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Wikipedia – die Mutter der Wikis

Wikis sind kleine Webseiten, die ähnlich wie Blogs bearbeitet werden können und technisch eine ähnliche Basis haben. Bei Wikis liegt allerdings der Schwerpunkt nicht auf Lesen und Kommentieren, sondern auf Zusammenarbeit. Die Schreibberechtigten können einen Text gemeinsam bearbeiten und kommentieren, was z. B. auch zur Projektplanung verwendet werden kann.
Die wikipedia ist der Archetyp und wohl das erfolgreichste – zugleich aber auch umstrittenste – Wiki und Web-2.0-Projekt. Es gibt sie in vielen Sprachen und mit sehr vielen Artikeln. In vielen Ländern überschreitet sie den Umfang von Enzyklopädien.
Jeder, ob registriert oder nicht, ob studierter Professor oder pubertierender Jugendlicher, ob ambitionierter Laie oder versierte Experte, hat hier die gleichen Schreibrechte.
Das eigentlich erstaunliche an dem Projekt ist, dass es überhaupt und oft genug funktioniert.
Zugleich zeigt es aber auch, welche Risiken und Probleme damit verbunden sind:
– Ständige Streitereien über den objektiven Blickwinkel – den Point of View oder POV
– Flamewars – Streitereien, die sich nicht selten in Beleidigungsorgien austoben.
– Es zählt nicht das Wissen oder Argumente, sondern der längere Atem und Hartnäckigkeit, um seinen Blickwinkel durchzudrücken.
– Und WP ist nicht so anarchisch, wie es aussehen mag. Die freiwilligen Admins können ebenfalls zu kleinen Ekeln mutieren, die einzelne Nutzer vergraulen, Diskussionen abwürgen oder Artikel für Änderungen sperren können.
Wegen der Vielzahl aktiver Nutzer kulminieren also in WP die Probleme, di sämtliche Web-2.0-Anwendungen mit sich schleppen.

Social Web or Face to Face? Wenn körperliche Begegnungen zur Option werden

Das Internet ist flüchtig, manchmal wie heiße Luft. Manche Website taucht auf und verschwindet, und hinterläßt kaum Spuren.
So demokratisch das Web auf den ersten Blick ist, Klassenschranken werden hier nicht aufgehoben. Am sprachlichen Stil etwa, am Witz und Intellekt sowie an der Belesenheit eines Menschen läßt sich sehr schnell erkennen, aus welchem Mileu dieser Mensch stammt. Und passt er mir grad nicht, kann ich ihn noch schneller abschießen als im realen Leben.
Hier beschreibt eine Autorin in der ZEIT ihren Selbstversuch.Wie soziale Schranken beim Internet-Dating noch effizienter wirken, beschreibt dieser Zeit-Artikel.
Das Internet ist also noch wesentlich effektiver, der Realität aus dem Wege zu gehen als die wahre Welt. Denn hier fährt man durch manch finstres Stadtviertel mit der U-Bahn, begegnet unattraktiven Gestalten und seltsamen Mileus. Im Internet klickt man einfach alles weg, was Einem mißfällt.