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Iconic Turn

Die ikonische Wende in der Philosophie ist der Versuch, eine Theorie des Bildes zu entwickeln. Zuvor gab es den Linguistic Turn. Die Sprachliche Wende war notwendig, um die Probleme der Definition von Begriffen zu beherrschen.
Man kann das an enem einfachen Beispiel erklären: Nehmen wir an, wir haben einen Computer. Dieser Computer wird nach und nach umgerüstet, Einzelteile werden entnommen und neue hinzugefügt. Am Ende wird das ganze in ein neues Gehäuse eingebaut und von dem ursprünlichen computer bleibt keine Komponente mehr. Entspricht dieser Computer jetzt dem alten Comuter, ist es ein vollkommen neuer Computer. Und wenn er neu ist, wann genau hat er den Zustand erreicht, dass er nicht mehr der alte computer ist?
Der im philosophischen Denken Geschulte erkennt sofort, dass wir ein Definitionsproblem vorliegen haben. Was ist alt, was ist neu und welches Kriterium ist ausschlaggebend?
Die meisten Diskussionen laufen nicht nach strengen Regeln ab, so dass die Redner aneinander vorbei reden, weil ihre Begrifflihckeiten schlicht ungenau sind.
Der Iconic Turn muss etwas ähnliches für die Bilderwelt darstellen. Mittlerweile muss auch darüber diskutiert werden, wie lange ein bild „wahr“ ist, wie viel Manipulation zulässig ist und wie viel Interpretationsqualität neue Verfahren wie die Magnetresonanztomographie zulassen, die unter anderem dazu eingesetzt werden, das Denken, Fühlen und Handeln direkt im Hirn zu betrachten.
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