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Glosse: Apfel präsentiert neues Tablett

Apfel – der weltweit bekannte Hersteller von Fallobst präsentiert das neue Tablett iPlatt auf einer eigens dafür eingerufenen Pressekonferenz.
Apfel
Der Apfel-Vorsitzende Stefan Arbeit sagte: „Apfel revolutioniert einmal mehr die Industrie der Speiselogistik!“. In der Tat ist das Tablett beeindruckend: 60 x 30 cm groß, flach wie ein Blatt Papier mit leicht erhöhtem Rand ist das Tablett optimal zum Transport von Speisen und Getränken geeignet. Das Tablett gibt es in weiß, braun oder schwarz. Als Logo dient ein dezent, die Oberfläche ausfüllender, angefaulter Apfel.

„Dieses Tablett“ sagte Arbeit, „ist mehr als ein Transporteur von Speisen, es ist die Erfüllung der Träume aller Kellner und Studentenbedienungen. Es steht für die Träume nach einem hohen Trinkgeld, nach schmerzfreien Beinen und dem Ende der Mitternachtsschicht. Für die Kunden steht es für den Glauben daran, dass das Essen doch noch irgendwann kommen wird, der Alkoholiker weiß, dass ihm dank des iPlatt niemals die Getränke ausgehen werden!“.

Speiseexperten und Restaurantkritiker gehen davon aus, dass Apfel einmal mehr eine Welle der Innovation durch das Speiselogistik-Gewerbe schwemmen wird. Apfels größter Konkurrent Mikrofon kündigte bereits an, dass man Arbeit „gewaltig in den Arsch treten“ werde. Der Vorstandsvorsitzende von Mikrofon Wilhelm Gehts sagte: „Der Tablettboom wird überschätzt, aber Mikrofon wird in Kürze was viel Besseres, Größeres, Tolleres und unheimlich Innovatives veröffentlichen. Vor allem aber wird es billyger sein!“.

Klasse statt Masse – die CEBIT und ihre Besucher

25 Prozent weniger Aussteller, 20 Prozent weniger Besucher, so lautet das vorläufige Fazit der CEBIT 2009. Es ist reiner Zweckoptimismus, wenn sich die Aussteller dennoch verhalten zufrieden zeigen?

Nicht ganz. Für die Fachmesse sind die „Fachbesucher“ interessant. Das sind Experten, die Unternehmen beraten, welche Technik sie sich beschaffen. Oft sind es auch die Einkäufer der Unternehmen selbst. Oder eben Techniker, die in irgend einer Form aktuelle Techniktrends der jeweiligen Branche behandeln. Kurz, es sind Leute, die in irgend einer Form direkt oder indirekt das Business ankurbeln. Auf Neudeutsch heißen diese Leute High Potentials.

Das normale Publikum bringt hingegen kaum Geld. Es handelt sich nicht um eine Verkaufsmesse, wie etwa eine Kunst- oder Möbelmesse. Es sind häufig Technikfreaks, die gerne mal die teuren Spielzeuge ausprobieren oder kostenlose Goodies oder Software abstauben wollen.

Wir kennen das alle, man guckt sich im Laden alle möglichen Sachen an, kaufen tut man aber nur eine davon. Während dessen hindert man andere – eventuell lukrativere – Kunden daran, Gespräche mit den Ausstellern zu führen.

Deswegen kann es durchaus sein, dass die Aussteller mit weniger, aber qualitativ besseren Besuchern glücklicher sind.

CEBIT noch zukunftsfähig?

Der Gouverneur von Kalifornien und die Bundeskanzerlin geben sich auf der diesjährigen CEBIT ein Stelldichein. Die weltgrößte Computermesse öffnet heute abend ihre Türen, zumindest für Arnold Schwarzenegger, Angela Merkel und die erwählten VIPs, die dem Spektakel zusehen darf.

Morgen gehts dann los, Themen sind Green IT, die „Handy-Hits der nächsten Generation“, Open Source und Web 2.0. Wem das bekannt vorkommt, die SYSTEMS, die letztes Jahr ihre Tore für immer schloß, hatte die gleichen Themen.

Aber auch so haben die Computermessen zu kämpfen. Die Unterhaltungsindustrie wandert zur IFA oder zu Spezialmessen wie der Games Convention über. Apple hat in diesem Jahr letzmalig an der MACWORLD teilgenommen, weil es eigene Vertriebswege aufgebaut hat und auf Messen verzichten möchte.

Generell werden special events immer wichtiger: Vor nicht ganz zwei Wochen war der Mobile World Congress in Barcelona. Die Messe München plant eine Spezialmesse zur IT-Security. Parallel zur CEBIT findet vom 3. – 5. März die Embedded World in Nurnberg statt.

Nicht nur wegen der Wirtschaftskrise sinken also die Zahlen der Teilnehmerzahlen für die CEBIT. Noch mehr als die SYSTEMS ist sie zu groß, um für Spezialisten interessant zu sein, andererseits sind Messen offenbar nicht mehr wichtig genug, dass auch jeder wirklich dabei sein will. Wenn Apple seine Innovationen unabhängig vom Messezyklus veröffentlichen möchte, können das andere große Player ebenso tun. Wenn aber die großen Player wegbleiben, werden die Veranstaltungen auch für kleine und mittelständische Unternehmen uninteressant.