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Das Tier Mensch – ist die Soziologie endgültig überflüssig?

Der in Ehren ergraute Biologe Desmond Morris ist weniger bekannt, als er sein müsste. Mit seinen Büchern „Der nackte Affe“ und „Das Tier Mensch“ gewährte auf unterhaltsame und amüsante Weise Einblick in die Verhaltensbiologie, in Evolution und instinktgesteuertes Verhalten des Menschen.
Was Richard Dawkins für Religiöse sein mag, dürfte Morris für Pädagogen und Soziologen sein, ein rotes Tuch. Denn Morris versucht in „Das Tier Mensch“ sämtliches Verhalten des Menschen yuv D Evolution, Gene und Instinkt zurückzuführen. Irgendwie ist fast alles auf Sex und Fortpflanzung ausgelegt. Der Mensch ist ein System, dessen einziger Zweck es ist, sich fortzupflanzen und alles, was er tut, ist genau hierauf ausgerichtet. Doch Morris ist auch Künstler und versucht auch, die Kunst aus der Biologie abzuleiten.
Die Soziogogen allerdings beschränken sich in der Regel darauf, die Biologen zu ignorieren. Ihr Versuch, sich zu wehren, fällt eher schwächlich auf, weil sie weder Zeit noch Lust haben, sich in naturwissenschaftliche Sachverhalte einzuarbeiten.
Vor allem die Soziogogen in Deutschland haben das Image des weltfremden Professoren geerbt, der in seiner Einöde komplexe Erklärungs- und Begriffssysteme zu einer Realität schafft, von der kaum jemand weiter weg ist als er.
Dabei liegen die Schwächen von Morris auf der Hand. Nicht alles Verhalten ist aus Sexualverhalten ableitbar. Die Menschen sind – wie in Joachim Bauers Büchern nachlesen kann – weder hundertprozentig genetisch vorbesimmt noch sind sie Wesen mit vollkommen anerzogenem Verhalten. Tatsächlich ist eine Wechselwirkung, Gene können an- und abgedreht werden und dies hängt sehr oft von der Außenwelt ab.