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World Community Grid – mitmachen ohne Admin-Rechte

Hier ein kurzer Tipp. Es ist immer sinnvoll, unter Windows nicht mit Admin-Rechten im internet unterwegs zu sein. Schließlich haben die Schädlinge die gleichen Rechte wie der Nutzer.
Wer beim World Community Grid mitmachen möchte, muss sich zunächst das Programm herunterladen. Nach der Installation stellt man fest, dass nur der Admin das Programm konfigurieren und ausführen kann. Bei der portablen Version sieht es leider ähnlich schlecht aus.
Dabei ist es relativ einfach: Bei der Installation des Programms sollte man die Option „Erweitert“ anklicken. Dort kann man ein Häkchen setzen bei „Alle Nutzer des Computers dürfen das Programm nutzen“ oder etwas sinngemäßes. Nach der Installation wechselt man dann nach dem Neustart in das Nicht-Admin-Konto und startet das Programm. Voila. Warum sie das nicht von vorneherein so eingestellt haben, erschließt sich mir nicht.
Disclaimer: Es ist verboten, ohne Erlaubnis des Arbeitgebers Programme zu installieren oder über dessen Internetzugang Dienste zu betreiben, die nicht direkt der Arbeit dienen. Holt euch die Erlaubnis der Admins, bevor ihr so etwas macht.

Behinderung und Technik – Windows kann barrierefrei und Vodafone kann nachhaltig

Warum jetzt und nicht vor zehn Jahren könnte man fragen. Windows 8 kriegt einen Screenreader. Nach Linux und Mac ist Windows damit reichlich spät dran. Immerhin rückt das Betriebssystem damit einen Schritt näher an die Barrierefreiheit. Anscheinend plant Microsoft, ähnlich wie Apple die Integration des Betriebsystems auf unterschiedliche Plattformen. Das heißt, Windows 8 könnte auch auf Tablets zum Einsatz kommen. Ob da auch eine Touchunterstützung für den Screenreader zum Einsatz kommt? Auch bei Windows Phone ist die Unterstützung von Screenreadern noch nicht absehbar.

Vodafone hat angekündigt, Nachhaltigkeit tief in die Unternehmensstrategie verwurzeln zu wollen. Barrierefreiheit könnte ebenfalls ein Thema in dieser Strategie sein:

Als Erstes ist das „Access to Communication“, also Zugang und Teilhabe aller Geselschaftsmitglieder an moderner Telekommunikation. Als Zweites „Connected Living“, also die Vernetzung von Privat- und Berufsleben“ sowie als Drittes das Thema „Smart Energy“, das den effizienten Einsatz von Energie sowohl im Unternehmen selbst, als auch bei den Kunden abdeckt. Als zusätzliches, übergreifendes Querschnittsthema wurde „Simplicity“ ausgewählt, also die Vereinfachung
des Lebens durch nutzerfreundliche Prozesse und Dienste.“ Quelle: Interview in The European vom 28.2.2011

Das ist natürlich erst einmal PR. Allerdings hat Vodafone im letzten Jahr den Smart Accessibility Award verliehen, einen Preis für Apps, welche die Barrierefreiheit verbessern sollen. Wir dürfen also gespannt sein. Siehe dazu auch meinen Beitrag zu CSR und Barrierefreiheit.

Eine sehr coole Sache ist der günstige Mini-Rechner Raspberry Pi . Er kostet rund 30 Euro und kann mittlerweile erworben werden. Der Rechner ist so groß wie ein USB-Stick, darauf läuft Ubuntu. Ich gehe mal davon aus, dass damit auch der Screenreader Orca im Lieferumfang ist.
Noch lesenswert:

Windows kommt ohne eigenen Screenreader aus

Update: Da dieser Beitrag noch recht häufig aufgerufen wird, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass für Windows 8 ein Screenreader und verbesserte Zoommöglichkeiten für Sehbehinderte angekündigt sind. Da Win8 auch auf den Windows-Tablets eingesetzt wird, kann man von einer grundsätzlichen Nutzbarkeit ausgehen. Erfahrungsgemäß wird es noch einiges an Zeit dauern, bis Windows komplett mit Screenreader nutzbar ist, aber im Augenblick kann niemand außer Microsoft selbst sagen, wie gut Win8 von Haus aus für Blinde bedienbar sein wird. Bis dahin sollte man auf NVDA setzen.

Ein Screenreader ermöglicht blinden Nutzern die Verwendung eines Computers. Mittlerweile haben Apple und Linux-Distributionen von Haus aus eingebaute Screenreader. Nur der Platzhirsch Microsoft verzichtet konsequent darauf.
Die wenigsten Leute sind sich bewusst, wie teuer so ein Screenreader ist. Für den Preis eines Screenreaders kann man sich mehrere Computer mit Vollausstattung auf den Tisch stellen, die bringen nur nichts, wenn man blind ist und keinen Screenreader hat.
Die horrenden Preise von Hilfsmitteln sind ein Dauerthema. Faktisch führt das dazu, dass Blinde fünf bis zehn Jahre hinter der aktuellen Technik zurückbleiben. Bei Windows XP hat das sicherheitsrelevante Folgen. Viele der Nutzer des Internet Explorer 6 oder anderer unsicherer Software dürften Blinde sein, die nicht updaten können oder wollen, weil ihre veraltete Hilfsmittelsoftware die jeweils aktuellen Programme nicht unterstützt. Jede Änderung des Systems kann zur Folge haben, dass der Screenreader stumm bleibt. Es gibt einen freien Screenreader für Windows, den NVDA, der allerdings noch nicht reibungslos einsetzbar ist.
Für Blinde ist es zudem ein großer Schritt, wenn sie von einem Betriebssystem auf ein anderes wechseln. Graphische Benutzeroberflächen erleichtern für den Normaluser den Umstieg, der Blinde muss aber nicht nur ein neues Betriebssystem, sondern auch die neue Bedienungsphilosophie seines Screenreaders kennenlernen.
Auch für das neue OS von Microsoft für mobile Geräte scheint keine blindengerechte Bedienung vorgesehen zu sein. Hier könnte MS ordentlich Federn lassen, denn Apples iPhone und Googles Android haben bereits oder sollen eine von Blinden bedienbare Oberfläche bekommen.