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Parallele Gesellschaften

Jeder von uns hat eine persönliche Erlebniswelt und ist zugleich von anderen Welten des Erlebens ausgeschlossen.

Eine Welt kann dabei so definiert werden, dass sie kulturell anders ist. Das heißt nicht unbedingt „ausländisch“, sondern vor allem, dass sie in ihren spezifischen Ausdrucksweisen anders ist.

Jemand, der keine Ahnung von Kunst hat, fühlt sich von dem Verhalten des Kunstverständigen abgestoßen. Diese Leute pflegen ein bestimmtes Verhalten, bewegen sich in bestimmten Kreisen und sprechen in einer Art Geheimsprache.

Man kann leicht den Eindruck gewinnen, es herrsche eine Art Verschwörung vor, dazu angetan, dich aus diesem illustren Kreis herauszuhalten. Und so ist es auch.

Der Kenner erkennt den Unkenner an dessen verständnislosen Blick, an seiner Unfhäigkeit, die Verhaltensvodes und Sprachstile nachzuahmen.

Das ist kein Spezifikum der Kunst, sondern in vielen anderen Peer Groups verbreitet: den verschiedenen Wissenschaften, diversen Sportarten, aber – und darauf wollen wir hier heraus – in der Schicht der Besser Betuchten.

Was Michael Hartmann als klassenspezifischen Habitus bezeichnet hat, der Gehobene oder der sich dafür hält, spült es aus jeder Hautpore hervor. Er hält sich für etwas Besseres.

Multi-Welten

Wer meine Blog-Tätigkeit eifrig verfolgt hat wird wissen, dass ich ein Anhänger der Mulitweltenthese bin. In dieser These geht es darum, dass unser Geirn für die Erstellung der Wirklichkeit verantwortlich ist und wir uns infolge dessen in unserer Wahrnehmung fundamental unterscheiden. Die Tätselfrae ist, warum trotz divergierender Wahrnehmung uns verständigen können. Es muss irgend wie parallele Bahnen der Wahrnehmung geben.

Es ist aber kein Geheimnis, dass Kommunikation scheitern kann und permanent scheitert. Paul Watzlawick RIP hat das sehr schön deutlich gemacht. Sie scheitert zwischen den Geschlechtern, den Generationen, den Kulturen, zwischen Gesellschaftsschichten und selbst unter Gleichaltrigen, Gleicberufenen. Dieses Scheitern bietet unendlichen Stoff für Literatur und Film.

Deshalb müssen wir lernen, auf den Anderen zuzugehen, denn er ist in der Regel ebenso unsicher wie wir. Manchmal möcte er auch einfach nicht – aber es lont sich immer, es zu versuchen.