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Fundsachen Behinderung und Technik – digitale Bücher bald barrierefrei?

Adobe Digital Editions ist ein Programm zum Lesen elektronischer Bücher. Es ist aber vor allem ein Programm für das Digital Rights Management – ein Euphemismus für die Gängelung von Kunden. Bei den meisten Shops für eBooks muss ADE installiert sein, um auf das Angebot zugreifen und die Bücher nutzen zu können oder sie auf einen eBook-Reader zu überspielen. ADE soll jetzt einen Schritt Richtung Barrierefreiheit gemacht haben. Blinde haben viel Spaß mit Adobe-Programmen wie dem Acrobat Reader, so dass Zweifel durchaus angebracht sind.

Im DRadio gibt es eine Reportage dazu, wie Blinde im Web surfen. Irgendwie scheint das gerade im Mode zu sein. Die gehörlose Bloggerkollegin Julia Probst hat auf Zeit-Online ein ein Interview zu Barrieren für Gehörlose im Netz gegeben.

Über Kinect berichte ich ja öfter. Bei Winfuture gibt es einen Artikel zu Kindern mit Behinderung, die mit der Kinect Spielen können. Vor allem bei Kinderlähmung oder Autismus bewirkt die Kinect demnach positives.

Off Topic

Germany is so barrierefrei – Spiegelbericht zum Auslandsstudium mit Behinderung

Betroffenheit ist kein Handicap – der blinde Journalist Kaiman Dahesch kritisiert die Ernennung eines Behindertenbeauftragten in BaWü ohne Einbeziehung Betroffener

Behindertenverbände blockieren Inklusion zu ihrem eigenen Vorteil – kritischer Kommentar in der taz

MyHandicap über eine Initiative zur Aufbereitung alter PCs für Menschen mit Behinderung.

Fundsachen – Behinderung und Technik

Es gibt immer wieder mal neue Projekte und technische Entwicklungen, die für Behinderte interessant sein können. Ich werde hier in unregelmäßigen Abständen lesenswerte Links dazu veröffentlichen.

Die Bewegungssteuerung von Microsoft Kinect hilft Rollstuhlfahrern beim Einkaufen. Kinect war ursprünglich für die Spielkonsole XBOX gedacht, mittlerweile hat sich ein umfangreiches Umfeld an Anwendungen entwickelt, von dem Erfolg ist Microsoft selbst überrascht worden. Immerhin bietet MS jetzt das Kinect SDK zur nicht-kommerziellen freien Nutzung an.

Ein Erlanger Studentenprojekt beschäftigt sich damit, wie man Kinect zur Indoor-Navigation für Blinde einsetzen kann. Ich muss hier einschränken: kaum ein Blinder wird freiwillig seinen Blindenhund durch ein wie auch immer geartetes Gerät ersetzen, elektronische Hilfen können immer nur eine Ergänzung zum Blindenstock oder Führhund sein.

Ein internationales Gebärdenwörterbuch gibt es nun als mobile App, wie man vom Taubenschlag-Blog erfährt.

Kobinet berichtet über ein sprechendes Fernrohr. Das Fernrohr gibt per Stimme Informationen zum anvisierten Gegenstand.

Heise Online berichtet über eine Initiative, urheberrechtliche geschützte Werke für Blinde und Sehbehinderte besser zugänglich zu machen. Das wäre im Grunde begrüßenswert, wenn nicht alle Behindertengruppen – ganz zu schweigen von armen Menschen – Probleme in diesem Bereich hätten. Es ist sehr bedauerlich, dass sich die Behindertenverbände nicht zusammengetan haben, um gemeinsam Erleichterungen für Gehörlose, Menschen mit Leseschwäche und andere Gruppen durchzusetzen.

Die Sendung Kontraste berichtet darüber, wie Hörgeschädigten überteuerte, zuzahlungspflichtige Geräte aufgeschwatzt werden. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass dieses Verhalten ziemlich typisch ist für die Anbieter von Hilfsmitteln und die Krankenkassen.