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Bestimmt Design das Bewusstsein?

Zumindest der Architekt Christoph von Winterfeld glaubt das. Und für die Architektur ist das sicher zutreffend, weniger für andere Objekte wie Webseiten, mit denen man sich nicht groß anfreunden muss. Es ist sicher nicht nur die Höhe der Gebäude, die Selbstmörder dazu bringt, sich ausgerechnet dort das Leben zu nehmen.

Manche Gebäude strahlen eine Tristess aus, die auf die Menschen abfärbt, die sich in oder zwischen ihnen bewegen müssen.
Schon die Nazis planten ihre Vorzeigegebäude so, wie sie gerne gewesen wäre, man kann das als Gigantomanie bezeichnen.

Die 70er Jahre noch waren bestimmt von Einheitsgebäuden aus Glas und Stahlbeton, funktional und ästetisch weniger ansprechend als ein Felsbrocken. Man mag sich einmal das Bonner Bürgerbüro angucken, dessen Eingangsbereich ein wenig nach Tiefgarage aussieht, nur dass Tiefgaragen besser beleuchtet werden.

Heute geht es in die andere Richtung: Gebäude sollen nachhalitg gebaut sein, ästhetisch ansprechend, funktional und fördernd. Ecken werden abgerundet, Wände werden holzgetäfelt. Die Gebäude der Neuen Messe München sind dafür ein gutes Beispiel. Geht man von der U-Bahn Messestadt West zum Haupteingang des Messehauses, stößt man auf einen abgerundeten Teil des Gebäudes, ohne scharfe Kanten. Man trifft auf eine Glasfläche – das Treppenhaus – welches die wie ein Spiegel wirkt. Der Durchgang von Messehaus zu den Messehallen ist rundum verglast.

Offen und hell ist also die Botschaft, die hier zu lesen ist.

Besonders beeindruckend ist die Holzoptik. Allerdings fällt es negativ auf, dass man von der Treppe aus praktisch jeden Ort im Treppenhaus einsehen kann.

Der Architekt Christoph von Winterfeld verweist übrigens auf die Wirkung von Gebäuden auf das Gemüt.

SYSTEMS am Ende kaum Neues

Die SYSTEMS neigt sich heute ihrem Ende zu. Halb möchte man ihr gratulieren, dass sie zum letzten Mal statt findet, denn den Anspruch einer großen Messe für Business-Anwendungen kann sie nur schwer aufrecht erhalten.

Branchengröße Microsoft war kaum vertreten. Datenbank-Spezialist Oracle veranstaltete lediglich eine Konferenz zu Enterprise 2.0 und auch andere internationale Größen ließen sich kaum sehen.

Dass keines der Hauptthemen Business-spezifisch war – CRM, Business Intelligence oder ERP – hat schon angedeutet, dass der Business-Schwerpunkt verloren zu gehen drohte.

Das Konferenzprogramm war nur ein schwacher Trost dafür, dass andere Themen vernachlässigt wurden, denn auch das Rahmenprogramm war wenig Business, wenn auch nicht uninteressant.

Möglicherweise ist die IT mittlerweile zu ausdifferenziert, um alles auf einer großen Messe zu machen. Das würde auch bedeuten, dass die CEBIT bald ihr Ende findet. Denn Spezialisten langweilen sich, wenn es nicht in die Tiefe geht. Tiefe hingegen schreckt die Laien ab.

Vermutlich werden also bald Sondermessen an Gewicht gewinnen, dass könnte ein Vorteil für alle Beteiligten sein.

SYSTEMS – entscheidende Themen verpasst?

Das Ende der SYSTEMS macht aber zugleich deutlich, wie schwierig das Messegeschäft vor allem im IT-Bereich ist. Entweder ist man zu früh oder zu spät dran. Wenn etwa die Green IT einen Schub bekommt, war es durchaus sinnvoll, sie zum Kernthema zu machen. Energieeinsparungen gehören schließlich zu den Kosten, die ein Unternehmen problemlos einsparen kann.

Doch die Ideen wirken altbacken: Das grüne Rechenzentrum ist uns schon vor vier Jahren versprochen worden. Inzwischen verfügen die meisten Firmen über Server und weitere Infrstruktur und werden sie gnadenlos solange einsetzen, bis sie am Ende sind.

Verschlafen hat die SYSTEMS die Themen Virtualisierung und Data Loss Prevention. Auch Themen wie Business Intelligence oder Dokumentenmanagement, virtuelle Zusammenarbeit und Enterprise Web 2.0 hätten stärkeres Interesse verdient.

Manche Unternehmen scheinen bei ihrem Webauftritt im letzten Jahrhundert stecken geblieben zu sein, auch hier hätte man sich frischen Wind erhofft.

Vielleicht wird sich die CEBIT einst darum kümmern. Möglicherweise läutet das Ende der SYSTEMS das Ende der großen Univeralmessen überhaupt ein. IFA und CEBIT erwecken bereits den Eindruck, eher ein Sammelbecken für LIfestyle-Themen zu sein.

SYSTEMS ausgemustert – die große IT-Messe findet zum letzten Mal statt

Manchmal kann es eben doch flott gehen. Die IT-Business-Softwaremesse SYSTEMS findet in diesem Jahr zum letzten Mal statt. An die Stelle der SYSTEMS wird eine IT-Security-Messe sowie ein neues Event stattfinden. Der neue Schwerpunkt dürfte stärker auf Kongressen und den „Begleitevents“ der normalen Messe liegen. Ob die SYSTEMS durch die CEBIT in die Knie gegangen ist oder ob sie ein Opfer der aktuellen Finanzkrise geworden ist, ist schwer zu sagen.

Klar ist, dass Unternehmen, die nicht gerade in Aufträgen schwimmen es sich kaum leisten werden, sich neue Business-Software oder IT ins Haus zu holen, so lange die alte es noch tut.

Klar ist, dass neue