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Spenden und Crowdfunding: Auf dem Weg zu community-finanzierten Hilfsmitteln

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Wie ich im Artikel über NVDA schon angedeutet habe, kann die Community heute mehr Einfluss denn je auf die Entwicklung von hilfsmitteln nehmen. Früher musste man das nehmen, was eben da war, ob es den eigenen Bedürfnissen entsprach oder nicht. Engagierte Leute können heute leichter denn je eigene Projekte starten, um Menschen aus der Community zu helfen.
Geldscheine
enn man aber nicht gerade Programmierer ist oder eine Organisation hinter sich hat, benötigt man neben Engagement auch Geld.
Es gibt die klassische Finanzierung über Kredite, Risikokapital oder Preisgelder, aber wenn nicht gerade Facebook draufsteht oder der Sinn des Projekts in drei Wörtern zusammengefasst werden kann, wird es schwierig, an solche Gelder ranzukommen.
Spenden und Crowdfunding können Alternativen zur klassischen Finanzierung sein bzw. sind es teilweise bereits. Hier geht es weiter Spenden und Crowdfunding: Auf dem Weg zu community-finanzierten Hilfsmitteln.
Beim PDF Accessibility Checker wurde die Unterstützung für den UA-Standard über Crowdfunding finanziert. Das ist leider schwierig in so einem Artikel zu vermitteln, deshalb schreibe ich es einfach hier. Außerdem ist PAC ja auch kein Hilfsmittel für Behinderte.

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Mit Crowdsourcing zu mehr Barrierefreiheit

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Anlässlich des Global Accessibility Awareness Day am heutigen 9. Mai will ich ein paar Ansätze beschreiben, wie die berüchtigte Crowd zur Barrierefreiheit beitragen kann.
Die Crowd erscheint vor allem dort hilfreich, wo es um einfache, aber zeitaufwendige Aufgaben geht. Das sieht man zum Beispiel an Wheelmap.
gruppenbild
Auf Wheelmap können Menschen schnell und einfach bewerten, wie rollstuhlgerecht eine bestimmte Örtlichkeit ist. Man hätte die Menschen auch mit einer seitenlangen Checkliste, einem anständigen Training in der DIN 18040 und einem Maßband losschicken können. Nur wäre dann aus der Crowd ein Häuflein geworden. Für eine Stadt wie Bonn würde es wahrscheinlich zehn Jahre dauern, bis eine kritische Zahl von Gebäuden bewertet worden wäre. Nichts gegen valide Daten, es wäre phantastisch, wenn wir von allen öffentlich zugänglichen Einrichtungen exakt wüssten, wie barrierefrei sie sind. Das Problem ist nur, dass in der Zeit, die man dafür bräuchte ein Großteil der Gebäude umgebaut würde, Cafés würden schließen, Geschäfte zu machen und neue aufmachen. Auch für öffentliche Gebäude wäre interessant zu wissen, wie barrierefrei sie sind. Nur: wie oft geht man ins Bürgerbüro oder ins Rathaus?
Deshalb sind schlechte Daten besser als gar keine. Wer die Anwendung benutzt hat, um einen angeblich barrierefreien Ort zu finden und vor Ort feststellt, dass die Bewertung falsch ist kann die Angaben korrigieren, auch das ist Crowdsourcing.
Ein anderer Service erlaubt es Blinden, Bilder von einem Objekt zu machen und sich mitteilen zu lassen, was für ein Objekt sie da fotografiert haben. UPdate: Der Service, den ich meinte ist leider zwischendurch eingestellt worden.
Die Crowd kann aber auch eingesetzt werden, um die Barrierefreiheit von Webseiten zu verbessern. Die Firefox-Erweiterung WebVisum erlaubt es zum Beispiel, Webseiten mit Informationen wie Bild- oder Formularbeschreibungen auszustatten, damit sie von Blinden besser genutzt werden können.
Es ist praktisch unmöglich, eine große Gruppe von Menschen mit Behinderung für den Test einer Webseite auf Barrierefreiheit zu gewinnen. Das Problem besteht darin, dass es eine große Bandbreite an Behinderungen gibt und innerhalb dieser Gruppen die Auswirkungen der Behinderung und die technischen Fähigkeiten stark variieren. Allein bei den Sehstörungen gibt es unzählige Varianten.
Mit normalen Ressourcen ist es praktisch nicht möglich, diese Bandbreite in Usability- oder Barrierefreiheitstests abzubilden.
Warum also nicht die Crowd für den Test auf Barrierefreiheit gewinnen? Das hat gleich zwei Vorteile: Tendentiell werden eher Menschen erreicht, die
das Angebot sowieso nutzen und deshalb daran interessiert sind, dass es barrierefrei ist. Außerdem sitzen die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung, setzen die Technologien ein, die sie sowieso nutzen und gehen damit sehr viel entspannter an die Aufgabe als sie das in einem Usability-Labor tun würden. Bei einer kleinen Testgruppe ist es häufig schwierig zu sagen, ob an einer bestimmten Stelle tatsächlich ein Problem vorliegt oder ob nur die jeweilige Person nicht damit zurecht kommt. Wenn hingegen eine größere Zahl von Menschen unabhängig voneinander an einer bestimmten Stelle ein Problem findet, ist es auch ein Problem. Es geht natürlich nicht darum, ein völlig barriereunfreies Angebot barrierefrei zu machen, da kann die Crowd auch nicht weiterhelfen. Vielmehr soll die Crowd eine Webseite prüfen, die nach den Regeln der WCAG 2.0 gestaltet wurde. Die Crowd soll mögliche Probleme aufspüren, nicht die Unfähigkeit der Webentwickler kompensieren.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Crowd sich um die Untertitelung für Gehörlose oder Audiobeschreibung von Videos für Blinde kümmert.
Viele werden hier einwenden, dass solche Beschreibungen nicht die Qualität professioneller Dienste haben können. Dagegen lässt sich anführen, dass eine mittelmäßige Beschreibung immer noch besser ist als gar keine. Immerhin gibt es hier die Möglichkeit, dass Menschen mit und ohne Behinderung sich darüber austauschen, um gemeinsam die Qualität der Beschreibungen zu verbessern. Die Nicht-Behinderten werden dadurch ganz nebenbei für mögliche Barrieren und die Auswirkungen von Behinderungen sensibilisiert.
Das war jetzt nur ein kurzer Überblick über Services, die mir bekannt sind. Das Potential ist riesengroß, es fehlt nur noch jemand, der dieses Potenntial erschließt.
Bei einigen Screenreadern kommt es z.B. vor, dass sie Wörter falsch aussprechen. Hier wäre es von Vorteil, wenn die Nutzer die Aussprache korrigieren und diese Korrekturen über einen Server direkt teilen könnten. Um blödsinnige Korrekturen zu verhindern – manche Menschen langweilen sich halt – können statistische Methoden eingesetzt werden, so dass eine Änderung erst gültig wird, wenn sie von genügend Leuten umgesetzt wurde.
Das Schöne an der Crowd ist die intrinsische Motivation. Es geht darum, dass Menschen gerne bereit sind, anderen Menschen zu helfen, ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Die Angebote sind relativ niedrigschwellig, niemand muss sich in WCAG oder andere komplexe Regularien einlesen, sondern er oder sie kann sofort einsteigen und loslegen.
Das Spannende am Crowdsourcing ist meiner Ansicht nach der proaktive Ansatz. Die Behindertenszene in Deutschland ist für meinen Geschmack zu passiv. Crowdsourcing verschafft ihnen die Instrumente, um selbst etwas zu verbessern – eben wie bei Wheelmap.

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Die Apfel-Strategie

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Apple war lange Zeit ein Nischenanbieter auf dem Markt für Personalcomputer. Ein Kuriosum in der Geschichte ist wohl, dass Apple eine kleine, aber stabile Fangemeinde hat, während der große Konkurrent Microsoft zwar massenhaft Anwender, aber kaum Freunde hat. Im ZD-Net erschien ein Beitrag, der unter anderem Apples Fangemeinde unter die Lupe nimmt:

Nun zum vierten Lehrsatz – Menschen zu formen und sie zu konstruktiven Aktionen zu mobilisieren. Ja, Apple-Jünger wurden effektiv mobilisiert und dienen brav den Gedanken des iJuche. Alle Kritik wird kategorisch verworfen und als unqualifiziert abgetan.

Quelle
ZDNET fragt an anderer Stelle, ob Apple-Jünger am Stockholmsyndrom leiden.
Vor einigen Jahren war Microsoft noch das, was Google heute ist: ein passables Feindbild, ein Quasi-Monopolist, ein Datensammler mit einem sehr schlechtem Ruf.
Apple hat es wieder Erwarten geschafft, den Markt für MP3-Player und Mobiltelefone aufzurollen. Weniger in dem Sinne, dass Apple zum Marktführer geworden wäre, sondern dadurch, dass seine Produkte zum Maßstab geworden sind, an dem man die Qualität eines Produkts misst.
Was Design und Bedienbarkeit angeht, sind Apple-Produkte bisher ungeschlagen. Zwar gab es schon zuvor berührungsgesteuerte Oberflächen, aber erst mit dem angepassten Betriebssystem und der intuitiven Gestensteuerung sowie dem Multitouch ist diese Oberfläche überhaupt interessant geworden.
Zugleich hat es Apple geschafft, eine Fangemeinde für seine Produkte aufzubauen, was nun wirklich kein Hersteller von Computern, Software, Mobiltelefonen und MP3-Spielern geschafft hat. Die Ausnahme ist Linux, wo die Gemeinde wegen der vielen Distributionen aber stark zersplittert ist.
Diesem Umstand ist es zu danken, dass Apples Marketing-Strategie so hervorragend funktioniert und so wohl von keinem anderen Unternehmen möglich wäre. Durch gezielte Indiskretionen werden „Geheimnisse“ an große Multiplikatoren wie Journalisten oder bekannte Blogger weiter gegeben. Zugleich entwickeln sich in den großen Communities Spekulationen über angebliche neue Funktionen, Geräte oder Betriebssystem-Versionen. Da Apple diese Gerüchte nicht persönlich durch seine Marketing- oder PR-Abteilung bekannt gibt, muss es sie auch nicht dementieren. Große Computermagazine wie Heise oder Golem in Deutschland greifen diese Gerüchte ebenso gerne auf wie die Printmedien, in den Foren finden heiße und hitzige Debatten statt, der obligatorische Kommentar, dass Apple überbewertet sei und man doch über andere Dinge berichten möge, darf ebenfalls nicht fehlen. Wenn der Begriff „virales Marketing“ nicht so ausgelutscht wäre, würde er hier hervorragend passen. Apple spielt auf der Klaviatur der Medien und des Web 2.0 wie auf einem Mac.
Die Apple-Events werden groß inszeniert, der begabte Rhetoriker und Apple-Übervater Steve Jobs präsentiert die Produkte in einer großen Live-Show. Wichtige Persönlichkeiten werden exklusiv eingeladen, um die Geräte in die Hand zu nehmen, bevor sie ein Normalsterblicher überhaupt zu Gesicht bekommt.
Doch was will Apple eigentlich? Es erscheint mit dem Tablett relativ klar zu sein: Apple möchte den mobilen Konsum von Medien managen. Da ist der iPod zum Musik-Hören und Videos schauen, das iPhone, welches solche Inhalte empfangen und versenden kann und der große Bruder, das Tablett, das vor allem Videos zugänglicher macht, aber auch Bücher, Magazine, Zeitungen und andere „Print“-Produkte zugänglich machen soll. Das Problem der E-Reader mit E-Ink, dass sie für Magazine oder farbige Graphiken ungeeignet sind, hätte sich mit dem IPad erledigt.
Zugleich soll das iPad die Netbooks verdrängen und wird parallel der kleine – weil billigere – Bruder des iPhones. Außer Telefonieren kann man schließlich alles mit dem iPad erledigen, was das iPhone für mehr Geld auszeichnen soll.
Niemand weiß genau, wie viel Geld Apple in Marketing und PR steckt und es ist sicher mehr, als man glaubt: eine solche Kampagne muss genau geplant und überwacht werden. Wenn die Community einmal allzu sehr über die Stränge schlägt, ist auch mal ein Dementi fällig.
Dennoch dürfte Apple mit geringem Einsatz den größten Hype ausgelöst haben, den es in letzter Zeit überhaupt um irgend ein Produkt gegeben hat. Selbst Windows 7 und Google Wave scheinen nicht so spannend gewesen zu sein. Ob das Gerät ein Erfolg werden wird, bleibt abzuwarten. Hinterher könnte es sich als Fehler herausstellen, dass man das Gerät zwei Monate vor der Markteinführung vorgestellt hat, bis zur Markteinführung könnte es sich ausgehypt haben.

Leserbindung durch Communitybuilding

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Die meisten Zeitungen haben heute Anhängsel im Internet. Nun ja, vielleicht sind die Printprodukte nun Anhängsel des Webauftritts. Zumindest ist die Zeit vorbei, wo man seine Artikel einfach nur online gestellt hat, als ob das Web aus Texten bestehe.

Was tatsächlich fehlt, ist eine Leserbindung im Web. Die Zeitungen haben es relativ verschlafen, hier frühzeitig anzufangen. Dabei gibt es gute Vorbilder, in Deutschland etwa das Online-Magazin Telepolis. Hier ist an jeden Artikel ein Forum drangehängt, welches nicht immer zu lesen lohnt. Allerdings stehen da gelegentlich auch intelligente Kommentare drin, manche User sind schon seit vielen Jahren dabei und haben mehr Kommentare bei TP hinterlassen als irgend einem anderen Medium.

Geradezu schlabbrig wirken da die angehängten Foren bei welt.de oder taz. Beide haben – und da sind sie in der Online-Zeitungslandschaft keine Ausnahme – kein Management ihrer Community. Die Beiträge werden absteigend hintereinander angezeigt. Spam soll durch Captchas ausgebremst werden, doch das, was durch die Filter kommt, ist qualitativ auch nicht wesentlich besser.

Welt online wimmelt somit von Kommentaren, durch die man sich durchblättern mag – aber wer tut das? Bei der taz hingegen sind Kommentare relativ rar gesät.

Wie das Beispiel Telepolis aber zeigt, ermöglichen Communities eine Leserbindung. In Communties können sich wie im Social Web üblich, Beziehungen entwickeln. Man lernt sich kennen, diskutiert regelmäßig miteinander, freut sich, wenn man sich wieder trifft. Wie im wahren Leben.

Communities sind also nicht nur aufwendige Zeitverschwendung, sie sind praktisch der einzige Weg, die Bindung der Leser zu erhöhen und zu sichern.

Social Web – Community 2.0

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Die Community war einst die Dorfgemeinschaft. Jeder kannte jeden. Die Idylle auf der einen Seite – jeder half jedem – warf Schatten auf der anderen Seite – die Kontrolle war total.
Im Internet entstehen neue Communities. So mancher entdeckt seine Nachbarn erst im Local Web im Internet.
Die Blogger vernetzen  sich. Obwohl sie sehr oft verschiedensten Themen nachgehen, fühlen sie sich oft als Gemeinschaft. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Nachbar ist oder 10.000 km voneinander entfernt lebt – sofern natürlich eine gemeinsame Sprache findet.
Das Web verbindet uns über sämtliche Grenzen hinweg, weil es hier keine Rolle spielt, ob man schwarz, weiß, gesund, behindert, alt oder jung ist. Es ist lediglich erforderlich, einen Zugang zu haben und einen Computer bedienen zu können.
Zugleich sind Bezeihungen im Web brüchiger. Es ist leichter, jemanden zu vergessen. Konflikte müssen nicht geklärt werden, man kann den Anderen einfach aus dem eigenen Surfbereich löschen und dann ist er praktisch nicht mehr existent.