Schlagwort-Archive: Flash

Access News vom 15. Juli 2010 – zugängliches Flash

Diese Woche war ich viel unterwegs, aber die einschlägigen News-Seiten haben auch recht wenig in Sachen Barrierefreiheit gemeldet.

Seit Montag gibt es eine Sonderausgabe der ct zum Thema Webdesign. Auf der beiliegenden DVD ist neben einer Reihe von Programmen auch ein kostenloses E-Book mit dem Titel „Barrierefreies Webdesign – zugängliche Websites attraktiv gestalten“ enthalten.

Zugängliches Flash-Spiel

ES geht also doch: Access for All berichtet über ein zugängliches Flash-Spiel>/a>, welches von der Schweizer Postfinance entwickelt wurde. Der Entwickler Sandro Ducceschi berichtet in seinem Weblog über die Herausforderungen des Projekts, allerdings auf Englisch. Gratulation zu diesem vorbildlichen Projekt. Das Spiel EventManager ist hier zu finden, viel Spaß;-)

Access News vom 8. Juli 2010 – blind Auto fahren

Amerikanische Forscher haben Hilfssysteme vorgestellt, mit denen Blinde ein Fahrzeug selbst steuern können. Die Betonung liegt dabei auf steuern, es ist also kein autonomes Fahrzeug:

Ein Team von Wissenschaftlern um Dennis Hong, der das Robotics and Mechanisms Laboratory des Virginia Tech leitet, will es mit technischen Hilfsmitteln
ausrüsten, die sie nichtvisuelle Schnittstellen nennen. Sie sollen es Blinden und Sehbehinderten ermöglichen, das Auto zu steuern. Hinzu kommt eine vibrierenden Weste, die die Geschwindigkeit anzeigt. Das Lenkrad liefert akustische Hinweise darauf, wie weit der Fahrer eingeschlagen hat.

Das klingt zur Abwechslung mal wirklich spannend. Ich hatte selbst schon mal überlegt, wie ein akkustisches Orientierungssystem für blinde Fußgänger aussehen könnte. Autos erfordern wegen der hohen Geschwindigkeit und der Vielfalt an Informationen ganz neue Herangehensweisen. Auch wenn das Golem-Forum stellt die Bibliothek IAccessible2 unter eine BsD-Lizenz, sie soll die Barrierefreiheit von Windows-Anwendungen verbessern.

Jaws 11 ist da

Jaws 11 ist erschienen. Bahnbrechende neue Features sind nicht anzutreffen, ein paar Verbesserungen hier und da, ein wenig mehr Unterstü
tzung für ARIAA, das wars.

BIENE-Countdown

Noch bis zum 15. Juli können sich barrierefreie Websites um eine BIENE bewerben. In diesem Jahr suchen die Veranstalter nach gut gelungenen Websites mit komplexen Transaktionen.

Blinde und Werbeblocker

Bei t3n erschien ein Artikel über die negativen Auswirkungen von Werbeblockern.

Es ist weniger der Nervfaktor, der die Werbung untragbar macht. Tatsächlich ist Werbung der falsche Name für die Technik, die da zum Einsatz kommt. Sieht man von Sicherheitsaspekten ab, sind JavaScript und mehr noch Flash die häufigsten Ursachen von Browserabstürzen. Ob nun die Werbebanner schlecht programmiert wurden oder der Browser Schrottt ist, das kommt auf das selbe heraus: Mit Flash-Blocker und NoScript verringern vor allem Blinde das Risiko eines Browserabsturzes. Für uns kommt der Screenreader als zusätzlicher Störfaktor dazu. Dessen Zusammenspiel mit anderen Programmen wie eben dem Browser oder dem Acrobat Reader ist die häufigste Ursache für Programmabstürze bei Computern mit Hilfssoftware. Da die meisten Firmen ohnehin auf Blinde Kunden verzichten zu können glauben, ist es um das deaktivierte Flash ohnehin nicht schade. Schlimmer sieht es bei JavaScript aus, das kann ja durchaus zur Barrierefreiheit beitragen, außerdem funktionieren einige Seiten mit deaktiviertem JavaScript gar nicht.

Dennoch halte ich NoScript und ähnliche Blocker für unumgänglich, denn einige Seiten meinen es zu gut mit externen scripts. Der Blinde muss aber warten, bis Facebook, Google Analytics und Exotischeres nachgeladen wurde, was mitunter recht viel Zeit kosten kann. Jaws zumindest liest die Seite erst vor, wenn sie komplett geladen wurde.
Es gibt für uns keinen Grund, diese Zumutung hinzunehmen, kaum ein Sehender würde 20 Sekunden auf eine Website warten, warum sollten wir das tun?

Der Tod von Flash?

Flash ist für blinde Nutzer ein stetiges Ärgernis. Vor ein paar Stunden wollte ich einen Artikel lesen, habe aber den Inhalt nicht finden können.

Irgendwann stieß ich darauf, dass der eigentliche Artikel in einer Flash-Animation steckte, die sich meinem Screenreader entzog.
Tatsächlich gibt es recht viele Inhalte, die sich in Flash verstecken.

Das dürfte in nächster Zeit zu gewaltigem Ärger führen, denn die
meisten Smartphones unterstützen Flash nur unzureichend. Zudem gilt Flash als energiehungrig, was bei Mobiltelefonen nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt. Für die Tablets gilt ähnliches. Bessere Akkus +
längere Laufzeit sind das eine, aber Flash ist für solche Geräte bisher ungeeignet.
Der Fairness halber sollte man sagen, dass das nicht nur Adobes Schuld ist: Vektorgraphiken sind imGrunde recht schlank, was faule und schlechte Programierer aus Flash machen, ist etwas anderes.
Interessant wird es, wenn die komplette Website aus Flash besteht wie die Seite der „Pinakothek der Moderne“.
Zumindest dafür sollte man Steve Jobs danken. Indem er Flash aus dem iPad aussperrte, hat er den mobilen Surfern – allen mobilen Surfern – einen Riesengefallen erwiesen. Und auch den Website-Betreibern, die sich frühzeitig umstellen können.
Denn Fakt ist, auf eine Seite, die den Akku leer saugt, wird man nicht
zurück kehren. Das gehört zu den „bad experience“, welche die User in Scharen davon treiben. Bis heute scheinen einige Webdesigner zu
glauben, 1024 x 768 Pixel würden auf einem 3-Zoll-Display besonders
gut rüberkommen. Und da sowieso jeder DSL und viel Zeit hat, kann man die Bilder auch direkt von der Kamera auf die Website stellen. Und natürlich finden Suchmaschinen-Bots Inhalte besonders gut, wenn sie in binären Dateien versteckt sind.
Das ändert sich aber spätestens dann, wenn der Chef die eigene Website auf seinem PDA anguckt und dabei das Firmenlogo sieht und sich einen Daumen beim horizontalen und vertikalen Scrollen bricht. Kundenservice sieht anders aus.
Vielleicht verstehen die Webdesigner dann auch den tieferen Sinn von
Geräteunabhängigkeit und offenen Standards und vielleicht wird Adobe das auch irgendwann verstehen.

Werkzeuge zur Barrierefreiheit von Web- und anderen Inhalten

Hier eine kleine Sammlung von Werkzeugen, die Inhalte zugänglich machen können. Wer etwas ergänzen möchte, kann das gerne über die  Kommentarfunktion tun. Diese Tools sind vor allem für Sehbehinderte und Blinde interessant. Leider kann ich mangels eigener Erfahrung keine Werkzeuge für andere Behinderte empfehlen.
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass Urheberrechte und Copyrights zu beachten sind, wenn etwa Videos oder PDFs heruntergeladen oder umgewandelt werden.

Screenreader für Windows
Es gibt zwei freie Screenreader für Windows, die auch Deutsch „sprechen“

Thunder
http://www.screenreader.net/

NVDA Non-visual Desktop Access
http://www.nvda-project.org/

Die Betriebssysteme Ubuntu und Knoppix offerieren mit Orca und ADRIANE eine eingebaute Screenreaderlösung. Apples aktuelles Betriebssystem Mac OS X 10.6 und höher hat ebenfalls einen Screenreader namens VoiceOver an Bord.

YouTube per Tastatur steuern

Accessible Interface to YouTube
http://tube.majestyc.net/

EasyYoutube
http://icant.co.uk/easy-youtube/

Video2mp3 – Videos verschiedener Plattformen in mp3 umwandeln und  herunterladen
http://www.video2mp3.net/

Accessible Twitter
http://www.accessibletwitter.com/

Videos in MP3 herunterladen kann man auch mit dem Programm Free Youtube to mp3 converter von der Firma DVD Videosoft
http://www.dvdvideosoft.com/products/dvd/Free-YouTube-to-MP3-Converter.htm
Vorsicht bei der Installation, das Programm bringt eine unsinnige Toolbar huckepack mit, die sich in den Browser einklinkt und sich schwer wieder entfernen lässt. Bei der Installation sollte man den entsprechenden Haken entfernen.

PDFs lesen
Wer einen einfacheren Zugang zu PDF-Dateien haben möchte, kann die
HTML-Ansicht von Google verwenden, die sich früher unterhalb des PDF-Dokuments befand. Mittlerweile ist sie hinter dem Punkt „Schnellansicht“ verborgen, wo man eine reine HTML-Ansicht auswählen kann.

PDFill – PDF Tools
http://www.pdfill.com/
Eine sehr schöne mit Tastatur bedienbare Sammlung von PDF-Werkzeugen. Sehr schön ist die Möglichkeit, unnötigen Nutzersperren zu entfernen und damit PDFs für den Screenreader zugänglich zu machen.

WebVisum – Erweiterung für den Firefox
http://www.webvisum.com/
Der Firefox ist mit aktuellen Screenreadern zugänglich. Mit der Erweiterung WebVisum kann man ein paar Features nachrüsten wie das Lesen von CAPTCHAS.

Eine Sammlung nützlicher und blindengerechter Programme gibt es hier
http://www.iscb.de/downloads/winindex.htm

Wer weitere Tipps hat, immer her damit.

Kleine Anmerkung: Ich muss mich dafür entschuldigen, dass die Links nicht anklickbar sind. Ich dachte eigentlich, WordPress würde automatisch anklickbare Links generieren. Ich werde das so bald wie möglich in Angriff nehmen.

SEO leicht gemacht – Suchmaschinenoptimierung für alle I

Die Kunst der Suchmaschinenoptimierung erfordert Phantasie, Geduld, Gründlichkeit und viel viel Gefrickel. Wir fangen mit dem an, was man nicht tun sollte.

Zunächst zwei Warnungen:

– Man sollte nicht versuchen, eine Suchmaschine zu manipulieren. Das kommt früher oder später raus und kann schlimmstenfalls zum temporären oder kompletten Verschwinden aus dem Index führen. Google bietet extra einen Petzlink an. Wer dort einmal drin war, kann seine Domain direkt löschen lassen, sie ist verbrannt.

2. Man sollte nicht für eine bestimmte Suchmaschine optimieren. G ist zwar Marktfüher, meiner Ansicht nach werden sich aber früher oder später Spezialsuchmaschinen durchsetzen. Übrigens hat google vor allem in den Deutschland einen wahnsinnigen Marktanteil. In den USA sind Yahoo und Live sehr stark.

Für Suchmaschinenbots gibt es zwei Ebenen: Die Inhaltsebene und die Strukturebene.

Auf der Inhaltsebene ist es wichtig zu wissen, dass Suchmaschinen derzeit keine graphischen Elemente durchsuchen können, also keine Fotos, Flash-Elemente oder gar Audio/Video oder JavaScript.

Auf der Strukturebene – also dem HTML-Code – ist ebenfalls Text entscheidend. Hier muss der Text an der richtigen Stelle stehen, es gibt spezielle Attribute und Tags, die hier ausgewertet werden.

Die Überschriften <h1> – <h6>

Die Hervorhebungen <i> italic = kursiv, <b> – bold = fett, <u> – underline = unterstrichen (Achtung, hier besteht Verwechselungsgefahr mit Links), <blockquote> – Zitat, <ul> für Listen, <big>, <strong>, <p> für Absätze.

Weitere Artikel
Textarbeit

SEO IV – die Technik

SEO leicht gemacht III – Verlinkungen

SEO für alle II – die Inhaltsebene

Die Sünden des Webdesign

Bei einer Website kann man viel falsch machen. Es gibt die mittlerweile ein wenig angestaubten schlechten Regeln des Webdesign. Angestaubt, weil heute hoffentlich niemand mehr HTML für das Design verwendet, aber auch, weil moderne Multimediaelemente kaum behandelt werden.

Wer tiefer einsteigen will, kann sich Thomas Wirths „Missing Links“ oder Jacob Nielsens Werke anschauen.

Das Problem heute ist Unübersichtlichkeit, zu kleine Schriften, übergroße Banner, die einen Besucher zum Scrollen zwingen und relevanten Content verbergen.

Ein weiteres Problem sind Flash-Animationen und JavaScript-Banner, die sich vor Text schieben und weggeklickt werden wollen.

Dass etwa Freemailer oder andere kostenlose Dienstleister Werbung schalten müssen, liegt auf der Hand. Dass sie sich dabei penetrant in der Vordergrund schieben, teilweise mit unerwünschtem Sound untermalt sind, dass sie niemals zu blinken aufhören ist nicht unbedingt notwendig.

Schließlich lenkt Bewegung im Gesichtsfeld ab. Würde die Werbung irgendwann zu flackern aufhören, hätte sie auch eine Chance, nicht nur als Ärgernis wahrgenommen zu werden. Im Sinne der Werbepsychologie kann dies im Grunde auch nicht sein. Das beworbene Produkt wird hier schließlich mit negativen Emotionen assoziiert.

Der Grund, warum viele Webuser das Flash-Plugin blockieren besteht darin, dass es nicht vernünftig konfiguriert werden kann. Es ist standardmäßig so eingestellt, dass eine Animation in der höchsten Auflösung endlos wiederholt wird. Da Flash und JavaScript clientseitig – also vom Userrechner – ausgeführt werden, fressen sie Prozessor-Leistung. Bei Notebooks fängt oft die Lüfter an zu laufen, was kein gutes Zeichen ist.

Problematisch und störend sind auch Pop-Ups, seien sie gedacht zur Begrüßung des Besuchers – vollkommen unnötig – oder um Umfragen anzukünden – die besser auf der Website selbst aufgehoben wären.

Viele Webprogrammierer bedenken nicht, dass clientseitiges Scripting via Ajax, Java, JavaScript oder Flash dem Nutzer Ärger verursacht, weil die Seite zu langsam lädt oder der Lüfter des Notebooks anspringt. Ob man hier nicht mit einer spartanischeren Site mehr Pluspunkte erhält?

Vollends zum Wahnsinn kann eine Seite treiben, die komplett in Flash geschrieben ist oder Einem keinerlei Hinweis darauf offenbart, wo man eigentlich hinklicken soll, damit es mal weiter geht. Einen Vorgeschmack auf den Horror der Picture Show liefert die aktuelle Toursite der Show. Sicherlich asthetisch gut gemacht, aber Usability wurde hier außen vor gelassen. Und auch Google scheint die Site nicht zu mögen, denn sie landet im deutschsprachigen Raum nicht auf den ersten zehn Plätzen.

Endgültig überflüssig sind Begrüßungsstartseiten und Begrüßungsanimationen. Ein „Klicken Sie hier, um die Animation zu überspringen“ dürfte den genervten User eher dazu verleiten, das Fenster zu schließen, als tatsächlich irgendwo drauf zu klicken.

Es ist das alte leidige Thema: Usability = Suchmaschinenoptimierung = Barrierefreiheit.

Google dürfte eine der meistbesuchten Sites des Web sein. Es könnte sich sicher die besten Designer im Business leisten. Dabei kommt Googles Webauftritt betont schlicht daher: wenige Grafiken, wenige Links auf der Startseite, keine Flash-Animationen.