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Die Passion Bloggen

Das Bloggen ist eigentlich schon relativ alt, zumindest wenn man die Zeitmaßstäbe des Web anlegt.Aber warum bloggt man eigentlich? Das kostet Zeit, Pflege, man riskiert dumme Kommentare und Hackerangriffe.

Bloggen bedeutet viele Dinge zugleich: Es ist Selbstdarstellung, eitelkeit und Mitteilungsbedürfnis. Zugleich ist es eine Fingerübung. Ähnlich wie ein Journliast ist ein blogger immer auf der Suche nach interessanten und relevanten Themen, stellt mehr oder weniger interessante Fotos oder Videos online oder stellt solche Texte, Bilder oder Videos vor, die er für interessant hält.

Das Internet hat alles in allem die Ausdrucksmöglichkeiten des Einzelnen enorm erhöht. weil zugleich Video- und Fotokameras, Bandbreite und Multimediatools sehr günstig zu haben sind, kann heute fast jeder fast alles online stellen. Betreibt er ein wenig Aufwand, kann er damit auch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit bekommen.

Man muss heute noch nicht nachweisen, dass man einen Film bei YouTube eingestellt hat, um an eine Filmhochschule zu kommen. Aber schaden kann es nicht.*

* Es sei denn, es ist einer dieser verwackelten Aufnahmen einer Party mit marginalem Sound, wo das Interessanteste noch das Erbrochene eines Gastes ist, der es nicht mehr aufs Klo geschafft hat. Von einem angehenden Filmhochschüler erwartet man natürlich ein wenig mehr.

Warum Web 2.0 für die Wissenschaft?

Nachdem wir bereits einige Beispiele für die Nutzung von Web 2.0 gegeben haben, muss einmal die Frage behandelt werden, warum Web 2.0 überhaupt Eingang in die Wissenschaft finden sollte.

Was immer sich in den letzten hundert Jahren abgespielt haben mag, die Wissenschaft ist noch immer ein elitärer, abgeschotter Zirkel mit geheimen Codes, geschlossenen Schulen, Ketzerverbrennung und Selbstverliebtheit. Nach dem Motto, das dumme Volk versteht uns eh nicht, verweigern sich die Wissenschaftler stetig der Neugier derjenigen, die ihre Umtriebe über Steuermittel finanzieren.

Wer zahlt, möchte auch sehen, wofür er zahlt. Und der Wissenschaftler bricht sich nichts, wenn er in der Lage ist zu erklären, was er eigentlich tut und worin dessen Nutzen besteht.

Die Selbstkontrolle spielt in der Wissenschaft noch keine große Rolle. Daher konnten Aufsätze plagiert werden, wissenschaftliche Ergebnisse manipuliert,
öffentliche Gelder für Unsinn verschwendet werden.

Der Wissenschaftler schätzt Kritik nicht besonders und Selbstkritik ist ihm fremd. Das Web 2.0 zwingt ihn dazu, auch Kritik anzunehmen und damit vernünftig umzugehen.

Und schließlich zwingt das Web 2.0 dazu, sich einfach aber präzise auszudrücken. Dies erhöht seine Fähigkeit, seine Arbeiten sauber zu strukturieren und zwingt vor allem deutsche Wissenschaftler, sich vom Zunftjargon zu verabschieden.