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Beziehungen

Beziehungen scheitern oft daran, dass man sich zu oft sieht. Deswegen ist es auch oft schädlich, wenn man in jungen Bezeihungen früh zusammenzieht oder gar heiratet. Der Kindertherapeut Georg Romer sagt das in anderem Kontext:

Das Dauerquasseln, das Überhandnehmen der Flatrates bedeutet doch nur, dass die sozialen Bindungen zu anderen nichts mehr wert sind. Nur ein Kleinkind
muss seine Mutter stets verfügbar haben; wird der Mensch erwachsen, erlebt er, dass Beziehungen umso verlässlicher tragen, wenn man sich nicht in einem
fort sieht. Dass sie in der Tiefe der Seele über längere Zeit nachwirken müssen. Deshalb suchen die Menschen sich Symbole, Ringe zum Beispiel, um ihre
Zusammengehörigkeit auch in der Trennung zu spüren. Das geht durch eine dauernde akustische Verbindung verloren, wobei die Gespräche zwangsläufig verflachen.
Zur Beziehungsfähigkeit eines Menschen gehört, dass er die Verbindung zu anderen in seinen Gedanken, seinem Innenraum stabil halten kann, ohne dauernd
online zu sein. Und auf die Tragfähigkeit von Beziehungen ist unsere globalisierte Gesellschaft extrem angewiesen.
Georg Romer in Die Zeit 25/2008

Das ist natürlich statistisch schon signifikant. Je länger man zusammen hängt, desto öfter ergeben sich auch Gelegenheiten zum Streien. Dennoch steigt das Risiko des Clashes expotentiell, je mehr Zeit man zusammen verbringt.