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Klasse statt Masse – die CEBIT und ihre Besucher

25 Prozent weniger Aussteller, 20 Prozent weniger Besucher, so lautet das vorläufige Fazit der CEBIT 2009. Es ist reiner Zweckoptimismus, wenn sich die Aussteller dennoch verhalten zufrieden zeigen?

Nicht ganz. Für die Fachmesse sind die „Fachbesucher“ interessant. Das sind Experten, die Unternehmen beraten, welche Technik sie sich beschaffen. Oft sind es auch die Einkäufer der Unternehmen selbst. Oder eben Techniker, die in irgend einer Form aktuelle Techniktrends der jeweiligen Branche behandeln. Kurz, es sind Leute, die in irgend einer Form direkt oder indirekt das Business ankurbeln. Auf Neudeutsch heißen diese Leute High Potentials.

Das normale Publikum bringt hingegen kaum Geld. Es handelt sich nicht um eine Verkaufsmesse, wie etwa eine Kunst- oder Möbelmesse. Es sind häufig Technikfreaks, die gerne mal die teuren Spielzeuge ausprobieren oder kostenlose Goodies oder Software abstauben wollen.

Wir kennen das alle, man guckt sich im Laden alle möglichen Sachen an, kaufen tut man aber nur eine davon. Während dessen hindert man andere – eventuell lukrativere – Kunden daran, Gespräche mit den Ausstellern zu führen.

Deswegen kann es durchaus sein, dass die Aussteller mit weniger, aber qualitativ besseren Besuchern glücklicher sind.

CEBIT noch zukunftsfähig?

Der Gouverneur von Kalifornien und die Bundeskanzerlin geben sich auf der diesjährigen CEBIT ein Stelldichein. Die weltgrößte Computermesse öffnet heute abend ihre Türen, zumindest für Arnold Schwarzenegger, Angela Merkel und die erwählten VIPs, die dem Spektakel zusehen darf.

Morgen gehts dann los, Themen sind Green IT, die „Handy-Hits der nächsten Generation“, Open Source und Web 2.0. Wem das bekannt vorkommt, die SYSTEMS, die letztes Jahr ihre Tore für immer schloß, hatte die gleichen Themen.

Aber auch so haben die Computermessen zu kämpfen. Die Unterhaltungsindustrie wandert zur IFA oder zu Spezialmessen wie der Games Convention über. Apple hat in diesem Jahr letzmalig an der MACWORLD teilgenommen, weil es eigene Vertriebswege aufgebaut hat und auf Messen verzichten möchte.

Generell werden special events immer wichtiger: Vor nicht ganz zwei Wochen war der Mobile World Congress in Barcelona. Die Messe München plant eine Spezialmesse zur IT-Security. Parallel zur CEBIT findet vom 3. – 5. März die Embedded World in Nurnberg statt.

Nicht nur wegen der Wirtschaftskrise sinken also die Zahlen der Teilnehmerzahlen für die CEBIT. Noch mehr als die SYSTEMS ist sie zu groß, um für Spezialisten interessant zu sein, andererseits sind Messen offenbar nicht mehr wichtig genug, dass auch jeder wirklich dabei sein will. Wenn Apple seine Innovationen unabhängig vom Messezyklus veröffentlichen möchte, können das andere große Player ebenso tun. Wenn aber die großen Player wegbleiben, werden die Veranstaltungen auch für kleine und mittelständische Unternehmen uninteressant.

millionaire fair – die Messe für Reiche und solche, die es gerne wären

Es gibt doch einige Millionäre, aber was sollte sie eigentlich dazu treiben, eine Messe wie die millionaire fair zu besuchen, die jüngst in München stattfand? In Deutschland erwartete sie lediglich 20.000 Besucher und nahm 15.000 qm ein, eher bescheiden.

Übermäßig viel hingegen die Presse für dieses Event aus.

Die Veranstalter wissen also zumindest, wie man Pressearbeit macht. Ein paar Promis, teurer Kram, ein bißchen Protest.

Natürlich würde kein anständiger Millionär für seine Geschichte sein Wohnzimmer verlassen. Hier geht es vor allem darum, sich zu zeigen, nicht darum, sonderbare Dinge zu kaufen.

Eine solche Messe lockt vor allem Leute an, die zwar viel Geld haben, die aber vor allem noch Hoffnung darauf haben, Millionäre oder zumindest prominent zu werden.

Spanische Computermesse fällt aus

Die SIMO, Spaniens größte Computermesse fällt aus. Offenbar im Strudel der Finanzkrise musste die Messe abgesagt werden, nachdem große Aussteller abgsprungen sind. In Spanien wird die Immobilienkrise besonders verheerende Folgen haben. Ein Großteil des bisher hohen Wirtschaftswachstums erwuchs aus Immobilienspekulation und daraus induziertem Bauboom. Messen werden im Allgemeinen als Erstes eine solche Krise zu spüren bekommen.

Um so erstaunlicher, dass das Ganze in Deutschland mehr oder weniger unbemerkt bleibt.

Ein Herz für die Spezialisten – München begrüßt den Kardiologen-Kongress

Die European Society of Cardiologists ist eine Vereinigung von Herzspezialisten. Ihr jährlicher Kongress findet jedes Jahr an anderem Orte statt. Doch in diesem Jahr kehren die Kardiologen nach München zurück, der Kongress findet zum zweiten Mal seit dem Jahr 2004 in diesem Jahr auf dem Gelände der Neuen Messe München statt.
Die rund 30.000 Herzspezialisten diskutieren vom 30. August bis 3. September 2008 im ICM über neue Entwicklungen auf ihrem Gebiet. Besonderes Thema ist in diesem Jahr das Cardiovascular Imaging – bildgebende Verfahren bei Herz-Blutgefäßen.
Die Messe München, die Stadt München und Müncher Gastronomie-Betriebe sowie die Verkehrsbetriebe haben sich etwas Besonderes ausgedacht: Verkehrsverubnd Die illustren Gäste erwartet ein persönlicher Begrüssungsbrief sowie ein Geschenk auf ihrem Hotelzimmer. An einigen Stellen der Stadt sowie auf Müncher bussen wird das Logo des ESC für die Dauer des Kongresses zu sehen sein.