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Charles Bukowski – der Underdog der US-Literatur

Die amerikanische Literatur ist unglaublich vielfätlig, was aber nicht auffällt, wenn man die Bestseller-Listen studiert. Ob Tom Clancy, John Grisham, Robert Harris oder Philip Roth, die Bestseller-Literatur wimmelt von glatt geleckten Charaktären der Upper Middle und und Upper Class.

Das Gegenstück dazu lieferte der deutschstämmige Charles Bukowski. Hank, wie wir ihn nennen wollen, wuchs in der unteren Mittelschicht auf, litt an einer entstellenden Hautkrankheit, prügelte sich mit MItschülern, schmiß das Studium und erledigte danach einen speckigen Job nach dem nächsten.

Hanks Geschichten haben fast immer etwas Autobiographisches. Seine Autobiographie lieferte er mit „Fast eine Jugend“. Es gibt wohl niemanden, der die amerikanische Unterschicht, den „white trash“ eindrücklicher geschildert hat als Hank. Die Journalistin Barbara Ehrenreich schilderte in „Working poor“ diese Unterschicht, deren Leben sich um Wohnwagensiedlungen, schlecht bezahlte Jobs, häufig um Drogen-, Medikamenten- und Alkoholmißbrauch dreht.

Doch die nüchterne Sprache der Soziologie kann die Realität nicht fühlbar machen. Die amerikanischen Antihelden haben wenig Ähnlichkeit mit jenen Personen, die unser Fernsehen bevölkern.