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Auch Huntington sah “Falling Down”

oder zumindest einer seiner Mitarbeiter sah den Film. Falling Down erzählt die Geschichte eines Mannes, der eines Morgens beschloss, auszusteigen. Er stieg aus seinem Auto und ließ im Stau mitten im brütend heißen Los Angeles stehen.
Er wollte seine tochter besuchen, die an diesem Tag Geburtstag hat und bei seiner Ex-Frau lebt.

Onkel Sam verwurstet den Film für seine Zwecke: Joe Sixpack trifft auf Lationogangs, die ihn vertreiben wollen, auf asiatische Ladenbesitzer, die seine Sprache nicht sprechen, auf einen Nazi, der ihn für sich einspannen will…

Joe symbolisiert den wweißen Amerikaner, der vor lauter Fremdheit das eigene Land nicht mehr wiedererkennt.

Onkel Sam mag den Schwarzen übersehen haben, doch wir vergessen ihn nicht: Während Joe ein Spielzeug für seine Tochter bei einem Asiaten kauft, demonstriert der Jimi vor einer Bank, die ihm keinen Kredit gewähren will, weil er “wirtschaftlich nicht tragbar” sei: Symbol für das Recht auf freie Meinungsäußerung. Jimi trägt übrigens die gleiche Kleidung wie Joe. Jimi wird festgenommen: Arme Leute haben eben keine Meinung zu haben.

Der Film, der als Komödie zu beginnen scheint, endet in einem Drama, in dem aber zumindest Einer den Mut  aufbringt, den Anderen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen.

Onkel Sam liegt also ein wenig daneben, wenn er den Film als Kulisse für sein “Wer sind wir” verwenden will. Die USA müssen sich neu erfinden, und Onkel Sam ist von gestern.