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Doing Web – das Social Web als Do-it-your-self

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Der Computer hat aus jedem Menschen einen potentiellen Künstler gemacht – sofern er einen Computer hat, die richtige Software und ein wenig Geschick und Geduld.
Das Social Web macht es nun auch noch möglich, das Produzierte online zu stellen. Wer mit einer billigen Digitalkamera oder DigiCam ausgestattet ist, kann halbwegs gute Fotos erstellen oder gar Videos produzieren.
Das zu Yahoo gehörende Foto-Blog Flickr erfreut sich enormer Beliebtheit – ein wenig merkwürdig, denn hier gibt es fast nur fotos. Mittlerweile gibt es allerdings auch kurze Videos. Die Qualität, Ästhetik oder gar Relevnz der Fotos ist vollkommen unterschiedlich, vielleicht liegt gerade darin der Reiz des Foto-Blogs, dass man sowohl auf Kiesel- als auch auf Edelsteine treffen kann.
Weit aufwendiger ist die Erstellung guter Videos: YouTube ist hier Vorreiter, was das Ausstellen angeht. Videos schwanken naturgemäß in ihrer Qualität noch wesentlich stärker als Fotos, da hier wesentlich mehr Elemente ins Spiel kommen: Licht, Bewegung, Ton, Sprache… Dennoch ist YouTube sicherlich eine der erfolgreichsten Seiten im Internet überhaupt. Hier gibt es z. B. ein handwerklich gut gemachtes Video, welches die Produktion von Web 2.0 deutlich macht.

Für Musik und Literatur gibt es interessanterweise noch keine Plattformen, die sich solcher Beliebtheit erfreuen wie Flickr und YouTube. Dabei kostet ein gutes Musikstück oder Literatur ebensoviel Arbeit, verlangt wesentlich weniger Speicherplatz und ist auch schneller verbreitet.
Zudem ist keine der Plattformen gut geschützt. Fotos runterzuladen ist keine große Sache, aber auch für YouTube existieren Tools, die das Downloaden kinderleicht machen.
Was treibt die Leute also dazu, trotzdem mitzumachen?
Es dürfte vor allem der grenzenlose Narzissmus sein, der in unserer Gesellschaft fest verankert ist. Der Glaube, das eigene verwackelte Partyvideo möge alle Anderen auch interessieren, scheint weit verbreitet zu sein.
Eine nicht zu unterschätzende Komponente ist jedoch, dass in jedem Mensch ein Künstler steckt, wie schon Beuys sagte. Ob man damit Geld verdient, ob es allen gefällt, ob es handwerklich gut ist, ist dabei sekundär.