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Das ewige Sicherheitsdilemma

Hacking ist ein ewiges Katz- und Mausspiel. Wenn unter Kriminellen eine Sicherheitslücke bekannt wird, ist diese blitzschnell verbreitet. Tools sind schnell programmiert.

Die Softwarehersteller stehen vor dem Problem, dass sie eine Sicherheitslücke nicht bekannt geben können, bevor sie geschlossen wurde. Ansonsten laden sie jene Hacker, denen die Lücke bisher nicht bekannt war dazu ein, das Zeitfenster auszunutzen, welches zwischen dem Bekanntwerden der Sicherheitslücke, dem Stopfen des Loches und dem Update beim User besteht.

Handelt es sich zum Beispiel um eine Lücke in Windows, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass vielleicht zehn Prozent der Benutzer ihren Rechner nicht regelmäßig updaten – sicher sind es mehr – und dies wären schon einige Millionen Nutzer, deren System angreifbar ist.

Vor allem Unternehmen daten ihren Virenschutz nicht einmal pro Tag, sondern stündlich ab. Der Ansatz,  Schädlinge an ihren Signaturen zu erkenne,  scheint nicht mehr zielführend zu sein. Stattdessen werden Tools wie ThreatFire benötigt, die Schädlinge an ihrem charakteristischen Verhalten erkennen.

OpenSource-Lösungen scheinen bisher im Bereich Sicherheit besser abzuschneiden. WordPress zum Beispiel gibt fast alle zwei Wochen eine neue Version heraus, wohl im Wesentlichen, um Bugs und Sicherheitslöcher zu stopfen. Anders sieht es zum Beispiel beim Microsoft Outlook bzw. Outlook Express aus: ein Schweizer Käse der Sicherheitslücken.

Das Tier Mensch – ist die Soziologie endgültig überflüssig?

Der in Ehren ergraute Biologe Desmond Morris ist weniger bekannt, als er sein müsste. Mit seinen Büchern “Der nackte Affe” und “Das Tier Mensch” gewährte auf unterhaltsame und amüsante Weise Einblick in die Verhaltensbiologie, in Evolution und instinktgesteuertes Verhalten des Menschen.
Was Richard Dawkins für Religiöse sein mag, dürfte Morris für Pädagogen und Soziologen sein, ein rotes Tuch. Denn Morris versucht in “Das Tier Mensch” sämtliches Verhalten des Menschen yuv D Evolution, Gene und Instinkt zurückzuführen. Irgendwie ist fast alles auf Sex und Fortpflanzung ausgelegt. Der Mensch ist ein System, dessen einziger Zweck es ist, sich fortzupflanzen und alles, was er tut, ist genau hierauf ausgerichtet. Doch Morris ist auch Künstler und versucht auch, die Kunst aus der Biologie abzuleiten.
Die Soziogogen allerdings beschränken sich in der Regel darauf, die Biologen zu ignorieren. Ihr Versuch, sich zu wehren, fällt eher schwächlich auf, weil sie weder Zeit noch Lust haben, sich in naturwissenschaftliche Sachverhalte einzuarbeiten.
Vor allem die Soziogogen in Deutschland haben das Image des weltfremden Professoren geerbt, der in seiner Einöde komplexe Erklärungs- und Begriffssysteme zu einer Realität schafft, von der kaum jemand weiter weg ist als er.
Dabei liegen die Schwächen von Morris auf der Hand. Nicht alles Verhalten ist aus Sexualverhalten ableitbar. Die Menschen sind – wie in Joachim Bauers Büchern nachlesen kann – weder hundertprozentig genetisch vorbesimmt noch sind sie Wesen mit vollkommen anerzogenem Verhalten. Tatsächlich ist eine Wechselwirkung, Gene können an- und abgedreht werden und dies hängt sehr oft von der Außenwelt ab.

Parallele Gesellschaften

Jeder von uns hat eine persönliche Erlebniswelt und ist zugleich von anderen Welten des Erlebens ausgeschlossen.

Eine Welt kann dabei so definiert werden, dass sie kulturell anders ist. Das heißt nicht unbedingt “ausländisch”, sondern vor allem, dass sie in ihren spezifischen Ausdrucksweisen anders ist.

Jemand, der keine Ahnung von Kunst hat, fühlt sich von dem Verhalten des Kunstverständigen abgestoßen. Diese Leute pflegen ein bestimmtes Verhalten, bewegen sich in bestimmten Kreisen und sprechen in einer Art Geheimsprache.

Man kann leicht den Eindruck gewinnen, es herrsche eine Art Verschwörung vor, dazu angetan, dich aus diesem illustren Kreis herauszuhalten. Und so ist es auch.

Der Kenner erkennt den Unkenner an dessen verständnislosen Blick, an seiner Unfhäigkeit, die Verhaltensvodes und Sprachstile nachzuahmen.

Das ist kein Spezifikum der Kunst, sondern in vielen anderen Peer Groups verbreitet: den verschiedenen Wissenschaften, diversen Sportarten, aber – und darauf wollen wir hier heraus – in der Schicht der Besser Betuchten.

Was Michael Hartmann als klassenspezifischen Habitus bezeichnet hat, der Gehobene oder der sich dafür hält, spült es aus jeder Hautpore hervor. Er hält sich für etwas Besseres.