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Afroamerika – die Bedeutung der Schwarzen in der amerikanischen Kultur I

Die Afroamerikaner haben einen überdurchschnittlich hohen Einfluß auf die amerikanische Kultur gehabt: Musik, Literatur, Jugendstil, Protestkultur und die Bürgerrechtsbewegungen in der gesamten Welt wurden durch sie beeinflußt.

Musik

Die Afroamerikaner haben mit Jazz, Blues, Hip Hop, Rap, Calypso und Reggae die aller meisten der dominanten Populärmusik des 20. Jahrhunderts hervorgebracht und geprägt. Sieht man vielleicht von den Beatles ab, gibt es wohl keine große Musikgruppe, die nicht von schwarzer Musik entscheidend beeinflußt wurde. Der Rock, aus dem schließlich Punk und Heavy Metal hervorgingen, baut natürlich auf der vorhergehenden Musik auf, die ursprüngliche Einstellungen zu Beat und Rythmus auflösten. Nat King Cole, Jimi Hendrix, Grand Master Flash, Public Enemy sind nur einige wenige Namen dieser sehr umfangreichen Geschichte. Der Country mag die einzige populäre Musik sein, die nur von weißen Amerikanern kultiviert wurde.

Die Protestkultur

Die Protestkultur wurde entscheidend von der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King geprägt. King wiederum hatte sich bei der Philosophie des passiven Widerstandes von Mohandas Gandhi geprägt. Gandhi wiederum hat Henry David Thoreaus „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“ gelesen und war davon geprägt worden.

King und seine Mitstreiter entwickelten diese Protestform weiter. Sie gingen zu Fuß, um die Diskriminierung in den öffentlichen Verkehrsmitteln aufzuheben. Sie veranstalteten Sit-Ins und setzten selbst gegen massiven Gewalteinsatz der Polizei oder weißer Bürger nicht zur Wehr. Die 68er in aller Welt haben diese Protestformen übernommen und weiter entwickelt. Auch der südafrikanische Nationalkongress ANC hatte solche Methoden gegen die Apartheid erprobt, konnte sich aber gegen den massiven Gewalteinsatz des Apartheid-Regimes nicht zur Wehr setzen.

Denken anders denken

Man kann sich kaum vorstellen, wie es ist, wie jemand anders zu denken. Während wir denken, wir denken wie alle Anderen, wissen wir doch nicht, wie sie denken und da wir uns selbst beim Denken nicht zusehen können, wissen wir nicht einmal, wie wir selber denken.
Und schon gar nicht wissen wir, wie man in uns fremden Kulturen denkt. Dass die Verständigung trotzdem meistens funktioniert, liegt nicht an der Universalität unseres Denkens, sondern daran, dass wir sämtliche Kontakte vermeiden und wenn sie dann doch stattfinden, dann nur rudimentär. Kein Gedanke daran, einen komplexen Gedanken auszutauschen.
In China wird das Denken durch das Erlernen der komplexen Schriftzeichen geformt, meint jedenfalls Professor Lothar Ledderose in diesem Interview. Das chinesiche Schriftsystem basiert nicht auf Silben, sondern aus Kontexten. Und dies führt dazu, dass Chinesen eher das Ganze sehen, während Europäer eher Details betrachten.