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Barrierefreies PDF auf Smartphones und Tablets

Barrierefreies PDF hätte gute Chancen, sich im Zuge des Mobile-First-Booms durchzusetzen. Zur Erinnerung: PDF hat vor allem das Ziel, auf allen Plattformen gleich auszusehen. Das ist toll, wenn alle Bildschirme die gleiche Größe haben, aber blöd, wenn es wie jetzt eine Vielzahl von Displays gibt. Das fängt an beim 4 Zoll großen Smartphone und reicht bis zum 40-Zoll-Fernseher, den viele als externen Monitor verwenden.
Man kann es drehen, wie man möchte, ein PDF-Dokument, das auf die typische Broschüren-Größe zugeschnitten ist, ist schlecht lesbar, wenn es nicht erfolgt. Und Tagged PDF tun genau das, weil Sehbehinderte dieses Problem schon immer hatten. Tags garantieren eine saubere Vergrößerung, einen korrekten Lesefluss und einen störungsfreien Textumbruch.

Wo bleibt barrierefreies mobiles PDF

Was ist das Problem? Nun, es gibt schlicht keine mobile Plattform, die barrierefreies PDF unterstützt. iOS tut es nicht, der Mac übrigens auch nicht, Android tut es sowieso nicht, von exotischeren Systemen wie Blackberry und Firefox OS wollen wir erst mal absehen. So ist zumindest der Stand meiner aktuellen Recherche. Leider steht mir kein aktuelles iOS zur Verfügung, so dass ich es nicht selbst überprüfen kann.
Die Adobe-App für Android ist zwar blind bedienbar, liest aber keinen Pieps aus dem Dokument vor. Die Eingabehilfen, wie sie in der Windows-Version des Adobe Reader vorhanden sind, gibt es in Android nicht.
Leider scheint auch Linux kein barrierefreies PDF zu unterstützen, soweit ich das herausfinden konnte. Ob das die Schuld der Betriebssystem-Hersteller ist oder ob Adobe die Verantwortung für diese Situation trägt, kann ich nicht beurteilen.
Wir sind in der kuriosen Situation, dass es im Prinzip nie so viele für Blinde und Sehbehinderte nutzbare Geräte gab. diese Geräte werden zunehmend auch beruflich eingesetzt, wer liest zum Beispiel noch ein Dokument auf dem PC, wenn er ein hochauflösendes iPad oder iPhone hat? Aber die Zahl der Plattformen, die barrierefreies PDF unterstützen, geht durch diese Entwicklung stetig zurück. Gerade unter Blinden dürften iPhone, iPad und Mac den PC verdrängt haben.

Windows first

Kurioserweise sind damit die Windows-Tablets – jene mit echtem Windows 8 – die einzigen Plattformen, die barrierefreies PDF unterstützen. Famos ist das deshalb, weil von den großen Anbietern Microsoft bisher die geringsten Erfolge dabei hat, sein mobiles Betriebssystem Windows Phone für Sehgeschädigte zugänglich zu machen. Ich bin diesbezüglich gespannt auf Windows 10, dass ja die Basis für alle künftigen Windows-Geräte werden soll. Falls Microsoft es nicht total verbockt, hätte Windows 10 eine echte Chance, zur Alternative für Blinde zu werden. Das ist es auf Tablets bereits, in der Preisklasse eines aktuellen iPads erhält man ein leistungsfähiges Tablet mit Windows 8.1, das sich mit einer externen Tastatur wie ein normales Notebook nutzen lässt.

Zum Weiterlesen

HTML oder Plain Text – die Zukunft der Mail

Immer wieder einmal keimt die Debatte auf, ob man Mails als HTML oder reinen Text versenden sollte. Die Diskussion ist eigentlich müßig, HTML-Mails bieten kaum Vorteile, dafür jede Menge Nachteile.
HTML-Mails sind mit oder ohne Bilder recht groß. Die Größe wird dabei von Gestaltungs-Elementen bestimmt, die wenn im Web verwendet an der Fähigkeit des Webdesigners zweifeln ließen: Inline-CSS, Layout-Tabellen, 0-Pixel-Graphiken und so weiter. Die Vielfalt der Mailprogramme und MailClients lässt nur eine begrenzte Bandbreite an Gestaltungselementen zu. Dazu kommt noch, dass die Mailfenster selbst unterschiedlich breit sein können. Das reicht von der Miniansicht auf Smartphones bis zur Maxidarstellung auf 24-Zoll-Displays. Ein festes Design sieht deshalb fast immer lächerlich aus: zu groß für das Smartphone, zu schmal für das große Display. Ein fluides Design sieht hingegen auf einem großen Display einfach alber aus, weil die Mail dann irgendwie zu kurz geraten aussieht.

Datenschutz

Viele Anbieter möchten über Newsletter Tracking betreiben. Das geht einerseits über speziell generierte Links in den Mails und über Bilder, die über das Web nachgeladen werden. Das könnte ein Verstoß gegen den Datenschutz sein, ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, jemals danach gefragt worden zu sein, ob ich mit der Erhebung solcher Daten einverstanden bin. Es ist auch nicht naheliegend anzunehmen, der Empfang eines Newsletters könnte für solche Zwecke verwendet werden. Deswegen wird der Benutzer auch nicht gesondert auf solche Probleme achten. Für einen Tracking-Link ist es hingegen egal, ob er in HTML oder PlainText verwendet wird.

Mobilität

Wer seine Mails mobil abruft, wird sich über Mails freuen, die 100 Kilobyte groß sind, 200 x 150 Pixel große Bilder nachladen und wegen des Tabellen-Designs sowohl horizontal als auch vertikal gescrollt werden müssen. Bestimmt.

Sicherheitsrisiken

HTML-Mails stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Sie landen doch recht häufig im Spam (wo sie auch meistens gut aufgehoben sind). Viele Webmailer blockieren zunächst die Volldarstellung.
Dem Leser geht es um den Inhalt der Mails und nicht um bunte Logos, farbenfrohe Graphiken und flockige Bilder, weswegen er kein Interesse daran hat, sich die Volldarstellung anzusehen.

Wozu gibt es RSS und Webseiten?

Newsletter sind eine aussterbende Rarität wie Gästebücher. Viele Nutzer greifen heute auf RSS, Twitter oder Facebook zurück, um sich aktuelle Informationen zu beschaffen. Immerhin bietet das Inhaltsverzeichnis eines Newsletters – wenn es gut gemacht ist – einen schnellen Überblick über die Neuigkeiten. Das funktioniert aber nicht, wenn bunte Bilder, Disclaimer und weitere Informationen den Blick auf den Inhalt verstellen.
HTML sollte dem Web vorbehalten bleiben, wo es gut aufgehoben ist und seinen Zweck erfüllt. Es gab früher und gibt bis heute keinen Grund, seine Mitmenschen mit HTML-Mails zu belästigen. Und mal ehrlich, wann hast du das letzte Mal das tolle Design eines Newsletters bewundert?
Wirklich absurd sind Newsletter, die als PDF verschickt oder irgendwo heruntergeladen werden müssen. Die Anbieter haben wohl nicht wirklich verstanden, dass das Internet keine Litfassäule ist.
Auch wenn der Newsletter als Informationsmedium eine große Rolle spielt und ähnlich wie der RSS-Feed zumindest in absehbarer Zeit nicht aussterben wird, sollte man die Kraft des Mediums nicht überschätzen. Entscheidend ist, wie viele Leute man tatsächlich erreicht und nicht, wie viele Leute den Newsletter abonniert haben. Im Mailprogramm ist es leichter, die Löschen-Taste zu drücken als ein Abo abzubestellen. Die Anbieter werden es nicht gerne hören, aber die Zahl der echten Leser steht in keinem guten Verhältnis zur Zahl der Abonnenten. Auch das ist ein Grund, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alle möglicherweise störenden Elemente zu entfernen.