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Personensuche im Web

Die Personensuche im Web wird immer wichtiger: Einerseits informieren sich immer mehr Personalchefs über ihre Bewerber im Netz. Andererseits ist "Googeln" nach Freunden, Bekannten oder nach Leuten, die man bald kennen lernen wird als Volkssport.

Auf diese Dienste setzt die Personensuchmaschine Yasni auf. Gibt man einen Personennamen ein, zeigt Yasni nach einigen Sekunden Treffer aus öffentlich zugänglichen Quellen, darunter auch Social Networks.

Da findet man etwa das Facebook- oder StayFriends-Profil einer Person. Aber auch das Profil bei dem karriereorientierten Netzwerk Xing wird angezeigt. Nicht angezeigt werden Profile, die nicht öffentlich zugänglich sind, etwa die von "Wer-kennt wen" oder StudiVZ.

Auch Kuriosa wie die "Amazon Bücherwunschliste" tauchen auf, also sei vorsichtig, welche Titel du dir wünscht. Natürlich werden auch private Websites bzw. Ergebnisse von anderen Websites angezeigt.

Wer seine Ergebnisse überwachen möchte, kann sich einen Account besorgen. Er kann sich dann seinen Namen sichern und passende Ergebnisse zu diesem Namen hinzufügen. Er erhält einen wöchentlichen Newsletter, in dem ihm mitgeteilt wird, wie viele neue Suchergebnisse es zu seinem Namen gibt und wie oft sein Name in der vergangenen Woche gesucht wurde.

Im Sinne des Reputationsmanagements ist Yasni ein Werkzeug. Wenn man einen Job wegen irgend welcher Peinlichkeiten nicht erhält, die der Personaler im Web gefunden hat, wird man das nie erfahren. Allerdings bietet Yasni keinerlei Mehrwert im Gegensatz zu normalen Suchmaschinen oder professionellen Jobportalen wie Xing oder LinkedIn. Letztere dürften die erste Anlaufstelle für Personalchefs sein. Zudem gibt es Gerüchte darüber, daß Yasni seine Accounts kostenpflichtig machen möchte. Ein ziemlicher Unsinn ist der selbstgenerierte „VIP-Rank“, in den man ungefragt einbezogen wird. Den höchsten VIP-Rank, hat vermutlich der Geschäftsführer von Yasni.

Es ist allerdings bei weitem nicht ausreichend, über Yasni zu suchen. Stattdessen sollte man auch verschiedene Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder 123people einsetzen. Meistens riecht es aus, den eigenen Namen in verschiedenen Schreibweisen mit oder ohne Anführungszeichen zu suchen:

"Max Mustermann"
"Mustermann, Max"
"Mustermann Max"

Anführungszeichen erlauben es, eine exakte Zeichenkette zu suchen. Inzwischen erlauben auch Meta-Suchmaschinen wie MetaCrawler und Metager die Suche mit Anführungszeichen.

Wer das Glück oder Pech hat, einen Dutzendnamen zu besitzen, muss natürlich ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen. Hier muss man sich überlegen, welche Begriffe oder Personen mit dem eigenen Namen in Verbindung stehen. Das könnte der Geburtsort sein, der Sportverein, der Studien- oder Ausbildungsort.

Ambitionierte Sucher werden nicht bei öffentlichen Quellen stehen bleiben. Es kann auch für dich durchaus Sinn machen, bei StudiVZ oder Wer-kennt-Wen nachzusehen, ob wenn nicht du, dann doch jemand anders ein Profil unter deinem Namen ein Profil angelegt hat. So etwas soll durchaus vorkommen. Dem Vernehmen nach scheinen die Anbieter hier sehr kulant zu sein und löschen diese Profile, wenn die "echte" Person eine diesbezügliche Anfrage gestellt wird.

Der PR-Blogger Klaus Eck gibt regelmäßig Tipps zum Reputationsmanagement.

Fazit: Vorerst bieten yasni und 123people keinerlei Vorteile, wenn man selber nach Personen suchen möchte. Yasni dient den Nutzern in erster Linie dazu, das Suchergebnis zur eigenen Person zu manipulieren, indem man unerwünschte Ergebnisse entfernt und erwünschte Suchergebnisse höher gewichtet. Zudem ist nie ganz klar, welche Quellen und Algorythmen Yasni tatsächlich verwendet, weshalb es natürlich auch nicht klar ist, welche Quellen außen vor gelassen werden. Daher sind Google, Yahoo und Live mit ihren erweiterten Suchfunktionen besser geeignet.

Google kennt dein Gesicht

Die Google-Bildersuche kann mittlerweile Gesichter erkennen.Unter „beliebiger Content“ kann man sich nur Gesichter anzeigen lassen. Googles kostenlose Fotoorganisationssoftware Picasa kann die eigene Fotosammlung auf Gesichter hin durchsuchen.

Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis man nicht nur allgemein Gesichter, sondern bestimmte Gesichter im Sinne der Personensuche finden kann. Noch müssen die Fotos einen Mindeststandard erfüllen.

Glaubt man Klaus Eck, spielt das Web für die Personalsuche eine immer größere Rolle. Das Management der eigenen Reputation wird somit immer wichtiger.

Bisher sind unsere Freunde nämlich zu faul, bei peinlichen Fotos, die sie ins Web stellen, die Namen der Abgebildeten einzutragen. Die Wahrscheinlichkeit, auf solchen Fotos zufällig zu landen, ist mit Handycams, Digicams und Camcordern in Verbindung mit fortgeschrittenem Alkoholkonsum doch recht hoch.

Nun, auch ein Bewerber hat ein Recht auf Privatsphäre, selbst im Web. Im Gegensatz zu Herrn Eck bin ich allerdings der Ansicht, dass man sich nach Möglichkeit weitgehend heraushalten sollte aus dem Web. Wer aber schon im Web ist, sollte tunlichst jede Peinlichkeit vermeiden. Der Job, den man eventuell nicht bekommt ist da vielleicht noch nicht die schlimmste Konsequenz.