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Indymedia – im Web 2.0 schreibt jeder die Nachrichten

Indymedia ist eine Plattform, auf der so ziemlich jeder seine Nachrichten veröffentlichen kann. Die Plattform wird überwiegend von Linken benutzt, um etwa über kleinere Protestaktonen zu berichten. Eine größere Rolle spielte die Site etwa bei den bundesweiten Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren im Winter 2004.

Indes ist es still geworden, links angesiedelte Online-Magazine wie Telepolis verweisen so gut wie nie auf Indymedia. Redet man von Web 2.0, wird Indymedia kaum erwähnt. Um ehrlich zu sein, in der ganzen Zeit seit den Studentenprotesten habe ich nichts mehr von Indymedia gehört.

Der Vorteil dieser Plattformen ist tatsächlich ihr größtes Manko: die Mitteilungen flattern ungefiltert und redaktionell unbetreut ein. Die Schreiber sind unbekannt.

Wo also normalerweise jede Nichtigkeit kommuniziert wird, weil man die Urheber der Information kennt, sind semiimportante Informationen über einen Protest in XY bei Köln gegen weiß Gott was für niemanden interessant. Zeitungen wie die Junge Welt können zumindest noch rudimentär filtern, auch wenn sie über jede Protestaktion berichten.

Ich erinnere mich noch an meine Zeit im AStA. Da schickte der Dachverband der Studierendenvertretung einmal pro Woche eine ellenlange Mail mit Informationen herum. Alleine der Scrollbalken zur Rechten ließ schlimmes ahnen, so dass diese Mail ungelesen im Papierkorb landete. Und das jede Woche.

Sie enthielt vermutlich die ungefilterten Aussagen irgend welcher Leute, die man zur Kenntnis nehmen möge.

Digitales Leben – Obama revolutioniert den Wahlkampf

Zweifellos hat Barack Obama rhetorisches Talent und Ausstrahlung. Doch das haben viele andere Kandidaten vor ihm auch schon gehabt. Das Besondere an ihm ist, dass er die Technologien des 21. Jahrhunderts einsetzt.

Mit Handy- und Internetkampagnen erreicht Obama weite Teile derjenigen, die Fernsehen und Radio meiden und selten auf Wahlkampfveranstaltungen gehen, die Jugendlichen.

Mit einem cleveren System hat er viele Millionen Dollar an Kleinstspenden eingesammelt. Obama ist somit der Kandidat der Zukunft und hat neue Maßstäbe im Wahlkampf gesetzt.

Wer sich übrigens weiter mit der Situation der Afroamerikaner beschäftigen will, lese hier nach über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und deren charismatische Führer Malcolm X und Martin Luther King.

Designen für das Web 2.0 – neue Herausforderungen

Ob Hype oder nicht, wer Web 2.0 einsetzen will, muss neue Maßstäbe im Design setzen. Die klassische Konstellation aus Banner, Navigation und Inhalt muss einer Sidebar Platz machen, die Mitmachfunktionen an prominenter Stelle unterbringt.
Dabei muss die Übersichtlichkeit gewahrt bleiben. Die Hauptnavigation bleibt natürlich das Skelett der Website. Die Web-2.0-Funktionen müssen sich davon optisch deutlich abheben.
Kann man Beiträge schreiben, muss es eine Unternavigation für diese Beiträge geben.
Hat man zudem ein Nutzersystem – das man immer haben sollte, möchte man eine Community aufbauen – müssen auch hier entsprechende Funktionen eingebaut werden.
Schließlich müssen auch die Ergebnisse des Mitmachens deutlich sichtbar werden, Kommentare müssen unterhalb des Kommentierten angezeigt werden und am besten über einenen seiteninternen Link ansteuerbar sein.
Ideal ist hier eine optische Trennung, etwa eien horizontale Hautpnavi und ein vertikales Menü. Oder umgekehrt.
Sinnvoll mag auch eine optische Trennung sein, wobei die Hauptnavi aus Gründen der Nutzerfreundlichkeit immer links oder oben sein sollte. Da sich die 22-Zoll-TFTs allmählich durchsetzen, kann man durchaus „in die Breite“ gehen.
Weniger sinnvoll sind es allerdings, das Ganze über die beliebten Pulldownmenüs von JavaScript zu realisieren. Wer eine Beteiligung möglichst vieler Personen wünscht, muss entsrprechende Funktionen deutlich sichtbar auf dem Eingangsscreen – also ohne scrollen – und auf jeder Seite anbieten.
Beliebt sind auch Beitragslisten, die auf einzelnen Beitragsseiten angezeigt werden. Es ist fast immer eine Top-Tenliste, die angezeigt wird. Ich tendiere eher dazu, eine Zufallsauswahl zu präsentieren. Diese Liste sollte aber, schon aus Platzgründen, nicht im Hauptfenster angezeigt werden, sondern erst durch scrollen sichtbar werden. Alternativ lässt sich auch ein Anker in der Seitennavigation einbauen, der einen direkten Sprung vom Startsreen zu der Liste ermöglicht und zumindest deutlich macht, dass eine solche LIste existiert.

Corporate Web 2.0 – die Chancen des Web 2.0 im Unternehmn

Web 2.0-Technologien haben zumindest in deutschen Unternehmen bisher kaum Einzug gehalten. Das Intranet sieht häufig so aus wie im Jahr 2000 mit eher statischen Informationshäppchen, Newsticker und mehr oder weniger wichtigen Formularen und Rundschreiben. Oft gibt es auch die Möglichkeit, Profile einzurichten, diese Funktionen sind aber entweder gut versteckt oder so eingerichtet, dass sie nicht sehr praktisch sind.

Nur wenige Unternehmen verwenden Weblogs, kaum eines scheint Foren, Chats oder Instant Messaging zu benutzen.

Natürlich ist nicht jede Technologie für jedes Unternehmen sinnvoll. Doch es gibt reichlich Möglichkeiten, die durch die Social-Web-Technologien erschlossen werden können:

– interne Kommunikationsabläufe können verbessert werden

Die E-Mail-Flut wird eingedämmt, weil man etwa auf Foren oder Instant Messaging setzt.

– Projekte können besser geplant und koordiniert werden

Statt zwei benötigt man nur noch eine Sitzung pro Woche, um relevante Informationen auszutauschen.

– Kundenkommunkation gewinnt eine persönliche Note

Potentielle und bestehende Kunden werden besser angesprochen, weil sie durch das Social Web eher persönlich angesprochen werden als durch Werbung, anonyme Mails oder Infobriefe.

Warum Web 2.0 für die Wissenschaft?

Nachdem wir bereits einige Beispiele für die Nutzung von Web 2.0 gegeben haben, muss einmal die Frage behandelt werden, warum Web 2.0 überhaupt Eingang in die Wissenschaft finden sollte.

Was immer sich in den letzten hundert Jahren abgespielt haben mag, die Wissenschaft ist noch immer ein elitärer, abgeschotter Zirkel mit geheimen Codes, geschlossenen Schulen, Ketzerverbrennung und Selbstverliebtheit. Nach dem Motto, das dumme Volk versteht uns eh nicht, verweigern sich die Wissenschaftler stetig der Neugier derjenigen, die ihre Umtriebe über Steuermittel finanzieren.

Wer zahlt, möchte auch sehen, wofür er zahlt. Und der Wissenschaftler bricht sich nichts, wenn er in der Lage ist zu erklären, was er eigentlich tut und worin dessen Nutzen besteht.

Die Selbstkontrolle spielt in der Wissenschaft noch keine große Rolle. Daher konnten Aufsätze plagiert werden, wissenschaftliche Ergebnisse manipuliert,
öffentliche Gelder für Unsinn verschwendet werden.

Der Wissenschaftler schätzt Kritik nicht besonders und Selbstkritik ist ihm fremd. Das Web 2.0 zwingt ihn dazu, auch Kritik anzunehmen und damit vernünftig umzugehen.

Und schließlich zwingt das Web 2.0 dazu, sich einfach aber präzise auszudrücken. Dies erhöht seine Fähigkeit, seine Arbeiten sauber zu strukturieren und zwingt vor allem deutsche Wissenschaftler, sich vom Zunftjargon zu verabschieden.

Wissenschaft im Social Web 2.0 – Blogs

Während Foren auf eine Diskussion ausgerichtet sind, in der grundsätzlich alle gleichberechtigt sind, zielen Blogs eher auf das Ein-Sender-Viele-Empfänger-Prinzip ab.
Ein Blog ist ideal, um kleine Fortschritte und Zwischenergebnisse bekannt zu geben, innerhalb einer Community oder auch öffentlich. Dies ist bei langen Untersuchungen interessant, wo die Teilnehmenden normalerweise bis zum Ende auf dem Trockenen liegen.
Für Psychologen sind Blogs deshalb interessant, um Versuchspersonen zu bekommen und als Multiplikatorfunktion. Normalerweise ist es recht schwierig, VPs zu bekommen. Mit Blogs können auch sie relativ problemlos über die Ergebnisse der Untersuchungen informiert werden, an denen sie teilgenommen haben. Sie werden dann eher bereit sein, anderen von ihren Erfahrungen zu berichten, die dann auch eher bereit sind, sich als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen.

Die Kommentarfunktion ermöglicht es, Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, Fehler im Ablauf schnell festzustellen und erfüllen somit eine Selbstkontrollfunktion. So etwas ist in der Wissenschaft noch nicht sehr angesehen. Kritik ist das ungeliebte Stiefkind der Wissenschaft, ihre ebenso unbeliebte Schwester ist Selbstkritik.

Web 2.0 für die Wissenschaft – Foren

In einer Reihe von Beiträgen ging es hier um das Web 2.0 oder Social Web. Dabei wurden vor allem jene Aspekte beleuchtet, die für Privatpersonen interessant sind. Sie stellen im Grunde eine Fortsetzung der Kommunikation aus der Realität dar, wobei sich die Basis und die Reichweite geändert haben, aber im Grunde die selbe Art von Informationen ausgetauscht wird wie im realen Leben.
Doch das Web hat auch ganz praktischen Nutzen. Die Wurzeln des Internet liegen in der Wissenschaft und an den Universitäten. Sein Zweck war der Austausch von Informationen in Foren. Die Zahl der Nutzer war überschaubar, noch überschaubarer war die Zahl der Computer, die Zugang zu diesem Netz hatten.

Ein Forum ist im Grunde der Archetyp des Net und hat sich bis heute gehalten, wenn es heute auch fescher aussieht mit Emoticons, bunten Bildchen und kuriosen Nicknamen.
Foren können zum wissenschaftlichen Austausch genutzt werden. Diskutant A

Mittlerweile kann jeder ein privates Forum betreiben, entweder auf dem eigenen Webspace oder bei kostenlosen Anbietern. Foren sind als dokumentierende Diskussionen ideal, um Thesen mit auserlesenen Menschen – oder mit jedermann – zu diskutieren.
Die Thesen können frei formuliert oder als Essay vorgetragen werden. Jeder sagt seine Meinung, ist aber gezwungen, sich an die Netiquette – sprich, den Web-Knigge – zu halten. Dies ist wesentlich einfacher, wenn die Teilnehmer nicht anonym sind, sondern einander kennen.
Foren sind die vermutlich einfachste, aber dennoch eine der besten Kommunikationsformen im Web. Wer mit Kritik gut umgehen kann, hat hier die Chance, eine einmalige Diskussionskultur zu erleben und seine Thesen unnachahmlich zu verfeinern.

Doing Web – das Social Web als Do-it-your-self

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Der Computer hat aus jedem Menschen einen potentiellen Künstler gemacht – sofern er einen Computer hat, die richtige Software und ein wenig Geschick und Geduld.
Das Social Web macht es nun auch noch möglich, das Produzierte online zu stellen. Wer mit einer billigen Digitalkamera oder DigiCam ausgestattet ist, kann halbwegs gute Fotos erstellen oder gar Videos produzieren.
Das zu Yahoo gehörende Foto-Blog Flickr erfreut sich enormer Beliebtheit – ein wenig merkwürdig, denn hier gibt es fast nur fotos. Mittlerweile gibt es allerdings auch kurze Videos. Die Qualität, Ästhetik oder gar Relevnz der Fotos ist vollkommen unterschiedlich, vielleicht liegt gerade darin der Reiz des Foto-Blogs, dass man sowohl auf Kiesel- als auch auf Edelsteine treffen kann.
Weit aufwendiger ist die Erstellung guter Videos: YouTube ist hier Vorreiter, was das Ausstellen angeht. Videos schwanken naturgemäß in ihrer Qualität noch wesentlich stärker als Fotos, da hier wesentlich mehr Elemente ins Spiel kommen: Licht, Bewegung, Ton, Sprache… Dennoch ist YouTube sicherlich eine der erfolgreichsten Seiten im Internet überhaupt. Hier gibt es z. B. ein handwerklich gut gemachtes Video, welches die Produktion von Web 2.0 deutlich macht.

Für Musik und Literatur gibt es interessanterweise noch keine Plattformen, die sich solcher Beliebtheit erfreuen wie Flickr und YouTube. Dabei kostet ein gutes Musikstück oder Literatur ebensoviel Arbeit, verlangt wesentlich weniger Speicherplatz und ist auch schneller verbreitet.
Zudem ist keine der Plattformen gut geschützt. Fotos runterzuladen ist keine große Sache, aber auch für YouTube existieren Tools, die das Downloaden kinderleicht machen.
Was treibt die Leute also dazu, trotzdem mitzumachen?
Es dürfte vor allem der grenzenlose Narzissmus sein, der in unserer Gesellschaft fest verankert ist. Der Glaube, das eigene verwackelte Partyvideo möge alle Anderen auch interessieren, scheint weit verbreitet zu sein.
Eine nicht zu unterschätzende Komponente ist jedoch, dass in jedem Mensch ein Künstler steckt, wie schon Beuys sagte. Ob man damit Geld verdient, ob es allen gefällt, ob es handwerklich gut ist, ist dabei sekundär.

Fazit 1: Web 2.0 ist der Weg, nicht das Ziel

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Wie wir an den Beispielen gesehen haben, ist für die meisten Menschen Web 2.0 nicht das Ziel, sondern der Weg, das Ziel ist, wahre Menschen in der Wirklichkeit treffen. Es kann durchaus spannend sein, über heiße Themen in Foren zu diskutieren. Es ist durchaus interessant zu wissen, was der Kumpel gerade tut. Und für ein gutes Weblog kann man sich durchaus erwärmen.
Aber es geht eben nichts über den Face-to-Face-Kontakt, der hier angebahnt wird. Die zahlreichen Dating-Börsen sind schließlich nicht das Ende, sondern sollen der Anfang von etwas sein. Man trifft Verabredungen fürs reale Leben.
Und geht nichts darüber, an einem lauien Sommerabend mit einem Bier und einer Kippe mit Freunden stundenlang über dies und das zu diskutieren. Und daran werden wohl Web 3.0 und 4.0 auch nichts ändern.

Social Web – soziale Plattformen – das Beispiel studiVZ

StudiVZ ist im deutschsprachigen Raum die soziale Plattform schlechthin, bisher. Das Prinzip ist einfach. Man meldet sich an, gibt einige Daten in sein Profil ein sowie Foto. Man schließt sich mit seinen Freunden zusammen und hat eine Art schwarzes Brett auf dem die Freunde nachlesen können, was man so reingeschrieben hat, etwa, was man gerade tut, auf welche Party man heute abend geht usw. Je nach Einstellung kann jeder das Profil ansehen oder nur jene, die als Freunde dazu eingeladen sind. Allerdings kann man fast immer sehen, wie viele Freunde die jeweiligen Leute haben – je mehr Freunde, desto mehr Prestige.
Man kann sich auch u Gruppen zusammenschließen, wo ein lockerer Austausch von Informationen statfindet.
Wenn man sich anmeldet, sieht man Bilder und Namen von Personen, die an der gleichen Uni studieren. So hat man die Möglichkeit, Leute, die man evtl. chon mal gesehen, aber nicht angesprochen hat, wiederzutreffen. Das wars auch schon, alles in allem nicht sehr spektakulär. Plattformen aus dem angloamerikansichen Raum sind bereits weiter. Ein großer Anbieter hat sein System für Programmierer geöffnet, die jetzt die Möglichkeit haben, eigene Anwendungen zu schreiben, welche die Nutzer ihrem Profil hinzu fügen können.
StudiVZ hat den typischen Ärger, den eine solche Plattform mit sich bringt: Die Eigentümer verdienen derzeit offenbar noch nicht genügend Geld mit der Plattform. Die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zwecks personalisierter Werbung hatte zu größeren Potesten geführt. Weibliche Teilnehmer wurden offenbar organisiert belästigt. Zudem wird StudiVZ vorgeworfen, Patent- oder Urheberrechte verletzt zu haben, aus den USA wurde Klage eingereicht.
Anderes Ungemach droht den Teilnehmern, die zu viel von sich Preis geben: Personalchefs suchen nicht nur über Suchmaschinen, sondern natürlich auch über weitere Quellen. Wer hier all zu freizügig seltsame Hobbies, die Sauffotos seiner letzten Party und anderen Quatsch preis gibt, kommt als Angestellter in der Regel nicht in Frage. Und er wird nie erfahren, warum er abgelehnt wurde.
Und auch Datenschnüffler wie Werbungtreibende können sich hier natürlich anmelden. Und gehackt wurde das Netz auch schon.
An anderer Stelle schilderte ich bereits, worin die Ursachen für diesen Exhibitionismus liegen mögen, so ganz nachvollziehbar ist es dennoch bis heute nicht.