Schlagwort-Archive: Webseiten

Webseiten als ebook im ePub-Format aufbereiten

Oft kommt es vor, dass ein Buch als Webseite aufbereitet wurde. Die Inhalte verteilen sich auf viele, manchmal hunderte einzelne Seiten. Wer wie ich klickfaul ist, findet das gar nicht gut. Das zweite Problem ist, dass auf eBook-Readern das Surfen im netz langsam und unübersichtlich ist. Deswegen möchte man die Webseite vielleicht als ePub aufbereiten. Und so geht man dabei vor, natürlich alles auf eigene Gefahr, respektiere das Urheberrecht!
Das Vorgehen erfordert das kostenlose Programm WinHTTrack, den kostenlosen HTML-Editor phase5, ruhig auch eine ältere Version sowie den freien eBook-Konverter Calibre. Außerdem sollte man sich ein wenig in HTML auskennen.
Mit WinHTTrack laden wir die entsprechende Webseite runter. HTTrack erstellt einen lokalen Ordner aus der Webseite.
Mit Phase5 öffnen wir eine der HTML-Seiten des Buches und schauen uns den Code an. Wir erkennen solche Elemente wie den Kopf, die Navigation, den Inhalt und die rechte Sidebar. Wir wollen alles raus haben bis auf den Inhalt. Dabei gehen wir Schritt für Schritt vor. Zunächst entfernen wir alle Elemente aus dem Head, die wir nicht brauchen, dazu gehören JavaScript-Anweisungen und –Verweise, Meta-Informationen und eventuell auch das CSS. Wir Markieren den entsprechenden Code-Abschnitt und kopieren ihn in die Zwischenablage.
Phase5 hat die schöne Funktion „Dateiübergreifendes Suchen und Ersetzen“, eigentlich der einzige Grund, warum man das Programm einsetzt. Wir rufen diese Funktion auf und kopieren den Markierten Abschnitt in das obere Feld. Links suchen wir noch unseren Unterordner, wo alle HTML-Dateien liegen, die wir vorher runtergeladen haben. Dann klicken wir auf OK und schon geht es los. Je nach der Menge der Dateien kann das einige Sekunden dauern. Ach ja, du solltest vorsichtig sein, der Schritt lässt sich nicht rückgängig machen. Wir wiederholen diesen Schritt, bis wir alle Elemente entfernt haben, die uns gestört haben. Achte dabei darauf, dass du die Struktur nicht zerstörst, schon das Weglassen von Klammern oder die unvollständige Entfernung von Tags kann die Datei für die Konvertierung unbrauchbar machen.
Im Browser kontrollierst du nach, ob das Layout der Seite nun okay ist. Im Idealfall hast du nur noch den reinen Text und die Bilder, das Layout fällt überwiegend weg, weil wir die CSS-Anweisungen gelöscht haben. Achte darauf, dass Elemente wie Zierleisten, Fußleisten oder Navigationen vollständig entfernt wurden.
Anschließend starten wir Calibre. Dort ziehen wir den Webseiten-Ordner in das ‚Bearbeitungsfeld. Achte darauf, dass die Seiten in der richtigen Reihenfolge vorliegen. Hier ist es natürlich ärgerlich, wenn du das händisch nachkontrollieren musst, aber normalerweise solltest du am Dateinamen erkennen, ob die Reihenfolge korrekt ist.
Jetzt nur noch das eBook im gewünschten Format erzeugen, das wars.
Solltest du Leerzeilen oder unerwünschte Umbrüche im Dokument haben, musst du ein wenig herumexperimentieren. Es kann zum Beispiel sein, dass der Seitenersteller Gestaltungsanweisungen direkt in die HTML-Datei geschrieben hat, die nachträglich wieder gelöscht werden müssen. Außerdem stellt Calibre einige Filter bereit, die bei der Nachbereitung helfen können.

Das Web wird mobil – ein Grund mehr für Barrierefreiheit

Allmählich wird das mobile Surfen erschwinglich und halbwegs bequem. Bestimmte Angebote wie Fahrtauskünfte sind für mobile Surfer vermutlich interessanter als andere. Dennoch ist es interessant, dass für das mobile Web ähnliche Regeln gelten wie für das barrierefreie Webdesign.

Das heißt, man verzichtet auf übergroße Bilder, überflüssige graphische Spielereien, auf Frames und Tabellenlayouts.

Man hält die Seiten klein und kompakt, die Navigation übersichtlich und leicht verwendbar. Man verzichtet auf komplexe Strukturen, die wenn sie nicht funktionieren den Zugriff auf Seitenfunktionen verhindern wie Navigationen über JavaScript oder Flash.

Übrigens sind gerade Blogs für mobile Surfer interessant. Die Texte sind oft so kurz, dass man sie kurz während einer Busfahrt im Stehen lesen kann. Ein Kuriosum sind ja die Leute, die erwarten, in der vollen Bahn im Stehen ihre ausgebreitete Zeitung lesen zu können und zu nörgeln anfangen, wenn jemand sie anstubst. Mit einem surferfreundlichen Handy oder E-Book-Reader dürften solche Zeiten bald der Vergangenheit angehören. Stattdessen dürften einige Leute Nackenbeschwerden bekommen.

Barrierefreie Webgestaltung – warum doppelter Content Unsinn ist

IIch frage mich häufiger, warum Webmaster es offenbar bequemer finden, doppelten Content zu entwickeln, anstatt von Anfang an möglichst wenige Barrieren für den Webzugang zu erstellen.

Die Sparkasse KölnBonn z. B. stellt ein Formular für das Barrierefreie Banking zur Verfügung. Das funktioniert gerade mal wieder nicht. Ich stieg also auf das normale Banking-Formular um. Im Firefox sind die Eingabefelder fast unsichtbar. Wer es schafft, in das Online-Banking reinzukommen, stelltfest, dass man hier unsinnigerweise mit Symbolen für die verschiedenen Optionen arbeitet. Symbole machen dort Sinn, wo sie eindeutig sind und wo Informationen schnell vermittelt werden müssen.

Das wirklich Ärgerliche ist, dass die Sparkasse KölnBonn darauf verzichtet, alle Funktionen des normalen Bankingbereichs in das barrierefreie Banking zu implementieren. Man kann z. B. keine Daueraufträge bearbeiten oder einrichten.

Ähnliches finden wir bei zeit.de. Die Zeit bietet ein – vermutlich wenig bekanntes – Nur-Text-Format an. Während man auf dem normalen Portal Möglichkeiten wie „Artikel Drucken“, „Artikel weiterempfehlen“ und „Kommentieren“ findet, gibt es diese Funktionen im Nur-Text-Bereich nicht. Ärgerlich, der Nur-Text-Bereich schneidet den Benutzer vollständig von der Zeit-Community ab. Der Benutzer dieser Seiten kriegt gar nicht mit, dass es so etwas gibt.

Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum man heute noch versucht, doppelten Content zu produzieren, anstatt den normalen Bereich möglichst barrierearm zu gestalten.