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Leserbindung durch Communitybuilding

Die meisten Zeitungen haben heute Anhängsel im Internet. Nun ja, vielleicht sind die Printprodukte nun Anhängsel des Webauftritts. Zumindest ist die Zeit vorbei, wo man seine Artikel einfach nur online gestellt hat, als ob das Web aus Texten bestehe.

Was tatsächlich fehlt, ist eine Leserbindung im Web. Die Zeitungen haben es relativ verschlafen, hier frühzeitig anzufangen. Dabei gibt es gute Vorbilder, in Deutschland etwa das Online-Magazin Telepolis. Hier ist an jeden Artikel ein Forum drangehängt, welches nicht immer zu lesen lohnt. Allerdings stehen da gelegentlich auch intelligente Kommentare drin, manche User sind schon seit vielen Jahren dabei und haben mehr Kommentare bei TP hinterlassen als irgend einem anderen Medium.

Geradezu schlabbrig wirken da die angehängten Foren bei welt.de oder taz. Beide haben – und da sind sie in der Online-Zeitungslandschaft keine Ausnahme – kein Management ihrer Community. Die Beiträge werden absteigend hintereinander angezeigt. Spam soll durch Captchas ausgebremst werden, doch das, was durch die Filter kommt, ist qualitativ auch nicht wesentlich besser.

Welt online wimmelt somit von Kommentaren, durch die man sich durchblättern mag – aber wer tut das? Bei der taz hingegen sind Kommentare relativ rar gesät.

Wie das Beispiel Telepolis aber zeigt, ermöglichen Communities eine Leserbindung. In Communties können sich wie im Social Web üblich, Beziehungen entwickeln. Man lernt sich kennen, diskutiert regelmäßig miteinander, freut sich, wenn man sich wieder trifft. Wie im wahren Leben.

Communities sind also nicht nur aufwendige Zeitverschwendung, sie sind praktisch der einzige Weg, die Bindung der Leser zu erhöhen und zu sichern.

Web 2.0 für die Wissenschaft – Foren

In einer Reihe von Beiträgen ging es hier um das Web 2.0 oder Social Web. Dabei wurden vor allem jene Aspekte beleuchtet, die für Privatpersonen interessant sind. Sie stellen im Grunde eine Fortsetzung der Kommunikation aus der Realität dar, wobei sich die Basis und die Reichweite geändert haben, aber im Grunde die selbe Art von Informationen ausgetauscht wird wie im realen Leben.
Doch das Web hat auch ganz praktischen Nutzen. Die Wurzeln des Internet liegen in der Wissenschaft und an den Universitäten. Sein Zweck war der Austausch von Informationen in Foren. Die Zahl der Nutzer war überschaubar, noch überschaubarer war die Zahl der Computer, die Zugang zu diesem Netz hatten.

Ein Forum ist im Grunde der Archetyp des Net und hat sich bis heute gehalten, wenn es heute auch fescher aussieht mit Emoticons, bunten Bildchen und kuriosen Nicknamen.
Foren können zum wissenschaftlichen Austausch genutzt werden. Diskutant A

Mittlerweile kann jeder ein privates Forum betreiben, entweder auf dem eigenen Webspace oder bei kostenlosen Anbietern. Foren sind als dokumentierende Diskussionen ideal, um Thesen mit auserlesenen Menschen – oder mit jedermann – zu diskutieren.
Die Thesen können frei formuliert oder als Essay vorgetragen werden. Jeder sagt seine Meinung, ist aber gezwungen, sich an die Netiquette – sprich, den Web-Knigge – zu halten. Dies ist wesentlich einfacher, wenn die Teilnehmer nicht anonym sind, sondern einander kennen.
Foren sind die vermutlich einfachste, aber dennoch eine der besten Kommunikationsformen im Web. Wer mit Kritik gut umgehen kann, hat hier die Chance, eine einmalige Diskussionskultur zu erleben und seine Thesen unnachahmlich zu verfeinern.

Social Web – Foren

Foren sind eigentlich älter als der Begriff Social Web. Ein Forum ist eine Diskussionsseite, in der eine Person ein Thema eröffnet und andere Personen die Gelegenheit haben, einen Kommentar zu geben, Kritik zu üben oder andere Aspekte zu betrachten und hervorzuheben.Oftmals sind die Foren zu einzelnen Artikeln etwa bei Telepolis interessanter als der eigentliche Artikel.
Viele Foren sehen heute ein wenig seltsam aus, die Beiträge stehen wie bei PHPBB statisch untereinander, gleichzeitig werden Emoticons als animierte Graphiken angeboten. Besser ist bei Diskussionen die Baumstruktur, wie es sie bei Heise gibt, da man hier direkt sehen kann, wer auf wen antwortet.
Die Foren haben mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Die Anonymität führt dazu, dass Trolle sich breit machen: Leute, die provozieren wollen, um die Diskussion zu beenden. Zudem arten Diskussionen auch so in Beschimpfungsorgien aus, da sich die Leute nicht richtig verstehen.
Bei den Foren fehlt einerseits die freundschaftliche Komponente, so dass man glaubt, im beliebigen Tonfall miteinander sprechen zu können. Andererseits fehlt die Face-to-Face-Kommunikation, man kann weder das Gesicht sehen noch die Stimme hören, so dass man nicht weiß, ob jemand gerade einen Scherz macht oder es ernst meint. Die Toticons sind dafür kein brauchbarer Ersatz.
Forenschreiber lassen sich sehr oft am Stil wiedererkennen. Der Stil bekommt hier die gleiche Bedeutung, wie die Kleidung in der Realwelt. In Foren können sich ähnlich gute Kontakte und Freundschaften entwickeln wie etwa bei Facebook oder Twitter.
Im Grunde spiegeln Foren die Realwelt mit ihren unterschiedlichen Rollen wieder. Da ist der Hitzkopf, der Provokateur, der Intrigenschmieder, der Mahner, der Versöhner, der Vermittler…