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eLearning oder Webinar – neue Lernformen

Mittlerweile habe ich auch eine von diesen obskuren Lerneinheiten mitgemacht – Webinare sind Seminare, die online abgehalten werden. Um alles zu sehen und zu hören, benötigt man einen Web-Browser mit Adobes Flash und eine Software namens Adobe Connect, die ebenfalls installiert werden muss. Um mitmachen zu können, ist zudem ein Headset optimal. Wer außerdem noch gesehen werden möchte, sollte eine Webcam haben. Natürlich braucht man einen aktuellen Computer mit Breitband-Internet.
Obwohl das Ganze recht technisch unproblematisch ist, würde ich es nicht noch einmal machen. Live-Sessions sind zwar ganz nett, aber zum Einen stören die schlechten Headsets und vor allem die Mikrofone der Teilnehmer. Es ist teilweise recht schwer, etwas zu verstehen. Zum Anderen will das richtige Seminar-Gefühl doch nicht aufkommen. Den Leuten gegenüber zu sitzen ist dann doch etwas anderes. Das ist aber vermutlich Geschmackssache. Viele Anbieter stellen nach den Sessions auch die Aufzeichnungen bereit, was aber wiederum nicht der Sinn von Seminaren ist.
Was mir besser gefällt sind eLearning-Kurse. Beim W3C läuft derzeit ein Training zu SVG an. Bis zum 1. Oktober kostet die Anmeldung 99 Dollar bzw. 99 Euro (mit der Währungsumrechnung scheinen sie es nicht so zu haben).
Einerseits ist das Training im Gegensatz zum Webinar asychron, d. h. die Leute sind nicht alle gleichzeitig online, eine Echtzeitkommunikation ist selten möglich. Andererseits bietet die Plattform mit Foren und Weblogs gute Austauschmöglichkeiten.
Ich hatte vor zwei Jahren schon das Training für Mobile Best Practices beim W3C mitgemacht und fand das ganz spannend. Dabei sind bestimmte Aufgaben, Übungen und Quizes zu absolvieren, damit man ein W3C-Zertifikat erhalten kann.
Es gibt auch andere Formen des Online-Lernens wobei man die Lektionen einzeln mit einem Tutor absolviert. Das ist zwar auch ganz nett, da man aber normalerweise keinen festen Zeitrahmen hat, neigt man ein wenig dazu, die Lerneinheiten andauernd auf später zu verschieben.
Das asynchrone Lernen in der Gruppe scheint mir daher der beste Weg zu sein und ich würde jedem, der an der Materie interessiert ist empfehlen, einmal ein Training beim W3C mitzumachen.

Access-News vom 2. September 2010 – Werbung, Vektorgraphiken und eBooks

Niemand weiß, wie sich der Deal zwischen Yahoo und bing auf den Suchmaschinenmarkt auswirken wird. Yahoo wird mittelfristig die Suchtechnik von Bing übernehmen und alle eigenen Suchdienste beenden. Damit endet aber auch Yahoos große Zeit als Suchmaschine endgültig, es ist unwahrscheinlich, dass man die eigene Suchmaschinentechnik weiterentwickelt, wenn sie nicht einmal eingesetzt wird.

Im Gegenzug übernimmt Yahoo die Werbevermarktung und macht sich Gedanken um zugängliche Werbung.

Der Quasi-Monopolist Google und Konkurrent Google sucht derweil in Vektorgraphiken. Vektorgraphiken basieren im Gegensatz zu Pixelgraphiken auf geometrischen Berechnungen. Das XML-Format SVG ermöglicht es ähnlich wie Flash, komplexe Vektorgraphiken in Webseiten einzubinden. Das ergibt sehr viel weit reichendere Möglichkeiten, Diagramme oder komplexe Graphiken zugänglich zu machen. Diese werden heute immer noch als JPEG oder PNG eingebunden, womit weder Google noch Blinde etwas anfangen können. SVG ermöglicht außerdem das freie Skalileren – sprich Vergrößern oder Verkleinern – von Graphiken ohne Qualitätsverlust. Der kommende Internet Explorer 9 wird SVG zumindest teilweise unterstützen.

Mit SVG, CSS3, HTML5, CANVAS und ein wenig JavaScript dürfte das Web einen wahren Quantensprung machen. Die Designer werden nicht daran vorbei kommen, diese Möglichkeiten zu nutzen, das Zauberwort heißt hier Suchmaschinenoptimierung. Wenn Graphiken durchsuchbar werden wird das Ranking einer Website verbessert.

INCOBS liefert eine Marktübersicht über E-Book-Reader mit Größe, Graustufenanzeige und Text-to-Speech-Funktion. Lustigerweise fehlt der Marktführer Amazon Kindle . Tatsächlich gibt es zwei eher unbekannte Geräte mit TTS, das Pocketbookund der Onyx Book. Vermutlich läßt sich keines der Geräte ohne Weiteres von Blinden bedienen, aber für Sehbehinderte und Menschen mit Leseschwäche könnten die Geräte interessant sein.

Access News der Woche vom 9. Juni – HTML5 zieht in die Browser ein

Apple kommt mit Safari 5 heraus. Der Browser bringt eine erweiterte Unterstützung für HTML5 mit. Außerdem kann er – vermutlich auf Basis von HTML5 – Artikel hervorheben. HTML5 bringt „sprechende“ Tags wie article, navi und footer mit, so dass eine semantische Auswertung von Tags möglich wird.

Apple stellt das neue iPhone vor, das noble Gerät gibt es schon Ende Juni zu kaufen. Es bringt allerlei Neuerungen mit, angeblich soll man damit sogar telefonieren können. Die billigste Variante soll 900 Euro + x ohne Vertrag kosten. Wer also einen Monatslohn in der Hosentasche mitschleppen möchte: voila.

HTML5 bleibt in aller Munde. WebAIM hat einen weiteren Beitrag veröffentlicht: SVG ist ein freier Standard für Vektorgraphiken und eine gute Alternative zu Flash. Außer dem Internet Explorer wird SVG offenbar von allen Browsern unterstützt. SVG ist ein XML-basiertes Format und deshalb im Gegensatz zu Flash auch suchmaschinentauglich.

Nur nebenbei: SVG ist auch für Blinde eine schöne Möglichkeit, Vektorgraphiken und Animationen zu erzeugen. Dazu muss man allerdings zumindest in SVG und vermutlich auch in DOM und JavaScript fit sein und graphisches Vorstellungsvermögen haben. Ob das gut klappt, weiß ich allerdings nicht.

Sylvia Egger beschäftigt sich weiterhin mit Media Playern. Im aktuellen Beitrag geht es um Untertitelung.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) bittet um Unterstützung: Es geht um den Zugang zu Literatur und deren Umwandlung in zugängliche Formate. Damit sind die Formate Braille und DAISY – Hörbücher – gemeint. Ein kleines Rätsel zum Schluss: Warum setzt sich der DBSV nicht für zugängliche eBooks und ein blindengerechtes digitales Rechtemanagement ein, womit nicht fünf, sondern eher 95 Prozent der englischen und deutschen bücher zugänglich wären? Und das zweite kleine Rätsel am Abend: Warum setzt sich der Blindenverband nicht mit anderen Behindertenverbänden zusammen, um Bücher wirklich für alle zugänglich zu machen und ein anständiges Lobbying zustande zu bringen? Natürlich haben nicht alle Behindertenverbände die gleichen Interessen, aber wo das doch der Fall ist, sollte man auch zusammenarbeiten. Stattdessen fechten die Vereine ihre kleinen Schlachten jeder für sich aus.