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Goethe in Love

Der SpOff, der Spiegel Offline berichtete am vergangen Mo., das war der 21.07.2008 über die These des deutsch-ital. Juristen Ettore Ghibellino.

Goethes schmachtendes Liebeswerben war demnach nicht an die junge charlotte von Stein, sondern an die Kunstmäzenin Anna Amalia gerichtet gewesen. Die Herzogin hatte Goethe erst an den Hof geholt und Goethe soo an selbigem bei den Frauen gut Eindruck geschindet haben.

Die WeOn machts nach dem Motto Sex sells und fragt, ob Goethe Geschlechtsverkehr mit Amalia gehabt habe. Was sie das angeht, erzählt sie uns allerdings nicht.
Ettore Ghibellino hat es zumindest geschafft, Goethe in die Schlagzeilen zu bringen und einige Journalisten zu den denkbar dümmsten Überschriften zu reizen. Ähnlich Furore machte vielleicht noch Raul Schrott mit dem noch wesentlich älteren Homer.
Wie dem auch sei: Ettore Ghibellino beruft sich darauf, dass Charlotte so etwas wie die Vertraute Amalias war, die Briefe keine namentliche Anrede haben, von Stein die Anspielungen in den Briefen wegen ihrer Bildung nicht verstehen konnte und das ein offenes Anbändeln von Goethe mit Amalia unschicklich gewesen wäre.
Ein also zur Abwechslung mal lesenswerter Artikel sowie ein Interview mit Ettore Ghibellino im SpOff.
Edit: Um so bedauerlicher übrigens, dass Martin Walser gerade einen schicken Roman über Charlotte und Johann verfasst hat. Wäre Goethe tatsächlich nicht hinter Charlotte her gewesen, der greise Greis stellt der jungen Jungfrau nach, dann wäre dies wohl die größte Fehlinterpretation deutscher Germanistik und alle Annahmen über Goethes Charakter müssten in die Tonne getreten werden.
Und jetzt, wo die Worte “Sex” und “Liebe” in meinem Blog auch vorkommen, haben die Jungs von Porn Digast auch endlich einen Grund, meinen Blog zu besuchen.