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Indymedia – im Web 2.0 schreibt jeder die Nachrichten

Indymedia ist eine Plattform, auf der so ziemlich jeder seine Nachrichten veröffentlichen kann. Die Plattform wird überwiegend von Linken benutzt, um etwa über kleinere Protestaktonen zu berichten. Eine größere Rolle spielte die Site etwa bei den bundesweiten Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren im Winter 2004.

Indes ist es still geworden, links angesiedelte Online-Magazine wie Telepolis verweisen so gut wie nie auf Indymedia. Redet man von Web 2.0, wird Indymedia kaum erwähnt. Um ehrlich zu sein, in der ganzen Zeit seit den Studentenprotesten habe ich nichts mehr von Indymedia gehört.

Der Vorteil dieser Plattformen ist tatsächlich ihr größtes Manko: die Mitteilungen flattern ungefiltert und redaktionell unbetreut ein. Die Schreiber sind unbekannt.

Wo also normalerweise jede Nichtigkeit kommuniziert wird, weil man die Urheber der Information kennt, sind semiimportante Informationen über einen Protest in XY bei Köln gegen weiß Gott was für niemanden interessant. Zeitungen wie die Junge Welt können zumindest noch rudimentär filtern, auch wenn sie über jede Protestaktion berichten.

Ich erinnere mich noch an meine Zeit im AStA. Da schickte der Dachverband der Studierendenvertretung einmal pro Woche eine ellenlange Mail mit Informationen herum. Alleine der Scrollbalken zur Rechten ließ schlimmes ahnen, so dass diese Mail ungelesen im Papierkorb landete. Und das jede Woche.

Sie enthielt vermutlich die ungefilterten Aussagen irgend welcher Leute, die man zur Kenntnis nehmen möge.

Linke in der Finanzkrise

Die Stimmung ist zwar betont mies, aber die Mundwinkel beeilen sich, mit der Stimmung weiter nach unten zu gehen. Vor allem die Hardcore-Linken hätten aber Grund zur Freude, würden sie  nichtohnehin permante Depression und Zynismus pflegen. Schließlich sagen sie schon Jahren voraus, dass das kommen würde.

Doch obwohl die Schreiber- und Kameralinge des ganzen Landes sich aufgemacht haben, Cassandren zu suchen und sie in ihre Federn oder Mikrofone unken zu lassen – die Linken gehen einmal mehr leer aus. Missing Popularity nennt man dieses Phänomen, der Anspruch, recht gehabt zu haben reicht offenbar nicht, um prominent zu werden.

Stattdessen finden sich die üblichen Verdächtigen ein: Die fünf WirtschaftsWeißen, Hans Werner Sinn, Deutsches Wirtschaftsinsitut, Institut für Deutsche Wirtschaft, Deutsches Instiut für Wirtschaft… Heute sagen sie, es werde alles viel schlimmer werden, 2 Prozent Wirtschaftsschrumpfung, Rezession, Kastrophe.. Das sie vor einem halben Jahr noch etwas anderes gesagt haben, haben sie wohl selber vergessen.

Dass sie noch nie wirklich recht hatten, wenn sie konkrete Aussagen machten, vereint sie mit den Hardcore-Linken. Um so schlimmer für die Linke, dass sie hinter diesen Leuten kaum noch wahrgenommen werden.