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Der Geruch der Rassen

Sonntag, den 12. Oktober 2008

Der Körpergeruch hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: Wie oft wäscht man sich, wovon ernährt man sich, welche verschiedenen Duftstoffe verwendet man, ist man gesund oder krank?

Jeder Mensch hat einen einzigartigen Körpergeruch, ähnlich wie einen Fingerabdruck. Menschen können diesen – zumindest nicht bewusst – wahrnehmen, Tiere wie Hunde z. B. benutzen offenbar den Körpergeruch, um einen Menschen wieder zu erkennen. Wenn du einem Hund begegnest, der dich kennt, aber längere Zeit nicht gesehen hat, wird er immer an dir schnüffeln wollen. Dass macht aber nicht mehr, wenn er dich sehr oft trifft.

Der Körperschweiß enthält fast auschließlich Wasser, aber auch Proteine. Diese Proteine werden von Bakterien auf der Haut zersetzt, wodurch Schweißgeruch entsteht. Das Deodorant dient dazu, die Bakterien auf der Haut abzutöten. Rasiert man sich beispielsweise die Achselhöhlen, haben die Bakterien weniger Fläche und der Schweiß kann nicht hängen bleiben.

Die Intensität des Körpergeruchs hängt von der Zahl der apokrinen Schweißdrüsen ab. Ostasiaten wie Chinesen und Japaner haben sehr wenige, während Dunkelhäutige deutlich mehr haben als Europäer.

Dies liegt im übrigen auf der Hand, je dunkler die Haut, desto wichtiger die Kühlung über den Schweiß, denn der Hautton hängt schließlich von der Sonneneinstrahlung ab.

Und schließlich essen Inder und Afrikaner normalerweise deutlich schärfere und intensivere Lebensmittel. Chili regt den Schweißfluß an, Knoblauch hinterläßt eine deutliche Note.

Was man als angenehm oder unangenehm empfindet, ist angeboren. Kinder würden mit ihrem eigenen Sekreten spielen, wenn die Eltern ihnen das nicht frühzeitig mit entsprechenden Gesten und Gesichtsausdrücken verbieten würden. Leute, die einer überwiegend vegetarisch lebenden Gesellschaft aufgewachsen sind behaupten, Weiße würden leicht säuerlich riechen – weil sie Fleisch essen. Ich habe das bisher nicht bestätigen können. Fleischesser werden allerdings suaer, wenn man solches andeutet.

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Ein kleines Update

Die Körperbehaarung häuft sich auch dort, wo die Haut aufeinander reibt, insbesondere in den Achseln und im Genitalbereich.

Was als angenehmer Körpergeruch empfunden wird, ist kulturell sehr unterschiedlich. Die Japaner, die so gut wie keine Schweißdrüsen unter den Achseln haben, mögen den entsprechenden Geruch nicht. Frei nach Darwin hat hier eine geruchsästhetische Selektion stattgefunden: Je weniger Schweißdrüsen ein Mensch hat, desto attraktiver war er. Dadurch haben sich Menschen mit wenigen Schweißdrüsen stets besser vermehren können als Menschen mit vielen Schweißdrüsen.

Vor allem in wärmeren Regionen der Welt schätzt man hingegen intensive Körpergerüche, die durch viele apokrine Schweißdrüsen und entsprechenden Außentemperaturen natürlich weiter begünstigt werden. Hier hat möglicherweise eine zu Japan umgekehrte Selektion stattgefunden.

Man sollte nicht vergessen, dass es bis vor 200 – 300 Jahren in Europa kaum üblich war, sich zu waschen: Nachzulesen etwa bei Patrick Süßkind. Parfüm und Puder waren das, was heute Wasser und Seife sind. Die Mischung aus persönlichem Geruch und Parfüm ist nicht wirklich angenehmer als der natürliche Körpergeruch.

Der rasierte Affe – die geruchlose Gesellschaft

Sonntag, den 31. August 2008

Das ständige Bemühen, sich schön zu machen, ist zumindest teilweise von der Evolution angetrieben, was viele Soziologen und andere GeWis aber nicht anerkennen wollen. Die reine Haut, das dichte Haar, der Teint, der sportliche Körper sind klare Anzeichen von Gesundheit und Bereitschaft zur Kinderzeugung.
Dabei spielen auch unterschwellige Faktoren wie der Körpergeruch eine Rolle. Weibliche Haut riecht anders als männliche, weil auf ihr andere Bakterien siedeln. Diese Bakterien zersetzen Stoffe, die im Körperschweiß enthalten sind. Der Schweiß eines Menschen, sofern dieser Mensch gesund ist und keine außergewöhnlichen Lebensmittel verspeist, kann auf Wesen des anderen Geschlechts anziehend wirken.
Dieser Schweiß scheint der Grund zu sein, warum wir noch Haare an so merkwürdigen Stellen wie den Achselhöhlen oder Genitalien haben , wo es ja eigentlich nicht kalt wird. Bekanntermaßen siedeln Bakterien gerne auf diesen Haaren, der Schweiß bleibt hier hängen und verstärkt also den Körpergeruch.

Fast alle Frauen und viele Männer entfernen einen Teil dieser Haare, wodurch der Geruch verschwindet. Deodorants und Mittelchen verhindern entweder den Schweißfluß oder töten die Bakterien ab. Dazu kommen andere Geruchsstoffe aus Shampoos, Duschgels, Parfüms und so weiter, die den feinen Schweißgeruch überdecken können. Last not least vermeiden die meisten Menschen Situationen, in denen sie schwitzen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Menschen immer einen bestimmten Abstand zueinander halten, je nachdem, wie gut sie sich kennen? Kollegen, die vielleicht zusammenarbeiten sind die einzigen, die nicht befreundet sind und ohne Not in einen Bereich eindringen können, in dem sie Ihren Körpergeruch wahrnehmen – und Sie deren Körpergeruch, das ist etwa eine Armlänge.

Die Erotik des Schweißgeruchs geht natürlich dadurch verloren, zumal wir heute anerzogen bekommen, dass Körperschweiß nur wenig angenehmer ist als Fäkaliengeruch.

Der Titel des Beitrags orientiert sich übrigens an dem Buch von Desmond Morris “Der nackte Affe”.

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