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Auf dem Weg zur Echtzeitsuche

Was RSS-Feeds schon länger möglich machen, scheint jetzt auch bei den großen Suchmaschinen Einzug zu halten: die Echtzeitsuche. Google und Bing arbeiten mit Twitter zusammen, um aktuelle Tweets in die Suche einzubinden. Google möchte zudem auch Social Communities wie Facebook in seine Suche einbinden, wie Technology Review berichtet. Interessant dabei ist, dass Google zur Relevanzanalyse offenbar einen ähnlichen Algoritmus wie seinen PageRank verwendet,das heißt, die Relevanz eines Tweets hängt von der Zahl der Follower ab. Ein Tweeter mit vielen Mitlesern soll einen Teil seines Ranks auf Tweeter mit weniger Lesern vererben können, wenn er diesem folgt. Damit könnte das Thema Suchmaschinenoptimierung in die nächste Runde gehen.
Das dürfte vor allem für Marketing-Fachleute und Trend-Scouts interessant sein, um die Resonanz auf Produkte und Kampagnen in Echtzeit zu untersuchen. Gepaart mit Geotags, wie sie von GPS-Handys mitgeliefert werden, können Echtzeitsuchmaschinen tatsächlich einen praktischen Zweck bei der Katastrophenprävention spielen. Wenn in einer Region überdurchschnittlich oft nach Grippe, Grippemitteln oder verwandten Begriffen gesucht wird, könnte in dieser Region ein verstärkter Bedarf nach Impfmitteln bestehen.
Ich sehe da allerdings im Augenblick keinen Vorteil für den Normaluser, der mit der Blogsuche und Google News im Grunde schon alle interessanten Instrumente hat. Was aber tatsächlich fehlt ist ein effizienter Filter bei der normalen Suche. Wer etwa ein technisches Problem hat, muss sich durch jahrealte Foreneinträge wühlen, nur um festzustellen, dass seine Frage im Jahr 2005 nicht beantwortet wurde. Es gibt aber auch keine Möglichkeit, Ergebnisse auszufiltern, die ein bestimmtes Alter überschritten haben. Da viele Websites auf den Servern der Suchmaschinen zwischengespeichert sind, wäre es für sie kein großes Problem festzustellen, dass eine Seite sich seit mehreren Jahren nicht verändert hat. Zudem haben die meisten Forenbeiträge wie auch Weblogs eine Datumsangabe. Gerade vorhin habe ich nach einem Produkt gesucht, von dem ich in einem Artikel gelesen habe. Nach einer mehrminütigen erfolglosen Suche habe ich endlich festgestellt, dass es den Artikel gar nicht mehr gibt.
Tatsächlich scheint eher die Fixierung auf Aktualität an Relevanz zu verlieren.

Aus Freude an der Kommunikation

Es steht heute in jeder Stellenausschreibung: Sei kommunikationsstark! Sogar der Abfall-Abtransport-Fachmann muss heute vermutlich Krisenkommunikation treiben, wenn zum Beispiel ein verrotztes Taschentuch am Boden des Containers klebt.

Man wagt es kaum noch, sich über unverlangte Werbung im Briefkasten zu beschwerden. Wenn sie adressiert ist, hat man sie sich ohnehin selbst eingehandelt. Da haben es einige mit der Kommunikationsstärke wohl zu weit getrieben. Die größte Werbeschleuder dieser Art ist mittlerweile die Deutsche Post. Unverlangt erhält man eine Plastiktüte voller Werbung in den Briefkasten. Gut 100 dieser Packen liegen Samstag auf den hochhäuslichen Briefkästen.

Doch das größte Ärgernis ist heute die Massenkommunikation. Einige Leute meinen, sie müssten E-Mails an Hunderte von Personen verschicken, um ihnen etwas von wenig Belang mitzuteilen. Sie besitzen nicht die Gnade, die Adressaten zumindest in die BCC zu setzen. Einige wollen vermutlich ihre Mitbürger mit der großen Zahl der Leute beeindrucken, die sie kennen.Ich erhalte durch diverse Mailinglisten mittlerweile um die dreißig Mails am Tag. 25 davon werden ungelesen gelöscht. Über Filter werden die Mails automatisch einsortiert, die Mails von Mailinglisten landen praktisch alle ungelesen im Müll.

Wir sollten weniger Kommunikation wagen: Twittern statt Mailen, unsere Lebensweisheiten über Blogs, RSS oder StudiVZ verbreiten, wo sie jeder lesen kann, wenn er mag. Wir sollten öfter mal zum Telefon greifen, die zwanzig Meter zum Büro unseres Gesprächspartners nehmen, wir sollten Briefe schreiben und uns Mühe geben, die Kommunikation diszipliniert und entspannt zu gestalten. Und den Computer abschalten.

SEO IV – die Strukturebene

Ebenso wichtig wie die Inhaltsebene ist die Strukturebene. Die Struktur einer einzelnen Website basiert auf der Auszeichnungssprache HTML. Mit WYSIWYG-Editoren läßt sich ein solcher HTML-Code automatisch erzeugen. Von großer Relevanz sind folgende Bereiche:

1. Der Title oder Seitentitel: Er wird in den Suchergebnissen als erstes angezeigt und ist ENTSCHEIDEND dafür, dass ein User eine Seite anklickt. Er steht im Kopf einer HTML-Datei und nicht im eigentlichen Text der Seite. Sieht man ein Suchergebnis mit dem Titel “Unbenannte Seite 1” merkt man sofort, dass da jemand geschludert hat

2. Sprechende Links: Von Content Management CMS erzeugte Seiten waren früher sehr kompliziert. Heute werten Suchmaschinen auch die Links aus, deshalb sollten sie Keywords enthalten, siehe die Adressleiste oben. WordPress kann also standardmäßig sprechende Links erzeugen.

3. Tags im Inhalt: Struktur gewinnt eine Seite wie bei normalen Dokumenten mittels Überschriften und Hervorhebungen. WYSIWYG-Editoren wie Kompozer bieten solche Formatvorlagen standardmäßig an. Dabei sollte man den üblichen Unsinn vermeiden, etwa den ganzen Text fett oder kursiv zu machen oder willkürlich Überschriften vergeben. So doof sind die Bot-Programmierer nun doch nicht.

4. Alternativtexte und Titel für Multimedia: Innerhalb eines Links oder Multimedia-Elements lassen sich Alternativtext und Titeltext vergeben. Der Titel wird angezeigt, wenn man mit der Maus darüber fährt. Es spricht nichts dagegen, dass Suchmaschinen solchen wichtigen Text auswerten, aber die Meisten vergessen schlicht, dass es solch eine Möglichkeit überhaupt gibt.

Wichtig ist, dass über CSS definierte Klassen natürlich nicht gewertet werden können. Dazu müsste der Bot verstehen, was mit der Klasse gemeint ist, das kann er natürlich nicht.

Suchmaschinen lieben RSS-Feeds. Ein Weblog-Eintrag kann so oft innerhalb von Minuten in den Suchergebnissen auftauchen. Natürlich sollten sie auch gefüttert werden, sprich, man sollte etwas Relevantes mitzuteilen haben.

SEO Later – Tücken der Suchmaschinenoptimierung

Die Suchmaschinen sind heute immer unberechenbar. Ein eher unscheinbarer Beitrag von mir zu einem Beitrag von Craig Davidson im SZ-Magazin landet auf den ersten Plätzen im deutschsprachigen Raum. Der Beitrag, auf den ich verlinke, erscheint wesentlich tiefer, nicht einmal unter den ersten Zehn.

Woran das liegt? Vermutlich daran, dass das SZ-Magazin für Suchmaschinen nicht richtig zugänglich ist, während Blogs dank RSS manchmal innerhalb von Minuten und oft sehr weit oben in den Suchmaschinen auftauchen. Das mein kleines Blog eine höhere Autorität als das SZ-Magazin hätte, würde mich zwar freuen, wäre aber eher unwahrscheinlich. Entscheidendes Kriterium dürften aber die vergebenen Tags sein.