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Die Finanzkrise – weshalb, warum, wohin?

Die Finanzkrise ist in aller Munde, doch ihre Ursachen sind noch immer schleierhaft. Die Wirtschaftslehre kommt noch immer wie die meisten Wissenschaften im komplexen Hyperjargon daher.

Dabei ist die Theorie an sich ganz simpel, komplex sind lediglich die Erklärungs- und Berechnungsmodelle der Wirtschaftslehre.

Atem hol – Die Wirtschaft basiert auf dem Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Der liberalen Wirtschaftstheorie zufolge pendelt sich ein bestimmter Preis für Waren, Dienst- und Arbeitsleistungen aller Art ein. Dieser Preis hängt von Angebot und Nachfrage ab.

Neben den drei bekannten “großen” Marktsystemen Agrarwirtschaft, Industrie und Information und Dienstleistungen gibt es einen vierten Markt, den Finanzmarkt.

Für den Finanzmarkt sollten prinzipiell die gleichen Regeln gelten wie für die anderen Märkte. Der Finanzmarkt hat aber das Problem, dass er Werte schafft, denen keine Waren und keine Arbeit gegenüber stehen. Wie macht er das?

Am Finanzmarkt spekulieren die Akteure darauf, wie sich Preise für reale Waren und Dienstleistungen entwickeln. Die berühmten Hedgefonds sind prall gefüllt mit Geld, oftmals Rentenersparnisse oder andere Vermögenswerte. Diese Masse an Geld wird zum Beispiel dazu verwendet, darauf zu spekulieren, dass eine bestimmte Währung steigt oder fällt.

Wenn sie steigt, verkaufen die Hedgefonds ihre Devisen und erhalten einen satten Gewinn. Der Asienboom, der vor zehn Jahren bereits einen harten Crash erlebte, wurde maßgeblich dadurch verursacht, dass viele große Hedgefonds gleichzeitig ihre Devisenanteile – also die Fremdwährung, die sie gekauft hatten – auf den Markt warfen.

Wenn aber die Geldmenge steigt, ohne dass dem mehr Waren oder Dienstleistungen gegenüber stehen, spricht man von Inflation. Inflation bedeutet, dass man für sein Geld immer weniger Waren bekommt, dass es quasi an Wert verliert, während man es in Brieftasche mit sich rumträgt.