürlich eine gemeinsame Sprache findet.
Das Web verbindet uns über sämtliche Grenzen hinweg, weil es hier keine Rolle spielt, ob man schwarz, weiß, gesund, behindert, alt oder jung ist. Es ist lediglich erforderlich, einen Zugang zu haben und einen Computer bedienen zu können.
Zugleich sind Bezeihungen im Web brüchiger. Es ist leichter, jemanden zu vergessen. Konflikte müssen nicht geklärt werden, man kann den Anderen einfach aus dem eigenen Surfbereich löschen und dann ist er praktisch nicht mehr existent.

Warum die Vernunftehe besser ist II

Wie schon erläutert, kann die Vernunftehe oder die vermittelte Ehe besser sein als eine “Liebesheirat”. Dies ist im übrigen nicht als Plädoyer für Zwangsheiraten und anderes “Althergebrachtes” zu verstehen. Es ist nur vernünftig, über alles nachzudenken und abzuwägen.
Ich sagte, die Leidenschaft verblasse schnell, wenn der erste Liebesrausch vorbei ist und die jugendliche Attraktivität welkt. Und ich versprach zwei weitere Gründe:
2. Der Liebesrausch verleitet dazu, dass man nicht bereit ist, an einer Beziehung zu arbeiten. Wir leben heute in einer Zeit, in der man alles wegwirft, wenn es nicht oder nur unbefriedigend funktioniert. Wenn eine Beziehung nicht so läuft, wie man es gerne hätte, dann trennt man sich, bevor man an der Beziehung arbeitet.
Nun gibt es natürlich Beziehungen, die nicht funktionieren und deshalb durchaus beendet werden können oder sollten. Oft fehlt uns aber die Geduld oder die Disziplin, eine Beziehung reifen zu lassen, wozu nun mal auch Konflikte gehören. Aber wir können uns als Menschen nur weiter entwickeln, wenn wir auch unsere Beziehungen weiter entwickeln.
3. Sind unsere Ansprüche zu hoch. Dabei merken wir nicht, dass weder wir unseren Ansprüchen gerecht werden, noch das diese in sich widersprüchlich sein können.
Wir setzen uns nicht hin und formulieren einen Katalog von Ansprüchen, was wir vielleicht doch eher tun sollten. Stattdessen haben wir eine Reihe impliziter Wünsche, Vorstellungen und märchenhafter Träume, denen kein Mensch gerecht werden kann.
Und stellen wir fest, dass unser Partner unseren Ansprüchen nicht gerecht wird, dann trennen wir uns eher von ihm als das wir seine Schwächen akzeptieren, wie er unsere.
Man hört nie auf, sich über Kleinigkeiten aufzuregen und verliert so die relevanten, großen Dinge aus dem Blick. Macht er oder sie uns glücklich?

Beziehungen

Beziehungen scheitern oft daran, dass man sich zu oft sieht. Deswegen ist es auch oft schädlich, wenn man in jungen Bezeihungen früh zusammenzieht oder gar heiratet. Der Kindertherapeut Georg Romer sagt das in anderem Kontext:

Das Dauerquasseln, das Überhandnehmen der Flatrates bedeutet doch nur, dass die sozialen Bindungen zu anderen nichts mehr wert sind. Nur ein Kleinkind
muss seine Mutter stets verfügbar haben; wird der Mensch erwachsen, erlebt er, dass Beziehungen umso verlässlicher tragen, wenn man sich nicht in einem
fort sieht. Dass sie in der Tiefe der Seele über längere Zeit nachwirken müssen. Deshalb suchen die Menschen sich Symbole, Ringe zum Beispiel, um ihre
Zusammengehörigkeit auch in der Trennung zu spüren. Das geht durch eine dauernde akustische Verbindung verloren, wobei die Gespräche zwangsläufig verflachen.
Zur Beziehungsfähigkeit eines Menschen gehört, dass er die Verbindung zu anderen in seinen Gedanken, seinem Innenraum stabil halten kann, ohne dauernd
online zu sein. Und auf die Tragfähigkeit von Beziehungen ist unsere globalisierte Gesellschaft extrem angewiesen.
Georg Romer in Die Zeit 25/2008

Das ist natürlich statistisch schon signifikant. Je länger man zusammen hängt, desto öfter ergeben sich auch Gelegenheiten zum Streien. Dennoch steigt das Risiko des Clashes expotentiell, je mehr Zeit man zusammen verbringt.