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Steigt das Silicon Valley in die Umwelttechnik ein?

Nicht alles, was einen grünen Anstrich hat, ist auch umweltfreundlich oder sinnvoll. Ob Biokraftstoffe, die Brennzellentechnik, Photovoltaik in Deutschland, die Interessen sind in allen Bereichen von der Wirtschaft und nicht vom Umweltgedanken geprägt.
Dabei ist die Wirtschaft nicht unbedingt schlecht, man sollte nur vorsichtig sein, wenn man Statements dieser Industrie hört: Längst haben sich in Deutschland große Lobbys rund um Solar- und Windenergie organisiert, die vor allem von Erneuerbare-Energien-Gesetz profitiert haben. In diesem Sinne sind die Diskussionen rund um die Subventionierung der Erneuerbaren zu sehen. Es geht um einen Wirtschaftszweig, der seine Subventionen erhalten möchte und dabei von einem grünen Image profitieren möchte.
Oft sind die Amerikaner nicht die Ersten, die eine große Erfindung machen. Die Amerikaner beherrschen aber das Marketing und die Herstellung marktreifer Produkte noch immer besser als die Europäer.
Ein lesenswerter Artikel in der FAZ zeigt, dass die IT-Branche im sagenumwogenen Silicon Valley stagniert. Neue Chancen könnten ausgerechnet in der grünen Ökonomie liegen:

Hancock sieht allgemein die größte Hoffnung der Region nicht mehr so sehr wie früher in den Bereichen Informationstechnologie und Internet, wo es nach seiner
Auffassung Sättigungserscheinungen gibt. Aussichtsreicher seien vielmehr grüne Technologien, die mit alternativer Energiegewinnung und anderen umweltorientierten
Bereichen zu tun haben. Das Silicon Valley habe schon heute eine starke Position in der Solarindustrie oder bei alternativen Fahrzeugantrieben wie Elektroautos.

Bill Gross ist bereits aus der New Economy bekannt und investiert breit in kostengünstige Anlagen für Solarthermie, nachzulesen in einem Artikel der Technology Review.
Interessanterweise sieht er kaum Chancen in der Photovoltaik, die in Deutschland dominant ist. Auch wenn die Leistung der Solarzellen ständig verbessert wird stellt sich die Frage, ob Solarstrom in sonnenreicheren Gebieten nicht besser produziert werden kann.
Generell ist nichts gegen Subventionen oder Anschubfinanzierung durch den Staat einzuwenden. Ohne dies hätte es kaum jemals Atomkraftwerke gegeben. Dabei muss man allerdings darüber nachdenken, ob diese Technik tatsächlich eine Chance hat, eine echte Alternative zu werden. Die Amerikaner haben den Vorteil, dass sie sehr viel Geld in die Hand nehmen, um günstige Produkte in Masse auf den Markt zu bringen. Von solchen günstigen Alternativen zu Großanlagen könnten auch die sonnenreicheren, aber ärmeren Länder in Asien und Afrika profitieren.

CEBIT noch zukunftsfähig?

Der Gouverneur von Kalifornien und die Bundeskanzerlin geben sich auf der diesjährigen CEBIT ein Stelldichein. Die weltgrößte Computermesse öffnet heute abend ihre Türen, zumindest für Arnold Schwarzenegger, Angela Merkel und die erwählten VIPs, die dem Spektakel zusehen darf.

Morgen gehts dann los, Themen sind Green IT, die “Handy-Hits der nächsten Generation”, Open Source und Web 2.0. Wem das bekannt vorkommt, die SYSTEMS, die letztes Jahr ihre Tore für immer schloß, hatte die gleichen Themen.

Aber auch so haben die Computermessen zu kämpfen. Die Unterhaltungsindustrie wandert zur IFA oder zu Spezialmessen wie der Games Convention über. Apple hat in diesem Jahr letzmalig an der MACWORLD teilgenommen, weil es eigene Vertriebswege aufgebaut hat und auf Messen verzichten möchte.

Generell werden special events immer wichtiger: Vor nicht ganz zwei Wochen war der Mobile World Congress in Barcelona. Die Messe München plant eine Spezialmesse zur IT-Security. Parallel zur CEBIT findet vom 3. – 5. März die Embedded World in Nurnberg statt.

Nicht nur wegen der Wirtschaftskrise sinken also die Zahlen der Teilnehmerzahlen für die CEBIT. Noch mehr als die SYSTEMS ist sie zu groß, um für Spezialisten interessant zu sein, andererseits sind Messen offenbar nicht mehr wichtig genug, dass auch jeder wirklich dabei sein will. Wenn Apple seine Innovationen unabhängig vom Messezyklus veröffentlichen möchte, können das andere große Player ebenso tun. Wenn aber die großen Player wegbleiben, werden die Veranstaltungen auch für kleine und mittelständische Unternehmen uninteressant.

Grün, sicher, kommunikativ

Die IT-Messe SYSTEMS setzt in diesem Jahr auf die – nicht ganz neuen – Themen Green IT, Unified Communications und IT-Security. Die SYSTEMS scheint sich allmählich in Richtung breite Nutzerschaft zu entwickeln. Schließlich haben Themen wie Navigation, grünes Rechenzentrum und IT-Security nicht originär mit Unternehmen zu tun. Da passen eher kryptische Namen wie ERP, CRM und BI.
Da abgesehen von einer Hand voll Spezialisten und Anwendern niemand so genau weiß, was sich hinter diesen Abkürzungen verbirgt, zielt die Themensetzung auf einen breiten Bereich.
In Zeiten der Finanzkrise kann es schon als Erfolg gelten, dass eine Messe nicht glatt komplett ausfällt, wie in Spanien jüngst geschehen.