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Social-Media-Kurse – zu viel von zu wenig

Es gibt ein neues Ding im Internet – Social Media. Okay, das war nicht witzig. Zwangsläufig mit einigen Jahren Verspätung kommen die großen Kurse zum Social-Media-Einsatz im Unternehmen.
Viele dieser Kurse mögen für die blutigen Anfänger spannend sein, doch ein allgemeiner Fehler ist bei allen Kursen zu beobachten: sie beschäftigen sich zu sehr mit den einzelnen Plattformen und zu wenig mit Strategie. Warum ist das wichtig?
Zum einen, weil die Plattformen wechseln wie die Jahreszeiten. Niemand spricht heute noch von MySpace, VZ oder Second Life – das waren die Stars 2008. Eben so schnell kann es mit Facebook vorbei sein. Abgesehen davon hat man mehr davon, diese Plattformen spielend kennenzulernen.
Strategien hingegen kann man nicht nebenbei lernen. Man muss es irgendwie hinbekommen, konsistente Botschaften über längere Zeiträume hinweg zu vermitteln.
Natürlich benötigt man dafür konkrete Beispiele. Aber: die Plattform lernt man einmal kennen und das wars. Die Strategie lernt man einmal kennen und kann sie dann auf allen Plattformen ausrollen.
Mir scheint, dass die meisten Leute, die an solchen Kursen teilnehmen keinen Spieltrieb haben. Wenn man aber mit der gleichen Verbissenheit Online-PR betreibt wie die klassische PR betrieben wird, wird man nie entspannt mit den Medien arbeiten können. Am Ende feuern alle Organisationen den gleichen Senf aus ihren Tuben ab. Die Social-Media-Profile werden austauschbar wie Fruchtsäfte, die anders aussehen und doch alle gleich schmecken. Niemand hat den Mut, etwas Neues auszuprobieren, weil er nur das tut, was er im Kurs gelernt hat.

Social Media Monitoring für den Hausgebrauch – Suchen automatisieren

Im ersten Teil des Artikels ging es um die Frage, wozu man Monitoring privat einsetzen kann. Ein einfaches Werkzeug dafür ist Google Alerts, mit dem man einen großen Teil des Netzes automatisch durchsuchen kann.

Social Media Monitoring

Das Social Media Monitoring läßt sich gut für Jobsuchen oder auch das Online-Reputationsmanagement einsetzen. Ein Dienst wie Social Mentions bietet eine Echtzeichtsuche für Blogs, Mikro-Blogs, Videos, Bookmarks, Bilder und mehr. Alerts funktionieren hier im Prinzip wie bei Google. Ob man hier mit Operatoren arbeiten kann, wird allerdings nicht klar. und Wikio sind weitere Dienste, die man für das Internet-Watching verwenden kann. Bei diesen Diensten kann man real simple mit RSS-Feeds arbeiten, die abonniert man einfach, nachdem man einen Suchbegriff eingegeben hat.

Feintuning und Filtern

Wer nicht filtert, geht wahrscheinlich in der Flut der Meldungen unter. Filtern sollte man vor allem bei Suchbegriffen, die entweder sehr häufig vorkommen, Synonyme haben oder in sehr vielen für den eigenen Zweck nicht relevanten Kontexten vorkommen. Wir arbeiten mit anderen Worten semantisch.
Suchen wir nach dem Raubtier Jaguar, verwenden wir Begriffe, die häufig mit dem Tier zusammen verwendet werden und schließen alles aus, was sehr wahrscheinlich nur im Kontext des Sportwagens vorkommt.
Filtern ist immer eine delikate Aufgabe. Schnell filtert man zu wenig und erhält Hunderte irrelevanter Ergebnisse, wobei wichtige Resultate untergehen. Oder man filtert zu stark und verliert wichtige Ergebnisse. Ich empfehle daher, zum Einen mit Filtern zu experimentieren, bis man zufrieden ist und zum Anderen die Filter eher zu lasch als zu stark einzustellen.
Nehmen wir Twitter, wo viele lange Begriffe abgekürzt werden (A11Y für accessibility). Andererseits gehört Twitter heute zu den wichtigsten Quellen für Empfehlungen, also auch für Jobs. Mag auch sein, dass viele Unternehmen mittlerweile neue Stellen über Twitter bekannt geben.

Was man nicht beobachten kann

Die Grenzen dieser Dienste sind allerdings nicht zu vernachlässigen. In Deutschland sind viele soziale Netzwerke Blackboxes, die sich von außen nicht durchsuchen lassen. Wenn man das für sinnvoll hält, kann man teilweise Suchagenten anlegen, etwa bei Xing. Dafür braucht man ein Konto bei Xing, das heißt, die Jungs wissen nicht nur, wer man ist, sondern auch, was man sucht. Wer das nicht will, kann auch mit einem Fake-Profil arbeiten, was aber nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verboten ist.
Geschlossene Gesellschaften sind auch die großen Jobbörsen. Es handelt sich hierbei zumeist um geschlossene Datenbanken, die sich nur mit deren Webinferface durchsuchen lassen. Klar, die wollen ja Geld damit verdienen. Google und die anderen Dienste können hier nicht direkt zugreifen. Die Chancen sind nicht schlecht, dass hier neue Stellen via Twitter weiterempfohlen werden, immerhin lassen sich die Datensätze zumeist über Permalinks abrufen. Verlassen kann man sich darauf nicht. Das heißt, bei der Jobbörse seiner Wahl sollte man nicht auf die Suchagenten verzichten, welche die meisten Dienste anbieten. Man kann sich hier per Mail informieren lassen, wenn es neue Ergebnisse zu den eigenen Stichworten gibt. Kimeta wäre so ein Dienst, aber bei den großen Jobbörsen würde ich jeweils einen eigenen Agenten anlegen.
Für das persönliche Reputationsmanagement gibt es Dienste wie myonid, Yasni oder 123people. Diese Dienste tun allerdings nichts anderes als auf öffentlich zugängliche Quellen zuzugreifen und sie zusammenzufassen. Mit Google Alerts oder Social Mentions erreicht man meiner Beobachtung nach bessere Ergebnisse.

Alerts statt RSS?

Wer ständig auf der Jagd nach Informationen zu bestimmten Themen ist, liest normalerweise sehr viele RSS-Feeds. Auch hier können Monitorings einen besseren Überblick bieten. Wichtig ist dabei natürlich wie schon gezeigt, dass man die Stichworte passend wählt.
Nehmen wir an, wir suchen Informationen zum Thema Behinderung. Dann geben wir bei Google Alerts als Suchbegriff behindert | behinderung | handicap als Suchbegriffe ein und erhalten alle Beiträge, wo mindestens einer der Begriffe vorkommt. Dann geben wir noch -Verkehr ein, denn „Unfall behindert Verkehr auf A1“ wollen wir nicht haben.

Aktualität

Googles Indizierungsgeschwindigkeit ist sehr unterschiedlich. Dank RSS und Pings werden Weblogs normalerweise sehr schnell in die Suchergebnisse aufgenommen, bei kleinen oder mittelgroßen Organisationen kann es schon einmal eine Woche oder länger dauern, bis Aktualisierungen oder Änderungen übernommen werden. Dies sollte man im Hinterkopf behalten.
Zum ersten Teil des Artikels