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Der Ausverkauf geht nicht weiter – über die Schwierigkeiten, im Internet zu verkaufen

Meine ersten Versuche, Sachen über alternative Plattformen jenseits von Amazon und EBay zu verkaufen, sind kläglich gescheitert. Das lag sicher nicht an den Sachen, die ich verkauft habe: darunter waren immerhin drei aktuelle Hörbücher, die ich sehr günstig angeboten habe.
Ich bin auf eine Reihe zentraler Schwierigkeiten gestoßen:
– Die Plattformen ziehen nicht genug Publikum an. Bei Booklooker kann man sehen, wie oft sich jemand einen Artikel angesehen hat. Dort habe ich in zwei Monaten ähnliche Zahlen erreicht, wie ich sie bei großen Plattformen in wenigen Stunden bekommen hätte.
– Dank mangelnder Verkäufe konnte ich keine gute Reputation aufbauen. Reputation zählt sehr stark bei Verkäufen im Netz von Privat an Privat. Bei drei Bewertungen macht sich aber eine schlechte Bewertung schneller bemerkbar. Und es ist einfacher, sich schlechte als gute Bewertungen einzufangen. Leute, die unzufrieden sind, beschwerden sich tendentiell schneller als zufriedene Leute sich mit einer guten Bewertung bedanken. Dieser Effekt hat sicher einen Namen, ansonsten nenne ich ihn den Oliveira-Effekt.
– Die kleineren Plattformen bieten oft schlechtere Such- und Filterfunktionen an. Bei Booklooker oder Tauschticket gibt es keine einfache Stichworteingabe. Stattdessen gibt es zwei Felder, Autor und Titel. Bei Tauschticket muss man sogar noch zwischen den verschiedenen Kategorien wählen, bevor man irgend welche Suchergebnisse sieht.
– Die Menschen haben offenbar gerne eine dritte Partei, die das Verwalten von Gebühren und Zahlungen übernimmt.
– Es gibt ein Überangebot an Büchern, Musik und Kleinkram. Das Verkaufen wird deshalb vor allem auf Plattformen mit hohen Gebühren wie Amazon komplett uninteressant. Man darf natürlich keine großen Gewinne erwarten, wenn man Taschenbücher verkauft. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, Dinge einzustellen, zu beschreiben, zu verpacken, zu frankieren und zur Post zu bringen, wenn man am Ende 30 Cent mehr auf dem Konto hat.
Wer Spaß am Verkaufen und viel Zeit übrig hat, wird mit den bestehenden Angeboten sicher glücklich werden. Wem es nur darum geht, Platz zu schaffen, der ist mit dem örtlichen Flohmarkt besser bedient. Alternativ bieten sich BLIDAD für Bücher oder ReBuy für Bücher, Filme und Spiele als Verkaufsplattformen an.
An dieser Stelle ein Dankeschön an Blidad und ReBuy. Blidad ist sehr flott, hat nur eines meiner gut ein Dutzend Bücher ausgemustert und bezahlt eine Versandpauschale. Die gesamte Abwicklung hat nur wenige Tage gedauert. ReBuy bietet einen günstigen Versandtarif über DHL und andere Dienste + Paketverfolgung an, sie kaufen neben Büchern auch Hörbücher, Computerspiele, Filme und Musik. Sie kaufen auch Bücher für 1 – 5 Cent an, was sich aber nicht wirklich lohnt. Ab 30 Euro übernehmen sie die Versandkosten. Die Abwicklung hat etwa drei bis vier Werktage gedauert, keiner meiner Artikel wurde abgelehnt. Ich kann beide Plattformen empfehlen.