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Der Autor möchte gelesen werden

In der Regel verdienen Autoren kaum Geld mit ihren Texten. Die großen Ausnahmen wie Joanne K. Rowling oder Stephen King bestätigen die Regel. Viele Autoren sind hauptberuflich Übersetzer, Lektoren oder gehen einer Betätigung nach, die ihrem Schreiben vielleicht ferner liegt, aber ihnen ein Einkommen sichert.
Die meisten Autoren legen vor allem Wert darauf, gelesen zu werden. Das löst wahrscheinlich auch das Rätsel, warum es so viele kostenlose und oft hochqualitative Musikstücke, Videos und Texte im Netz gibt. Wenn man damit etwas verdienen kann, ist das nicht schlecht, wichtiger ist aber, überhaupt von einem interessierten Publikum zur Kenntnis genommen zu werden. Etwas anders ist das im übrigen bei Berufsprominenten, wo gesehen zu werden der eigentliche Beruf ist und das Einkommen sichert.
Dazu gibt es einen interessanten Text bei irights.info von der iranisch-stämmigen Schriftstellerin Sudabeh Mohafez, die von einer unerwarteten E-Mail berichtet. Eine Frau aus dem Iran teilte ihr mit, dass sie ein Buch von Mohafez ins Persische übersetzt habe – freilich, ohne sich vorher um die Erlaubnis bei der Rechtsinhaberin zu bemühen. Offenbar ist der Iran den internationalen Abkommen zum Schutz der Urheberrechte nicht beigetreten. Das Erstaunliche für Mohafez war etwas Anderes:

„Das Verrückte an der Situation war aber, dass ich mich freute – freute, obwohl ich keinen Cent an diesen speziellen Büchern aus meiner Feder verdienen würde, die nun also bald in den Teheraner Buchhandlungen ausliegen sollten, immer vorausgesetzt, die iranische Zensurbehörde gäbe grünes Licht für die Veröffentlichung; freute auch, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie fachkundig die Übersetzung durchgeführt worden war, geschweige denn, ob die Dame, die mir geschrieben hatte, überhaupt irgendeine Art von Lizenz oder wenigstens Kompetenz fürs Übersetzen besaß.“

Die Autorin erfuhr später, dass die Übersetzung gelungen war und das sie indirekt von der Aufmerksamkeit profitierte, die ihr Buch im Iran erfuhr, sie konnte weitere Honorare für Lesereisen in Deutschland bekommen.
Natürlich geht die Geschichte nicht immer so positiv aus. Das ist auch nicht als Plädoyer für das Übergehen der Urheber zu verstehen. Es erinnert uns aber daran, dass wir vielleicht ein wenig zu viel Zeit damit verbringen, unser Geld zu zählen und dabei unsere eigentlichen Intentionen aus dem Auge verlieren.

John Updike gestorben

Es ist komisch, je älter man wird, desto häufiger sterben Menschen, die man gekannt hat. Dabei macht es oft kaum einen Unterschied, ob es nun entfernte Bekannte waren oder Menschen, von denen von nur gehört hat. Ich denke, wenn man das Buch eines Autors liest oder das Lied eines Musikers hört, geht man in gewisser Weise auch eine intime Beziehung mit ihm ein.

Nun hat es ihn auch erwischt, John Updike, einer der bekanntesten Autoren der USA: Manche mögen ihn noch aus der Simpsons-Folge kennen, wo er Ghost-Writer von Herschel Crustovskis alias Crusty the Clowns Biographie war. In der taz erschien ein sehr schöner Nachruf auf ihn. Vielleicht sitzt er setzt auf einer Wolke den anderen großen Literaten, die ihre letzte Ruhe gefunden haben: Norman Mailer und Kurt Vonnegut.

Rest in Peace John