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Wie viele User haben JavaScript abgeschaltet?

Eine spannende Frage für Webentwickler ist die Frage, wie viele Nutzer JavaScript – absichtlich oder unabsichtlich – abgestellt haben. Ich habe in meinem Browser NoScript aktiviert, wodurch alle JavaScripts erst einmal blockiert werden. Das hat weniger sicherheitsrelevante als rein praktische Gründe. Screenreader-Nutzer müssen warten, bis eine Website komplett geladen ist. Wer einmal einen Blick auf seine Statusleiste unten im Browser wirft und JS aktiviert hat stellt fest, dass alle kommerziellen Seiten einen Rattenschwanz an externen JavaScripts mit sich schleppen. So kann es mal 10 bis 20 Sekunden dauern, bis die Seite komplett geladen ist und ich sehe nicht ein, warum ich so lange warten sollte, wenn alle anderen schon loslesen können.

Yahoo zufolge haben in den USA rund 2 Prozent der Surfer JavaScript abgeschaltet. Das sind rund doppelt so viele wie im Rest der Welt, wo die Werte um 1 Prozent kreisen.

Dazu muss man allerdings sagen, dass Yahoos Erhebungen nur für seine eigenen Seiten gelten. Yahoo ist in Deutschland nicht so populär wie in den USA, es stellt sich also die Frage, wie repräsentativ die Daten sind.

Angesichts der hohen Verbreitung von Firefox in Deutschland würde ich hierzulande auch von rund 2 Prozent JavaScript-Muffeln ausgehen. Falls jemand genaueren Zahlen hat, freue ich mich über einen Hinweis. An anderer Stelle hatte ich schon gezeigt, dass einige Websites es mit solchen Verweigerern nicht so gut meinen.

Ich bin allerdings ein Freund von Progressive Enhancement. Das heißt, man soll jenen, welche die Möglichkeit haben, es zu nutzen auch Funktionen bereit stellen, wenn andere sie nicht nutzen können. Wenn die BITV vorschreibt, dass man keine Funktionen realisieren soll, für die es keine Fallback-Lösung für Hilfstechnologien gibt, macht sie indirekt barrierefreie Webseiten unattraktiv.

Um aber möglicher Kritik vorzubeugen. Natürlich sollen alle Grundfunktionalitäten einer Seite zur Verfügung stehen, wenn JavaScript abgeschaltet ist. Das betrifft Shopping bei Shops, Online-Banking bei Banken, Fahrplansuchen bei Verkehrsmitteln oder Jobsuchen bei Jobsuchmaschinen. Das kann man schlicht deshalb fordern, weil das alles auch ohne JavaScript und mit bewährter Technik funktioniert. Wir reden hier aber von Zusatzfunktionen wie Auto-Complete bei Suchfeldern, client-seitige Formularvalidierung oder WYSIWYG-Editoren, die sich mit reinem HTML gar nicht oder nur schwer umsetzen lassen.

zum Thema Progressive Enhancement gibt es einen interessanten englischen Beitrag von Christian Heilmann als Audio und als Präsentation.

SEO leicht gemacht – Suchmaschinenoptimierung für alle I

Die Kunst der Suchmaschinenoptimierung erfordert Phantasie, Geduld, Gründlichkeit und viel viel Gefrickel. Wir fangen mit dem an, was man nicht tun sollte.

Zunächst zwei Warnungen:

– Man sollte nicht versuchen, eine Suchmaschine zu manipulieren. Das kommt früher oder später raus und kann schlimmstenfalls zum temporären oder kompletten Verschwinden aus dem Index führen. Google bietet extra einen Petzlink an. Wer dort einmal drin war, kann seine Domain direkt löschen lassen, sie ist verbrannt.

2. Man sollte nicht für eine bestimmte Suchmaschine optimieren. G ist zwar Marktfüher, meiner Ansicht nach werden sich aber früher oder später Spezialsuchmaschinen durchsetzen. Übrigens hat google vor allem in den Deutschland einen wahnsinnigen Marktanteil. In den USA sind Yahoo und Live sehr stark.

Für Suchmaschinenbots gibt es zwei Ebenen: Die Inhaltsebene und die Strukturebene.

Auf der Inhaltsebene ist es wichtig zu wissen, dass Suchmaschinen derzeit keine graphischen Elemente durchsuchen können, also keine Fotos, Flash-Elemente oder gar Audio/Video oder JavaScript.

Auf der Strukturebene – also dem HTML-Code – ist ebenfalls Text entscheidend. Hier muss der Text an der richtigen Stelle stehen, es gibt spezielle Attribute und Tags, die hier ausgewertet werden.

Die Überschriften <h1> – <h6>

Die Hervorhebungen <i> italic = kursiv, <b> – bold = fett, <u> – underline = unterstrichen (Achtung, hier besteht Verwechselungsgefahr mit Links), <blockquote> – Zitat, <ul> für Listen, <big>, <strong>, <p> für Absätze.

Weitere Artikel
Textarbeit

SEO IV – die Technik

SEO leicht gemacht III – Verlinkungen

SEO für alle II – die Inhaltsebene

Die Sünden des Webdesign

Bei einer Website kann man viel falsch machen. Es gibt die mittlerweile ein wenig angestaubten schlechten Regeln des Webdesign. Angestaubt, weil heute hoffentlich niemand mehr HTML für das Design verwendet, aber auch, weil moderne Multimediaelemente kaum behandelt werden.

Wer tiefer einsteigen will, kann sich Thomas Wirths „Missing Links“ oder Jacob Nielsens Werke anschauen.

Das Problem heute ist Unübersichtlichkeit, zu kleine Schriften, übergroße Banner, die einen Besucher zum Scrollen zwingen und relevanten Content verbergen.

Ein weiteres Problem sind Flash-Animationen und JavaScript-Banner, die sich vor Text schieben und weggeklickt werden wollen.

Dass etwa Freemailer oder andere kostenlose Dienstleister Werbung schalten müssen, liegt auf der Hand. Dass sie sich dabei penetrant in der Vordergrund schieben, teilweise mit unerwünschtem Sound untermalt sind, dass sie niemals zu blinken aufhören ist nicht unbedingt notwendig.

Schließlich lenkt Bewegung im Gesichtsfeld ab. Würde die Werbung irgendwann zu flackern aufhören, hätte sie auch eine Chance, nicht nur als Ärgernis wahrgenommen zu werden. Im Sinne der Werbepsychologie kann dies im Grunde auch nicht sein. Das beworbene Produkt wird hier schließlich mit negativen Emotionen assoziiert.

Der Grund, warum viele Webuser das Flash-Plugin blockieren besteht darin, dass es nicht vernünftig konfiguriert werden kann. Es ist standardmäßig so eingestellt, dass eine Animation in der höchsten Auflösung endlos wiederholt wird. Da Flash und JavaScript clientseitig – also vom Userrechner – ausgeführt werden, fressen sie Prozessor-Leistung. Bei Notebooks fängt oft die Lüfter an zu laufen, was kein gutes Zeichen ist.

Problematisch und störend sind auch Pop-Ups, seien sie gedacht zur Begrüßung des Besuchers – vollkommen unnötig – oder um Umfragen anzukünden – die besser auf der Website selbst aufgehoben wären.

Viele Webprogrammierer bedenken nicht, dass clientseitiges Scripting via Ajax, Java, JavaScript oder Flash dem Nutzer Ärger verursacht, weil die Seite zu langsam lädt oder der Lüfter des Notebooks anspringt. Ob man hier nicht mit einer spartanischeren Site mehr Pluspunkte erhält?

Vollends zum Wahnsinn kann eine Seite treiben, die komplett in Flash geschrieben ist oder Einem keinerlei Hinweis darauf offenbart, wo man eigentlich hinklicken soll, damit es mal weiter geht. Einen Vorgeschmack auf den Horror der Picture Show liefert die aktuelle Toursite der Show. Sicherlich asthetisch gut gemacht, aber Usability wurde hier außen vor gelassen. Und auch Google scheint die Site nicht zu mögen, denn sie landet im deutschsprachigen Raum nicht auf den ersten zehn Plätzen.

Endgültig überflüssig sind Begrüßungsstartseiten und Begrüßungsanimationen. Ein „Klicken Sie hier, um die Animation zu überspringen“ dürfte den genervten User eher dazu verleiten, das Fenster zu schließen, als tatsächlich irgendwo drauf zu klicken.

Es ist das alte leidige Thema: Usability = Suchmaschinenoptimierung = Barrierefreiheit.

Google dürfte eine der meistbesuchten Sites des Web sein. Es könnte sich sicher die besten Designer im Business leisten. Dabei kommt Googles Webauftritt betont schlicht daher: wenige Grafiken, wenige Links auf der Startseite, keine Flash-Animationen.