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Studieren zuhause – Vorlesungen auf dem Sofa hören

Obwohl wir schon von lebenslangem Lernen sprechen, hat sich eigentlich recht wenig in diese Richtung entwickelt. Die autodidaktischen Fähigkeiten werden kaum gefördert. Um so schöner, dass es doch noch einige interessante Angebote gibt, die das Lernen zuhause ermöglichen.

Vorlesung Digitale Medien von Prof harald Sack
Die Vorlesung ist sehr gut zum Einstieg in das Thema digitale Medien, aber eher für Techniker geeignet. Der Screencast wird im topaktuellen RealMedia-Format angeboten.

Prof. Eduard Heindls Vorlesungen zum Online-Marketing
Eine eher allgemein gehaltene Einführung in Suchmaschinenoptimierung, Web Analytics und vieles mehr als mp3 zum Download. Die Sound-Qualität lässt zu wünscen übrig.

Weitere Vorlesungen von Prof. Heindl
Heindl hat weitere Vorlesungen online gestellt. Themen unter anderem Mathematik, die Rolle von Innovationen und Objektorientiertes Programmieren in Java. Die Vorlesungen liegen in mp3 vor, sind aber nicht alle vollständig.

Vorlesung Algorithmen von Prof. Dr. Oliver Vornberger
Die Vorlesung gibt es als FLV, MP4 und MP3. Algoritmen werden anhand von Java eingeführt, die Vorlesung ist wirklich lang.

Selbiger hält eine Vorlesung zu Datenbanken
Ebenfalls in FLV, MP4 und mp3.

Die Dritte Welt wird mobil

Nicht so sehr wegen dem Tata Nano, sondern wegen der großen Verbreitung von Mobiltelefonen. Die Revolution der Kommunikation könnte die wenig entwickelten Länder stärker verändern als 60 Jahre Entwicklungshilfe.
Die Idee des One Laptop per Child ist allerdings bei aller Kritik hervorragend. Dieser Computer kann etwa in Afrika oder Lateinamerika die Kinder in die Lage versetzen, selbstständig zu lernen. Je mehr sie lernen, desto besser sind ihre Chancen auf sozialen Aufstieg. Womitsie im übrigen sehr viel sinnvoller mit ihren begrenzten Ressourcen umgehen als westliche Kinder. E-Learning spielt zumindest in Deutschland eine geringe Rolle.
Die zunehmende Verbreitung des Mobilfunks in Indien und Afrika könnte hier dem mobilen Web zum Durchbruch verhelfen. Das Kernproblem bestand immer darin, dass es für viele Regionen schwierig bis unmöglich ist, Investitionen in die Infrastruktur wie Straßen oder Telefonleitungen zu machen. Einige Länder sind sehr groß, geographisch sehr differenziert und die Besiedlung fällt sehr ungleich aus. Die Einrichtung eines Mobilfunknetzes ist vergleichsweise günstig zu haben.
Stellen wir dann noch vor, dass das Web wieder ein paar Gänge runterschaltet, damit es auch für mobile Geräte einigermaßen verfügbar wird, dann stünde dem Durchbruch des mobilen Web nichts mehr im Wege.
Natürlich ist das Surfen dann nicht ganz billig. Andererseits muss man im Auge behalten, dass zunächst nur die notwendigsten Informationen zur Verfügung gestellt werden würden. Ob das nun Wetterinformationen, Marktpreise, Behördenformulare oder sonstwas sind, schon wenige Informationen können den Status einer Person deutlich verbessern.

Edit: Die Probleme der Telekommunikation beschreibt dieser TR-Artikel anschaulich. Diese Art des organisierten Chaos ist aber typisch für solche Länder, ich kann ähnliches aus Indien berichten. Es reicht aus, einen Blick auf den Straßenverkehr der Metropolen wie Bombay, Goa oder Bangalore zu werfen, um zu wissen, wie andere Bereiche der Gesellschaft funktionieren. Es stellt sich unweigerlich die Frage, warum in diesen Ländern überhaupt etwas funktioniert. Die Einwohner aber sagen, es funktioniert halt.

Lernen im Netz

In der taz erschienen eine Reihe von Artikeln zum Lernen im Web 2.0. Das Netz hält hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten bereit. Die Euphorie erscheint allerdings übertrieben: Einerseits sind die Möglichkeiten, Informationen zu erhalten, enorm gestiegen. Andererseits steigen dadurch aber auch die Anforderungen an die Fähigkeit, die Qualität von Quellen zu beurteilen. Wenn gestandene Studenten aus der Wikipedia zitieren, dann scheint es hier gerade an den klasischen Methodenkenntnissen zu mangeln.

Entscheidend ist also nicht, wo man lernt, sondern wie. Die Fähigkeit, sich Wissen anzueignen, die Urteilskraft zu stärken, die Qualität von Quellen zu beurteilen, verschiedene Standpunkte abzuwägen und Wissen an Dritte weiterzugeben verändert sich nciht dadurch, dass das Web viele Informations- und Verbreitungskanäle anbietet.