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Warum ich Werbeblocker hasse und sie trotzdem einsetze

Werbung im Internet ist nervig. Man kann sie nicht mal nutzen, um aufs Klo zu gehen oder sich was zu essen zu holen, wie wir es noch zu Zeiten des Privatfernsehens machten.
Aber sie ist auch traurige Notwendigkeit. So ein Webauftritt finanziert sich leider nicht selbst. SpOn und Co. erhalten auch kein Geld aus dem übervollen Gebührentopf der Öffis. Irgendwer hat einige Stunden investiert, damit wir die Artikel lesen können und es ist nur fair, dass wir dafür in Form von Werbung bezahlen. Hand aufs Herz, wer von euch wäre bereit, zehn Euro für jedes Medium pro Monat zu bezahlen, dass ihr regelmäßig konsumiert? Ich selbst werde regelmäßig von irgendwelchen Leuten kontaktiert, die mich offenbar mit Mutter Theresa verwechseln und sich selbst für die Armen der Welt halten. Tut mir leid, ich bin das nicht, ich möchte Geld dafür sehen. Und das wollen die Medien-Macher auch. Nichts ist nerviger als Leute, die alles umsonst und auch noch mundgerecht aufbereitet haben wollen.
Aber trotzdem sehe ich mich gezwungen, einen Werbeblocker einzusetzen. Genauer gesagt verwende ich die Browser-Erweiterung NoScript und zwar aus reiner Notwehr. Blinkende Animationen stören mich nicht, dafür kryptische Zeichenketten, die mitten im Text auftauchen und meinen Screenreader zum Stolpern bringen. Wenn der Screenreader zum Beispiel eine URL erkennt fängt er an, sie zu buchstabieren. Ich bin durchaus schon auf Zeichenketten gestoßen, die mehrere hundert Zeichen umfassten, womit der Screenreader durchaus einige Minuten beschäftigt ist.
In letzter Zeit stoße ich wieder vermehrt auf Browserfallen: Der Screenreader bleibt an einer Stelle hängen und weigert sich, weiter zu gehen. Auch das tritt typischerweise bei Werbe-Bannern oder Social-Media-Skripten auf.
Werbung bremst, wie im Prinzip jedes Element den Screenreader aus. Bei manchen Seiten kann es durchaus 20 bis 30 Sekunden dauern, bis die Website vom Screenreader geladen ist. Ich vermute, dass es vor allem schlecht programmierte Werbung ist, denn das Problem tritt bei bestimmten Webseiten wesentlich stärker auf als bei anderen. Aktuell gibt es etwa Probleme beim IT-Nachrichtendienst WinFuture, die t3n war eine Zeitlang gar nicht aufrufbar. Da ich Flash deinstalliert habe kann dies nicht die Ursache sein.
Unter diesen Umständen ist ein Skript-Blocker reine Selbstverteidigung. Werbung nervt nicht, sie behindert mich. Dass die Werbung an sich nicht barrierefrei im Sinne von für Blinde verständlich und wahrnehmbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Auch Sicherheitsaspekte lasse ich einmal außen vor.
Nun ist die Gruppe blinder Nutzer relativ klein und die Branche wird unsere Werbe-Blockade recht gut verschmerzen. Doch auch andere Menschen werden durch Werbung behindert und sind gezwungen, Blocker zu verwenden: Sehbehinderte, die nicht wissen, wie sie die Layer wegklicken können, Epileptiker, die durch Blinken und Flackern Anfälle bekommen können oder ADHSler, die durch das Klicki-Bunti abgelenkt werden.
Natürlich muss Werbung in gewisser Weise stören, das ist eines ihrer Grundprinzipien. Aber sie darf den Nutzer nicht behindern.

Access-News vom 2. September 2010 – Werbung, Vektorgraphiken und eBooks

Niemand weiß, wie sich der Deal zwischen Yahoo und bing auf den Suchmaschinenmarkt auswirken wird. Yahoo wird mittelfristig die Suchtechnik von Bing übernehmen und alle eigenen Suchdienste beenden. Damit endet aber auch Yahoos große Zeit als Suchmaschine endgültig, es ist unwahrscheinlich, dass man die eigene Suchmaschinentechnik weiterentwickelt, wenn sie nicht einmal eingesetzt wird.

Im Gegenzug übernimmt Yahoo die Werbevermarktung und macht sich Gedanken um zugängliche Werbung.

Der Quasi-Monopolist Google und Konkurrent Google sucht derweil in Vektorgraphiken. Vektorgraphiken basieren im Gegensatz zu Pixelgraphiken auf geometrischen Berechnungen. Das XML-Format SVG ermöglicht es ähnlich wie Flash, komplexe Vektorgraphiken in Webseiten einzubinden. Das ergibt sehr viel weit reichendere Möglichkeiten, Diagramme oder komplexe Graphiken zugänglich zu machen. Diese werden heute immer noch als JPEG oder PNG eingebunden, womit weder Google noch Blinde etwas anfangen können. SVG ermöglicht außerdem das freie Skalileren – sprich Vergrößern oder Verkleinern – von Graphiken ohne Qualitätsverlust. Der kommende Internet Explorer 9 wird SVG zumindest teilweise unterstützen.

Mit SVG, CSS3, HTML5, CANVAS und ein wenig JavaScript dürfte das Web einen wahren Quantensprung machen. Die Designer werden nicht daran vorbei kommen, diese Möglichkeiten zu nutzen, das Zauberwort heißt hier Suchmaschinenoptimierung. Wenn Graphiken durchsuchbar werden wird das Ranking einer Website verbessert.

INCOBS liefert eine Marktübersicht über E-Book-Reader mit Größe, Graustufenanzeige und Text-to-Speech-Funktion. Lustigerweise fehlt der Marktführer Amazon Kindle . Tatsächlich gibt es zwei eher unbekannte Geräte mit TTS, das Pocketbookund der Onyx Book. Vermutlich läßt sich keines der Geräte ohne Weiteres von Blinden bedienen, aber für Sehbehinderte und Menschen mit Leseschwäche könnten die Geräte interessant sein.