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Digitale Mitbestimmung für Menschen mit Behinderung

Digitale Werkzeuge können auch für Menschen mit Behinderung die Mitbestimmung erleichtern und verbessern:

Politisches Engagement findet zunehmend über das Netz statt. Viele der neuen Möglichkeiten sind auch für Menschen mit Behinderung interessant. Ihre Wege
zur politischen Mitbestimmung sind oft eingeschränkt, weil sie nicht mobil sind oder ihre Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt ist. Weiterlesen

Wasserzeichen und Fingerabdrücke gegen Raubkopien

Neue Ideen braucht das Land, um mit urhbelich geschützten Inhalten umzugehen. Zumindest gibt es Technologien, um solche Kopien fürs erste einmal aufzuspüren.

Das digitale Wasserzeichen wäre so ein System. In Audio- oder Videodateien lassen sich spezfische Singale einbringen, die kaum wieder beseitigt werden können. Die Signale sind unsichtbar und unhörbar, erlauben aber das eindeutige Identifizieren von Inhalten. Einige Hörbüchshops verwenden einen solchen Schutz. Das Wasserzeichen ist mit dem Käufer und Downloader verbunden. Taucht das Stück irgendwo wieder auf, kann er eindeutig als Ursprungsort der Kopie identifiziert werden. Da das Signal an mehreren Stellen eingebracht wird und resistent gegen Veränderungen wie Qualitäts-Absenkung, Tempoänderung oder gar Konvertierung in andere Formate ist, ist es ein sehr sicheres System, dass zudem den Abspielkomfort nicht einschränkt, dazu gibt es einen Test in der aktuellen c´t.

Die Andere Möglichkeit ist ein Fingerabdruck bei Texten. Das System wird hier erklärt . Damit lassen sich vollständig kopierte Texte aufspüren.

Ob das im Artikel erwähnte Geschäftsmodell so bei Texten funktioniert, bleibt abzuwarten, bei anderem Content wie Musik, Video oder Spielen könnte es durchaus funktionieren. Das zeigt einmal mehr, dass Start-Ups mehr Zeit in Innovation als in Anwälte investieren.

UNO startet weltumspannende digitale Bibliothek

Zugleich erfährt jeder, der es wissen möchte, was das Akronym UNESCO bedeutet, nämlich U.N. Educational, Scientific and Cultural Organization. Auf der Seite http://www.wdl.org/ werden künftig die Werke der Menschheit zur Verfügung gestellt. Oben auf der Seite kann man die Sprache aswählen. Interessant daran ist auch, dass das Projekt privat finanziert wurde, wie die Washington Post anmerkt.

Development costs of more than $10 million were financed by private donors, including Google, Microsoft, the Qatar Foundation, King Abdullah University in Saudi Arabia and the Carnegie Corporation of New York. By comparison, the American Memory project cost about $60 million, suggesting that more funds will have to be raised as the World Digital Library expands.

10 Millionen Dollar sind für ein solches Projekt nicht viel, um so bedauerlicher ist es, wie wenig die Staaten bereit sein, ihre Kulturgüter zu digitalisieren. Der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek und der Einsturz des Kölner Stadtarchivs sollte deutlich gemacht haben, wie gefährdet diese Güter in ihrer materiellen Form sind. Mal abgesehen davon, dass ihre Zugänglichkeit für Forscher und Interessierte sehr kostenaufwendig sein kann, wenn sie extra anreisen und sogar übernachten müssen. Forschungsförderung sieht anders aus.

Appell gegen Google Buchsuche veröffentlicht

Eine Reihe deutschsprachiger Wissenschaftler und Publizisten veröffentlichen einen Appell an die Regierungen, gegen die Google-Buchsuche vorzugehen. Unterstützt wird der Appell unter anderem vom Zeitherausgeber Michael Naumann oder von dem Schriftsteller Daniel Kehlmann. Ich bin auf die Kritik hier bereits eingegangen.

Ich bin gestern bei einer Recherche ganz zufällig auf die Google-Buchsuche gestoßen und muß sagen, dass sie verdammt praktisch ist, um wissenschaftliche Literatur zu finden.

Google ist hier in eine Lücke gestoßen, die offensichtlich bestanden hat und welche von europäischen Kulturschaffenden bisher gar nicht gefüllt wurde – oder wird. Auf Europa zu warten ist wie warten auf den Messias.

Man muss nochmals darauf hinweisen, dass Google die Bücher eben nicht kostenlos anbietet, im Gegenteil, neben dem Buch werden Links angeboten, über die man von Dritten die Bücher erwerben kann.

Die Kritik basiert auf dem deutschen Urheberrecht, welches oft mit dem angloamerikanischen Copyright verwechselt wird. Das ist im übrigen kein Wunder, im deutschen Buch steht schließlich auch Copyright und eben nicht Urheberrecht.

Nach deutschem Urheberrecht bleibt das geistige Eigentum am eigenen Werk immer beim Autor. Er kann nur einzelne Rechte wie die Veröffentlichung oder weitere Verwendung an Dritte abgeben.

Im angloamerikanischen Raum hingegen kann man das Recht zur Veröffentlichung und weiteren Verwendung vollständig an Dritte abgeben.

Die Kritik zielt also darauf ab, dass man Google ausdrücklich das Recht einräumen müsste, die entsprechenden Titel einzuscannen und Versionen davon online zur Verfügung zu stellen.

Allerdings fällt die Kritik auf die Kritiker zurück. Warum melden sie sich jetzt und haben nicht vor fünf Jahren bereits auf ihre Rechte gepocht? Warum bieten sie keine brauchbare Alternative zur Google-Buchsuche an? Warum lebt Deutschland in der digitalen Steinzeit, warum muss man die aufwendige Fernleihe in der Bibliothek anzapfen und wochenlang auf wissenschaftliche Titel warten? Warum glaubt man, Bücher müssten als dicke Schwarten in dunklen Bücherregalen verstauben, der Zugang müsse möglichst aufwendig sein und digitale Bücher seien der Tod der deutschen Buch- und Wissensskultur?

Für blinde und sehbehinderte Menschen sind viele Bücher praktisch gar nicht zugänglich. Es gibt rund 50 000 nicht-kommerzielle Hörbücher, die von den Hörbüchereien zur Verfügung gestellt werden. Daneben gibt es eine kurze Zahl kommerzieller Hörbücher, die sich jeder kaufen kann. Dennoch ist das nur ein Bruchteil der tatsächlich verfügbaren Bücher. Hochproblematisch wird es, wenn man wissenschaftliche Literatur haben möchte.

Wenn man die Bücher dann doch irgendwie bekommt, ist es sehr aufwendig, sie zu lesen. Entweder muss sie eingescannt oder aufgelesen werden. Beides ist zeit- und kostenaufwendig.

Edit: Auf netzpolitik.org wird berichtet, der Heidelberger Literaturprofessor Roland Reuß sei wohl der Initiator der Google-Buchsuche-Kritik. Vermutlich hat er Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes“ gelesen.