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Mehr Umweltschutz bedeutet mehr Lebensqualität

So kann man das Fazit der Autoren von “Faktor Fünf” zusammenfassen. Zufällig habe ich vor einigen Tagen die ältere Ausgabe “Faktor Vier” durchgeblättert. Das Buch ist weniger zum Schmökern als zum Nachschlagen geeignet. Es ist eine Sammlung von Ideen, wie sich die Effizienz von Ressourcen erhöhen und zugleich mehr Wohlstand schaffen lässt. Die Dämmung von Gedäuden zum Beispiel verringert nicht nur die Heizkosten, sondern kann auch das Raunklima deutlich verbessern. Ein vernünftiges Verkehrssystem schon die Nerven von Pendlern und verringert die Energieverschwendung. Eine vernünftige Beleuchtung verringert die Lichtverschmutzung, indem Licht dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird und ist zudem angenehmer als die heutigen Energiesparleuchten.

Die Modelle dafür sind altbekannt:
– Energy Contracting verteilt die Investitionskosten für die energetische Gebäudesanierung über einen langen Zeitraum und refinanziert sich direkt über die Einsparungen.
– Geräte zu leasen statt zu kaufen erhöht die Recycling-Fähigkeit und Langlebigkeit der Geräte und verringert die Soll-Bruch-Stellen heutiger industrieller Produkte.
Es gibt sehr viele kleine und große Ansatzpunkte zur Ressourceneinsparung. Leider fehlen die richtigen Anreize und Rahmenbedingungen. Im Verhältnis sind die Energiepreise noch zu niedrig, für Mieter und Vermieter sind Gebäudesanierungen oft uninteressant, der Individualverkehr ist trotz seiner hohen Kosten für viele Menschen wesentlich attraktiver als der öffentliche Nahverkehr.
Die Verschwendung von Ressourcen ist aber weder sozial noch wirtschaftlich sinnvoll. Ein großer Teil der Weltbevölkerung strebt den gleichen Lebensstil an, den die westlichen Länder schon lange pflegen. Daher müssen die Techniken für einen effizienten Umgang mit den knappen Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffen heute umgesetzt werden.
Umweltschutz kann sicher nicht bedeuten, dass wir alle zu Puristen werden. Umweltschutz und Ressourceneinsparung sind sowhol aus gesellschaftlicher als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Muss.

Gut essen und die Welt retten

Viele Vegetarier und Veganer wollen aus ökologischen oder politischen Gründen aus Fleisch verzichten. Es gibt – anders als oft behauptet wird – keine artgerechte Haltung für Tiere, die zum Verzehr gedacht sind. Es wird wertvolles Getreide erzeugt, um das Vieh zu füttern. Vor allem Kühe erkranken an einem Übermaß an Sojagenuß. Der Energieaufwand, der reingesteckt wird steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis, um es streng rational zu fassen. Das wäre ein geringeres Problem, wenn das Fleisch dann auch entsprechend viel kosten würde und nicht wie in Deutschland hochsubeventioniert.
Für die Aufzucht von Tieren werden Unmengen an Getreide verwendet. Die Erzeugung dieses Getreides verhindert oder verteuert die Nahrungserzeugung für Menschen. Dazu kommt, dass die hochmaschinisierte Landwirtschaft dazu beiträgt, die Böden durch Monokulturen, Überdüngung und schwere Maschinen allmählich zu zerstören, so dass der Anteil an nutzbarer landwirtschaftlicher Fläche nach und nach zerstört wird.
Veganer und Vegetarier können durch ihre Ernähung dazu beitragen, dass diese Zerstörung nicht weiter fortgetrieben wird, indem sie ökologisch sinnvolle Lebensmittel zu sich nehmen.
Das sollte man übrigens nur tun, wenn man die Lebensmittel essen mag. Es bringt nichts, sich mit Essen vollzustopfen, wenn man es nicht schmackhaft findet. Das hält keiner lange durch.
Lupinen sind so ein Lebensmittel. Lupine avancieren langsam zur Alternative zu Soja. Lupine sind eigentlich Blumen, die weit verbreitet sind. Die meisten Sorten enthalten Alkaloide, die sie ungenießbar machen. Erst in letzter Zeit wurden Sorten gezüchtet, die sich zum Verzehr eigenen: die Süßlupinen.
Aktuell werden sie vor allem als Mehl oder als ein Ersatz für Nüße zum Knabbern angeboten angeboten. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie auch hierzulande und vor allem auch auf schlechten Böden angebaut werden können. Sie reichern den Boden mit Stickstoff an, wodurch sie zur Verbesserung der Böden beitragen.
Sie sind ähnlich wie Linsen sehr eiweißreich, auch deshalb sind sie für Veganer interessant. Lupine könnten mittelfristig das europäische Gegenstück zu Soja werden, weil sie ähnlich verwendbar sind.

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Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael
Smith. Faktor Fünf. Droemer