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Social Web – Beziehungen

Bezeihungen sind im Social Web anders als in der realen Welt, aber keineswegs haben sie eine schlechtere Qualität. Ein Nickname – also ein Pseudonym – hat fast so viel Bedeutung wie ein realer Name. Er hat Wiedererkennungswert.
Es bilden sich Zirkel heruas, in denen einzelne Personen mehr zu sagen haben und denen mehr zugehört wird als Anderen.
Es bilden sich kline Fangemeinden und Dauerfehden heraus.
Es gibt einen Verhaltenscodex, Netiquette genannt, an den man sich halten musss, um akzeptiert zu werden.
Es gibt eine eigene Sprache, die aus Emoticons und Abkürzungen besteht.
Man unterhält sich über Leute, die lange Zeit nichts mehr von sich hören lassen oder vollständig verschwunden sind. Man sucht nach Leuten, die man bereits kennt, nähert sich anderen an, die schon lange dabei sind, die man aber bisher noch nicht wahrgenommen hat.

Man freundet sich an, so weit dies im netz überhaupt möglich ist.

Social Web – Foren

Foren sind eigentlich älter als der Begriff Social Web. Ein Forum ist eine Diskussionsseite, in der eine Person ein Thema eröffnet und andere Personen die Gelegenheit haben, einen Kommentar zu geben, Kritik zu üben oder andere Aspekte zu betrachten und hervorzuheben.Oftmals sind die Foren zu einzelnen Artikeln etwa bei Telepolis interessanter als der eigentliche Artikel.
Viele Foren sehen heute ein wenig seltsam aus, die Beiträge stehen wie bei PHPBB statisch untereinander, gleichzeitig werden Emoticons als animierte Graphiken angeboten. Besser ist bei Diskussionen die Baumstruktur, wie es sie bei Heise gibt, da man hier direkt sehen kann, wer auf wen antwortet.
Die Foren haben mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Die Anonymität führt dazu, dass Trolle sich breit machen: Leute, die provozieren wollen, um die Diskussion zu beenden. Zudem arten Diskussionen auch so in Beschimpfungsorgien aus, da sich die Leute nicht richtig verstehen.
Bei den Foren fehlt einerseits die freundschaftliche Komponente, so dass man glaubt, im beliebigen Tonfall miteinander sprechen zu können. Andererseits fehlt die Face-to-Face-Kommunikation, man kann weder das Gesicht sehen noch die Stimme hören, so dass man nicht weiß, ob jemand gerade einen Scherz macht oder es ernst meint. Die Toticons sind dafür kein brauchbarer Ersatz.
Forenschreiber lassen sich sehr oft am Stil wiedererkennen. Der Stil bekommt hier die gleiche Bedeutung, wie die Kleidung in der Realwelt. In Foren können sich ähnlich gute Kontakte und Freundschaften entwickeln wie etwa bei Facebook oder Twitter.
Im Grunde spiegeln Foren die Realwelt mit ihren unterschiedlichen Rollen wieder. Da ist der Hitzkopf, der Provokateur, der Intrigenschmieder, der Mahner, der Versöhner, der Vermittler…