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Ist der Firefox noch zukunftsfähig?

Ich bin vor langer Zeit zufällig auf den Firefox gestoßen. Er war damals auf unseren Uni-Rechnern als Alternativ-Browser installiert und die frühe Version 1.x war dem Internet Explorer 6 schon damals weit überlegen.
Der Firefox hat seit dem zahlreiche Trends gesetzt und dem Internet Explorer einige Marktanteile abgejagt. Auch in der aktuellen Version des Internet Explorer ist ihm der Firefox noch immer um Meilen überlegen. Tatsächlich besitzt der IE 8 bis heute nicht einmal einen Shortcut, um Webseiten zu speichern.
Doch wie es aussieht, wächst der Firefox-Marktanteil nicht mehr und das meiner Meinung nach zurecht. Die Version 3 ist dermaßen schwerfällig geworden, dass das Surfen auf älteren Computern einfach keinen Spaß mehr macht. Der Firefox braucht nicht nur recht lang, um überhaupt zu starten, er schläft auch zwischendurch gerne mal ein. An den Festplattengeräuschen hört man ganz schön, dass er irgendwas tut, aber was eigentlich?
In die Surfer-Hölle kommt, wer JavaScript-lastige Seiten besuchen möchte. Und mit Flash ist es noch ein wenig schlimmer.
Wirklich seltsam ist der stetig zunehmende Arbeitsspeicher-Bedarf. Offenbar haben die Programmierer ihm nicht beigebracht, dass man Arbeitsspeicher auch mal freigeben kann. Außer bei fast ausgestorbenen Java-Webanwendungen habe ich keinen Browser gesehen, der mehr als 200 MB Arbeitsspeicher belegt und erst beim Beenden wieder freigibt.
Natürlich ist es eine feine Sache, dass es für jede vorstellbare Aufgabe eine Erweiterung gibt. Und das ist der größte Vorteil des Firefox vor allen anderen Browsern. Noch.
Denn Opera und Chrome glänzen mittlerweile durch hervorragende Geschwindigkeit und laufen auf kleinen Computern wie Netbooks sehr gut. Und Chrome ist inzwischen auch für Erweiterungen offen.
Wirklich enttäuscht war ich, dass Firefox noch recht wenig HTML5 eingebaut hat, ganz im gegensatz zu Opera und Chrome. Offenbar versteht sich Mozilla nicht mehr als Trendsetter.
Zwar soll dieses Jahr noch der Firefox 4 herauskommen und einige Mankos der 3er-Serie ausgleichen, aber so recht mag ich das noch nicht glauben. Würde das Programm vollkommen umgebaut – was wohl nötig wäre – dann würden die meisten der heutigen Erweiterungen nicht mehr funktionieren. Ob das dem Firefox nutzt, möchte ich bezweifeln. Die wichtigsten Erweiterungen würden sicher nachgebaut, aber viele Programmierer werden wohl für andere Plattformen entwickeln.
In puncto Sicherheit möchte ich dem Firefox eine Drei geben. Bei der ersten Installation ist er tatsächlich offen wie ein Scheunentor: Java ist aktiviert, Cookies sind erlaubt, alle möglichen (und überflüssigen) Addons und Plugins sind aktiviert. Einige Programme installieren gerne mal ungefragt irgendwelche Addons oder Toolbars, ohne dass der Firefox sich beschwert. Das entspricht dem Maß an Sicherheit, welches wir von Windows 9X kennen und ist weder sinnvoll noch zukunftsweisend.
Auf jeden Fall ist der Browserkampf auf einem neuen Feld vollkommen offen: den mobilen Endgeräten. Hier haben Apple, Google und Opera die Nase vorn, während die Desktop-Platzhirschen IE und FF alt aussehen.
Für einen Abgesang auf den Firefox ist es noch sehr früh. Und immerhin hat er Microsoft tüchtig eingeheizt. Deshalb hoffe ich, dass er wesentlich verbessert wird und Mozilla sich wieder mehr traut.

IE 6 – nein danke

Viele Webdesigner müssen sich plagen. Während es relativeinfach ist, ein gutes Layout für einen Browser zu erstellen, muss eine professionelle Website auf viele Browser zugeschnitten werden. Der Internet Explorer ist besonders anspruchsvoll, auch deshalb, weil gleiche Versionen auf verschiedenen Betriebssystemen (Windows oder Mac) unterschiedlich sein können.

Der IE 6 und seine Vorgänger haben das jahrealte CSS 2 nur schlecht implentiert. Anspruchsvoll ist auch der Umgang mit JavaScript. Auch der Firefox erfordert ausführliche Tests, während kleinere Browser wie Chrome, Opera und Safari die Standards größtenteils erfüllen.

Seltsam ist es, wenn der Netscape Navigator – nur wenig zickiger als der Internet Explorer – noch unterstützt werden soll, obwohl den kaum jemand heute noch einsetzt. Webdesigner und Entwickler wollen sich nun vom IE 6 verabschieden, obwohl er noch sehr stark verbreitet wird.

Meine Serverstatistik sagt, dass der Firefox von rund 48 Prozent meiner Besucher eingesetzt wird, auf den IE (7, 6, 8 in dieser Reihenfolge) entfallen rund 42 Prozent. Etwas weniger als die Hälfte davon verwendet noch den IE 6. Opera und Safari haben jeweils ca 4 Prozent,Chrome liegt trotz des Chrome-Hypes bei unter einem Prozent.

Nun spricht wenig dagegen, sich vom IE 6 in Design und Entwicklung zu verabschieden. Allerings kann man niemanden zwingen, seinen Browser zu wechseln. Statt die Ästhetik in den Vordergrund zu stellen, sollte man aber zumindest die Benutzbarkeit der Seite mitallen gängigen Browsern garantieren.

Hierzulande vergisst man gerne, wie viele Ressourcen moderne Browser benötigen. Der Firefox 3.x braucht auf meinem Notebook gut 40 Sekunden, bis er gestartet ist. Im Leerlauf verbraucht er gut 70 MB Arbeitsspeicher, während einer Session können es weit über 100 MB werden. Bei stark JavaScript-lastigen Seiten oder Videos wird er bei schwachen PCsdeutlich langsamer.

Das Webdesign könnte eine feine Sache sein, wenn der doofe Nutzer nicht wäre. Der Nutzer, der sich weigert, einen bestimmten Browser auf einem bestimmten Betriebssystem mit einem bestimmten PC und einem bestimmten Bildschirm mit einer bestimmten Auflösung zu verwenden. Frechheit, dass die Buben nun auch noch mit Handy, PDA und ähnlichem Schnickschnack wurfen wollen.