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Immer, überall, jederzeit – vereint kommunizieren

Und wenn Sie es nicht mögen, können Sie es ja zurückgeben. Oder auch nicht. Unified Communications ist der neue Hype der IT-Branche. Instant Messaging, E-Mail, Video, Voice over IP – alles aus einer Hand, alles in einer Oberfläche.

Während die Kanäle möglicher Kommunikation immer zahlreicher werden, ist die Infrastruktur aus der Steinzeit. Die Kollegin, die zwei Tage die Woche in einem anderen Bürogebäude sitzt, muss über eine Kollegin im alten Büro ihre Anrufe übermittelt bekommen. E-Mails werden – je belangloser, desto besser – ausgedruckt und archiviert. Faxe, die zum gleichen Kontext gehören, werden ebenfalls archiviert – aber woanders.

Wird nun alles wunderbar? Wahrscheinlich nicht. Die Vergangenheit zeigt, dass solche Technologien nie das einhalten, was sie versprechen. Videoconferencing hat sich auch deshalb nicht durchgesetzt, weil es die Möglichkeit nicht bietet, jemandem die Hand zu schütteln. Weihnachten im engsten Famlienkreis würde man schließlich auch nicht über eine Konferenz-Schaltung machen.

Auf die Gefahren des Präsenzmanagement habe ich schon aufmerksam gemacht. Zu irgendeinem Zeitpunkt wird es wirklich nicht mehr möglich sein, unerreichbar zu sein. Der U-Bahn-Tunnel ist dann kein Refugium für Mobilfunk-Geplagte, der Mount Everest wird über Satelit versorgt und selbst das Bermuda-Dreieck bekommt seinen Telefonanschluss. Aus einer möglichen Erreichbarkeit wird eine ständige Verfügbarkeit. Und manche werden dankbar nicken und sagen, dies ist notwendig und gut.

Grün, sicher, kommunikativ

Die IT-Messe SYSTEMS setzt in diesem Jahr auf die – nicht ganz neuen – Themen Green IT, Unified Communications und IT-Security. Die SYSTEMS scheint sich allmählich in Richtung breite Nutzerschaft zu entwickeln. Schließlich haben Themen wie Navigation, grünes Rechenzentrum und IT-Security nicht originär mit Unternehmen zu tun. Da passen eher kryptische Namen wie ERP, CRM und BI.
Da abgesehen von einer Hand voll Spezialisten und Anwendern niemand so genau weiß, was sich hinter diesen Abkürzungen verbirgt, zielt die Themensetzung auf einen breiten Bereich.
In Zeiten der Finanzkrise kann es schon als Erfolg gelten, dass eine Messe nicht glatt komplett ausfällt, wie in Spanien jüngst geschehen.

What UC is what you get

Unified Communications ist der totale Renner. Alles in einer Hand, Telefonieren, Mailen, Instant Messagen, videotelefonieren… Nur wenige haben offenbar gemerkt, was ein bestimmtes Feature für Nebenfolgen hat. Instant Messaging erlaubt die Abfrage, ob Person XY gerade erreichbar ist. UC als solches erlaubt die Kontrolle der gesamten Kommunikation, praktisch lassen sich sämtliche Anrufe mitschneiden und archivieren – auch die privaten.
Zum bitteren Ende gedacht erlaubt UC die totale Kontrolle des Mitarbeiters. Denn schließlich sollen mobile Features es ermöglichen, die UC-Möglichkeiten auch unterwegs zu nutzen. Der Arbeitgeber weiß also jederzeit, ob man sein Gerät gerade eingeschaltet hat, mit wem man telefoniert hat, wie lange und eventuell sogar – Geomapping machts möglich – wo er sich zu jedem Zeitpunkt aufhält, an dem er das Gerät bei sich und eingeschaltet hat.

Nebenbei: wenn sich die Videotelefonie durchsetzt, muss tatsächlich fast jeder, der halbwegs wichtig ist und Kontakt nach außen hat, immer wie aus dem Ei gepellt aussehen.