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Knowledge Overkill

Unsere schwerste Aufgabe ist es heute nicht mehr, uns Informationen zu beschaffen, sondern eine Struktur hineinzubringen in die Informationen, die wir haben.

Informationen sind per se unstrukturiert. Wissen hingegen ist immer unstrukturiert. Wenn Wissen ein Auto wäre, dann wären Informationen Benzin, Autoreifen, Fensterkurbeln usw. Man kann sie irgendwie benutzen, aber ihren eigentlichen Zweck erfüllen sie erst, wenn sie zu einem Auto zusammengesetzt sind.

heute ist praktisch jeder Erwachsene gezwungen, Informationen zu organisieren. Behördenkorrespondenz oder Kontoauszüge müssen z. B. abgeheftet werden. Der moderne Student hat zudem Recherche zu leisten für Referate, Hausarbeiten und alles weitere.

Wenn er schlau ist, muss er sich sehr bald Gedanken darüber machen, wie die gesammelten digitalen organisiert werden können, so dass er sie wieder finden kann.

Ich habe im Laufe von ca. sechs Jahren etwa 10.000 Zeitungsartikel gesammelt. Es wäre naheliegend, diese Artikel nach Themengebieten zu sortieren – was ich auch gemacht habe. Allerdings habe ich sie vorher nach Quelle sortiert.

Der einfache Grund besteht darin, dass ich besser behalten kann, aus welcher Quelle ein Artikel stammt als daran, in welchem Themengebiet ich ihn abgespeichert habe.

Daran sieht man, dass mein System im Grunde nicht allgemeintauglich ist. Jeder kennt wohl die tiefgehenden Verzeichnisstrukturen eines Unternehmens, die ein Dutzend oder mehr Verzweigungen haben können. Es ist oft schwierig, sich dort einzuarbeiten, weil solche Strukturen oft wuchern.

Besser durchdacht sind die Systeme von Bibliotheken. Diese sollte man sich betrachten, möchte man ähnliches aufbauen. Sinnvoll ist es allemal.

Auf neuen Wegen – Navigieren für Webpiloten

Die Navigation einer Website hat in der Regel eine klare Struktur, sie besteht aus einer Reihe Hauptnavigationspunkten sowie diesen zugeordnete Unternavigationen. Es kommen selten mehr als drei Ebenen zusammen.
Doch jeder kennt das Problem: Eine Information passt in mehrere Schubladen, aber man möchte sie nicht zwei Mal abspeichern oder zuordnen.
Das Web 2.0 liefert im Prinzip die Antwort hierauf: Bei Blogs ist es üblich, Kategorien und Tags zu vergeben. Die Kategorien erfüllen im Prinzip die Aufgaben der Hauptnavigation. Die Tags sind die Unternavigation. Dabei kann jeder Beitrag mehreren Kategorien zugeordnet werden und beliebig viele Tags – also Stichworte – erhalten.
Im Gegensatz zur Volltextsuche erlauben Tags eine sehr viel genauere Suche.

Tags zeigen im Übrigen, wie eine simple Idee – die Vergabe von Schlüsselwörtern – ein ganzes System verändern kann. Würde man in einer Dokumentensammlung mit verschiedenen Formaten und Zehntausenden von Seiten einfach nur Tags vergeben, müsste man nur wenige Minuten suchen, anstatt sämtliche Dokumente Volltext zu indizieren oder sie gar in Echtzeit durchsuchen zu lassen.