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Die Konstruktion der Dekonstruktion – über Feminismus und Psychoanalyse

Der Dekonstruktivismus ist eine Art, Medien zu analysieren und sie systematisch auseiander zu nehmen, um dann Schlüsse auf die eigentliche Intention des Autoren zu schließen. Viele Linke haben sich diese Methode zu eigen gemacht. Der Denkfehler besteht darin, daß sie die Motivlage des Autors schon zu kennen glauben und schließlich versuchen, diese Motive aus dem Text abzuleiten. Sie verstoßen damit gegen die Prinzipien der Wissenschaftlichkeit. Allerdings machen das mittlerweile viele Menschen auch aus anderen politischen Gruppen.

Der Dekonstruktivismus von Texten geht wohl auf Jacques Derrida zurück. Eigentlicher Urheber dürfte aber Sigmund Freud gewesen sein. Freuds Traumdeutung und Psychoanalyse basieren auf der Annahme, daß Gegenstände, die etwa in Träumen auftauchen, Symbole für andere Dinge oder Eigenschaften sind.

Was die Traumdeutung angeht, hat sich Freud ordentlich verrannt: Seiner Interpretation nach können Dinge einerseits eine positive Eigenschaft repräsentieren, andererseits aber auch ihr Gegenteil. Ein Stuhl kann also sowohl Ruhe, Gelassenheit oder Entspannung repräsentieren als auch Unruhe, Aufgeregtheit und Streß; im Sinne von, ich sehne mich nach meinem Stuhl, um mich auszuruhen.

Nun kann man generell davon ausgehen, daß Freud die besten Absichten hatte, was bei den Dekontruktivisten allerdings nicht der Fall sein muss. Nach der Dekonstruktion bleibt oft Hackepeter vom ursprünglichen text übrig. Man stürzt sich auf einzelne Häppchen und biegt sie zurecht, bis sie einem ins Konzept passen.

Eine vor allem bei Linken beliebte Diskursstrategie besteht darin, einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang zu reißen und daraus eine diffammierende Gesamtanklage zu basteln. Ein Trick, der besonders bei Juristen beliebt ist.

Dekonstruktivisten glauben, die Gesellschaft verändern zu können, in dem sie die Sprache ändern. Die Feministen haben dabei eine besondere Rolle gespielt. In offiziellen Schreiben, Reden, Stellenausschreibungen – überall – muss die weibliche Form besonders berücksichtigt werden.

Die Political Correctness ist die Leitlinie dieser Strömung. Der Begriff “Neger” bzw. “Negro”, der etwa von Martin Luther King noch selbstverständlich – also nicht abwertend – verwendet wurde, ist heute in den USA wie anderswo tabu. Das Wort “Ausländer” ist in Deutschland ungern gesehen. Davon mag man halten, was man will, es führt aber zu merkwürdigen Konstruktionen, die ihren Sinn und ihre Bedeutung aber eher verschleiern als ihn freizugeben.

Das Wort “Afroamerikaner” suggeriert, viele Schwarze hätten tatsächlich noch eine Verbindung zu Afrika. Der “Migrationshintergrund” hängt jedem ausländisch aussehenden Menschen hinterher, egal, wie alt sein “Hintergrund” ist.